Konzerthinweis: Der Chor – Schatten und Licht

Der Chor - Schatten & Licht

Zum Thema Schatten und Licht singt Der Chor einerseits phantastische Werke aus der Romantik (Schumann, Cornelius, Rheinberger). Diese werden kontrastiert mit zeitgenössischen Chorstücken von nordischen Komponisten (Gjeilo, Jennefeldt, Nystedt). Das Konzert wird mit einer Uraufführung bereichert: Simone Sonderegger, langjähriges Chormitglied und erfahrene Poetin, hat ein aufwühlendes Gedicht zum Thema Schatten und Licht geschrieben, das der Berner Musiker und Komponist Matthias Kohler für uns vertont.

Wer mir gerne ein Geburtstagsgeschenk machen möchte, soll uns an einer der Vorstellungen hören kommen.

Musik zum Wochenende: Strung Out In Heaven: A Bowie String Quartet Tribute

Ich hatte nie den Zugang zu David Bowie (Bis auf den glorreichen Einsatz von Space Oddity bei The Secret Life Of Walter Mitty), aber diesen Streichergeprägten Tribut von Amanda Palmer mit einem Gastauftritt ihres Mannes Neil Gaiman finde ich wirklich stark.

Reinhören und kaufen, Profite gehen an die Krebsforschung.

Link zum Wochenende: Videoarchiv des Montreux Jazz Festival

Seit Anbeginn des Montreux Jazz Festivals vor 50 Jahren sind alle Konzerte auf Video aufgezeichnet worden. Und jetzt hat das Festival zusammen mit der EPFL ihr Archiv digitalisiert und wird dieses nach und nach veröffentlichen.

Erste Ausschnitte gibt’s kuriert in den Playlists. Ich kann es kaum erwarten die vollständigen Konzerte wieder zu sehen.

Der Aare.guru und Open Data

Ein Nachtrag zur Erfolgsgeschichte des Aare.guru: Das Projekt wäre nicht ohne grösseren Aufwand möglich gewesen, ohne die unkomplizierte Unterstützung durch das Bundesamt für Umwelt.

Die Temperatur-Prognose benutzt zusätzlich Daten, welche die MeteoSchweiz auf dem Open Data-Portal des Bundes veröffentlicht.

Für die Aare-Daten betreibe ich bereits seit einigen Jahren eine kleine API. In Kürze werde ich die Version 2 dieser API fertig gestellt haben, ergänzt mit den Tageswerten extrahiert aus den PDFs der Jahrestabellen. Ich hoffe damit einen sauberen Zugang zu den Daten zu bieten, welcher einfach zu integrieren ist und gleichzeitig die Infrastruktur des Bundes nicht unnötig belastet.

Meine API wird bereits von mehreren Apps und Webseiten zu unterschiedlichen Zwecken benutzt. Beispielsweise gestaltete der Matte-Bewohner Marc Beekhuis eine Wasserstandsanzeige für sein gelegentlich von Hochwasser bedrohten Quartier.

Aare.guru – Was bisher geschah

Aare.guru Logo

2011 habe ich begonnen die vom Bundesamt für Umwelt gemessene Aaretemperatur aufzuzeichnen. Meine grossen Pläne verwirklichte ich aber damals nicht. Ausser einer kleinen Temperaturanzeige und einer einfachen API für die Daten entstand nichts.

Etwa zur gleichen Zeit hat Kaspar Allenbach, ein mir damals unbekannter Grafiker ebenfalls eine neue Aare-Webseite lanciert. Grafisch war sie der meinen absolut überlegen, allerdings entwickelte er sie ebenfalls nicht weiter.

2013 stellten wir bei Meteotest nun zufälligerweise Kaspar Allenbach als Grafiker an. Schnell entstand die Idee eine gemeinsame Aare-Webseite zu erschaffen. Lange diskutierten wir, ernsthaft begonnen haben wir mit der Entwicklung aber erst Anfangs 2015: Kaspar kümmerte sich um das Design, ich um das Backend und die Daten. Reto Lehnherr stiess ebenfalls dazu und begann mit der Entwicklung der iPhone-App.

Coden im Vaterschaftsurlaub

Das ganze Projekt zogen wir in unserer Freizeit durch, aus reiner Freude an der Sache. Mit Hilfe von Github, Dropbox und Slack kollaborierten wir vor allem in den Abend- und Nachtstunden intensiv. Die Zeit drängte: Wir wollten unbedingt vor den ersten Schwimmtagen fertig sein.

if(itzt - aareguru.wennIschEsGsii > aareguru.maximausAlter) {
	    aareguru.opdeit();
}

(Dümmer als berndeutsche Commitlogs ist wohl nur berndeutscher Code. Dafür habe ich gelernt, dass Umlaute in JavaScript-Variablennamen nicht in allen Browsern funktionieren.)

Nach einer besonders intensiven Phase des Programmierens (Vaterschaftsurlaub sei Dank) lancierten wir die Webseite Ende Mai und reichten die App am 31. Mai bei Apple ein. Und wurden völlig überrumpelt, als sie bereits einen Tag später im App Store erhältlich war. Und draussen begann die Sonne zu scheinen und kündigte einen Rekordsommer an.

Plötzlich ging alles schnell: Schon am Tag darauf sassen wir vor der Linse einer Bund-Fotografin und der Artikel dazu erschien wenig später. Zusammen mit einem 20 Minuten-Artikel schnellten die Download-Zahlen sofort in die Höhe.

DSC05326

Das Projekt war ein voller Erfolg. Wir lehnten uns den ganzen glorreichen Sommer zurück, badeten im Fluss und in der Aufmerksamkeit, und fühlten uns wie die Könige von Bern.

Ende Saison hatten wir über 100’000 Besuche auf der Webseite und 5000 Downloads der App erreicht.

Iglu boue bringts meh

Eine wichtige Lektion: All unsere coolen Features wie Aare-Temperaturprognose und minutengenaue Sonnenuntergangsanzeigen verblassten vor dem Lokalkolorit der berndeutschen Texte. Insbesondere sind die Temperatursprüche zitierbar und das führte zu wiederholten Erwähnungen des Aare.guru in der Presse.

Beflügelt von unserem Erfolg und etwas beschwipst nach einer „Sitzung“ im Barbière reichten wir die App im Herbst bei den Best Of Swiss Apps Awards 2015 ein. Unser Hobbyprojekt passte genau in die Kategorie Young & Wild und die Teilnahmegebühr dieser Kategorie passte genau in unser Budget.

Wenige Wochen vor der Preisverleihung erhielten wir ein Telefonat von den Organisatoren: Wir sind bei den Favoriten mit dabei und sie brauchen ein Werbevideo für die App von uns. Innerhalb zweier Wochen.

Kein Problem, antworteten wir, schliesslich war die Schwimmsaison vorbei und wir hatten wieder Zeit für solche Spässe. Das Material war schnell beisammen: Ein Storyboard auf einer A4-Seite, eine Digitalkamera, ein altes Mikrofon, ein geliehenes Fotostudio und ein spontan gedrucktes T-Shirt. Zufälligerweise hatte ich im Sommer ein paar Aare-Timelapses mit dem iPhone gemacht, kombiniert mit eingekauftem Ukulele-Sound, ein paar Animationen von Reto und frischen Porträtaufnahmen von Kaspar entstand in ein paar Nachtschichten unsere Johnny Ive-Parodie.

Stolz auf unser Werk warteten wir die Award-Gala ab…

Best Of Swiss Apps Award

…und wir gewannen Gold! Aare.guru gehört jetzt hochoffiziell zu den Besten Apps der Schweiz.

Motiviert ziehen wir uns in unsere Winterhöhlen zurück und basteln weiter. Der nächste Sommer kommt bestimmt, möge er so golden scheinen wie der diesjährige.

Kurzkritik: Ancillary Mercy

Ancillary Mercy, der dritte und letzte Teil der Radch-Trilogie von Ann Leckie bringt die Serie mit einem fulminanten und action-geladenen Abschluss. Nach dem wunderbaren ersten Band und dem eher ruhigen zweiten Teil geht es zum Schluss noch einmal richtig zur Sache.

Absolut empfehlenswert. Ich werde mir die ganze Serie nochmals zu Gemüte führen und ein zweites Mal am Stück durchlesen.

Wer ebenfalls durch ist (Und durch gewisse Anspielungen in den letzten Kapitel verwirrt wurde), sollte sich danach auf die Kurzgeschichte She Commands Me and I Obey stürzen.

Video: Der Chor – tierisch!

Nach mehreren Jahren der „passiven“ Teilnahme im Chor ergab sich für mich 2014 die Möglichkeit die Videoaufnahme eines unserer Konzerte zu schneiden. Die Aufnahmen wurden von Adrian Scherzingers edprojects in brillantem HD gemacht. Die separat entstandene Tonaufnahme war leider defekt, wir mussten mit einer bereinigten Aufnahme der eingebauten Mikrofone vorlieb nehmen. Zum Schnitt verwendete ich erstmals ernsthaft Final Cut Pro X und fand das Arbeiten damit selbst auf meinem älteren Mac sehr angenehm.

Selbstkritik: Der Ausschnitt oben stammt aus dem Finale des Konzerts und ich liess mich gegen Ende zu etwas schnellen Schnitten hinreissen. Ausser dieser Extravaganz habe ich meiner Meinung nach aber einen soliden Schnitt abgeliefert und bin entsprechend stolz darauf.

Science Fiction zum Wochenende: The Man Who Lost the Sea & The Day the World Turned Upside Down

Mein Lieblingspodcast Escape Pod feierte vor kurzem die 500erste Episode und brachte eine klassische Kurzgeschichte: The Man Who Lost The Sea (1959) von Theodore Sturgeon. Schon lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so berührt wie diese.

Etwas lockerer und dafür umso absurder geht es im diesjährigen Hugo Awards 2015-Gewinner für Noveletten zu und her: The Day the World Turned Upside Down von Thomas Olde Heuvelt. Ich habe persönlich nicht viel von der Kontroverse um die diesjährigen Nominationen mitgekriegt und konnte die Geschichte deshalb neutral und als leichte Unterhaltung geniessen.