Das iPad im Niemandsland

Technologie — Schlagwörter: , , — christian, 28.1.2010, 20:22

Gestern hat Apple ihre neueste Kreation vorgestellt: Das iPad. Wie bereits beim iPhone war die Erwartungshaltung vor der Präsentation riesig. Und dementsprechend tobt sich jetzt das halbe Internet, dessen Fantasien nicht realisiert wurden, in Blogs und Kommentaren aus. Die meisten technischen Diskussionen* sind meiner Meinung nach nichtig, das Gerät bietet eine solide Grundlage als mobiles Datengerät.

Viel wichtiger ist die Positionierung zwischen Mobiltelefon und Laptop: Im Niemandsland. Kein anderes Gerät bietet eine vergleichbare Erfahrung an.

Die fundamentale Frage lautet darum in meinen Augen: Ist es ein Niemandsland weil dort kein Gerät bestehen kann und auch das iPad scheitern wird, oder ist es ein noch unerschlossenes Gebiet welches ein bisher nicht erkanntes Bedürfnis repräsentiert?

Ich weiss es nicht. Niemand weiss es.

Apple aber kann es sich leisten, ein millionteures Experiment zu lancieren und eine Antwort zu liefern. Entweder wird das iPad in ein paar Jahren als Fussnote in der IT-Geschichte untergehen, oder aber Apple noch reicher & mächtiger machen.

Ich möchte an dieser Stelle erinnern, dass auch der Erfolg der Netbooks eher überraschend kam. Jahrelang hatten verschiedenste Firmen an kleinen portablen PCs gebastelt, und plötzlich, auf einen Schlag fingen sie sich an zu verkaufen: Asus hatte dir richtige Kombination aus Preis und Leistung getroffen.

Niemand kritisiert den Preis des iPads. Und wer sich schon nur das Einführungsvideo ansieht, versteht dass sich das Gerät auch bei der Leistung nicht verstecken muss.

Ich persönlich werde mir am ersten Tag ein iPad kaufen. Es verspricht Aussergewöhnliches und gehört zu einem Teil der Zukunft, an der ich teilnehmen will.

* = Eines der grossen Themen ist die absichtlich weggelassene Flashkompatiblität. Lustigerweise hat gleich am Tag darauf Mozilla angekündigt, in der mobilen Version von Firefox Flash standardmässig zu deaktivieren. Der Gewinner aus der ganzen Geschichte? HTML5. Eine proprietäre Technologie weniger.

8 Kommentare

  1. Ich will auch so eins!!

    Comment by Anna — 28. Januar 2010 @ 20:55
  2. ich bin dabei beim kauf!

    hast du das show-n-tell video schon gesehen? unter http://vimeo.com/9037933 gibt’s einen 12 minütigen einblick (gut ohne ton).
    das ding ist sagenhaft schnell, und die anbindung an pages und keynote sieht mir nach einem tollen use-case für vorträge und so aus, also vielleicht nicht wirklich niemandsland…

    mal schauen, wann’s denn in der schweiz erscheint, ansonsten bin ich im mai in den USA und mach sonst einen sammel-einkauf :)

    Comment by habi — 28. Januar 2010 @ 22:57
  3. Ich glaube das iPad hat eine grosse Zukunft. Nur nicht in den Händen derer, die im Moment darüber schreiben.

    In China haben 1/3 der Internetbenutzer keine Computer. Viele Leute kämpfen heute noch mit der Maus (mein Vater verkrampft sich richtig, wenn er versucht einen Rechtsklick zu machen) und sind überfordert mit den vielen Möglichkeiten von Computern. Meine Schwester wohnt im Thurgau und viele ihrer Kollegen haben keinen Computer – aber ein Handy, oft dabei ein iPhone.

    Es gibt eine grosse Anzahl von Leuten, für die das iPad perfekt ist. Ein Computer ist zu komplex und auch zu vielseitig für sie, eMail, Fotos, Spiele und das Internet sind heute aber ohne Computer nur schwer möglich und sind sehr zentral geworden.

    Kurz: Jeder der sich mit Computern etwas auskennt ist nicht in der Zielgruppe des iPads und nur schlecht geeignet, dieses zu bewerten.

    Spannend finde ich auch, dass es eine Lücke füllt, die Apple schon vor Jahren geöffnet hat: die des iBook. Es gibt die i-Produkte für die Computer-Fremden (iPod, iPhone, iMac und iPad) und die Mac-Produkte für die Computer-Freunde (MacBook, Mac Mini, Mac Pro). Auf der i-Seite gibt es das iPad und auf der Mac-Seite das MacBook.

    Comment by Adrian — 28. Januar 2010 @ 23:41
  4. […] Hymnos fasst meine Gedanken aber ganz gut zusammen. Go and read. […]

    Pingback by iPad - fime — 29. Januar 2010 @ 10:30
  5. Ich seh das iPad für mich auch als perfekten Wohnzimmer-Computer. Man kann nebenbei schnell was im Netz checken, kann was lesen, etc.
    Wenn man leicht reisen will, lässt sich mit einer BT-Tastatur von Apple und dem iPad sicherlich auch richtig vernünftig arbeiten.
    Das Geschrei jetzt war ja vorhersehbar, so sehr wie das Thema gehyped wurde. Diese Erwartungen konnten nicht erfüllt werden. Ich erinnere mich übrigens, dass es beim iPhone gleich lief. Was kein auswechselbarer Akku, was kein MMs, was kein Video, Xenon-Blitz, etc. etc. Und wer hat jetzt kein iPhone? Genau.

    Comment by fime — 29. Januar 2010 @ 10:34
  6. Also der Beitrag mit dem ausgeschnittenen iPad und der Schoggi hintendran, der war gut.

    Und der Umstand mit Flash: Endlich. Stirb Macromedia.

    Zum Rest kann ich nur auf einen erstaunlich sachliche Abhandlung über den neuen Hype der Sekte im heutigen (oder wars im gestrigen?) Bund verweisen, der auch auf die Verbandelung von Medienschaffenden mit (ihrem) Apple und der daraus folgenden Unfähigkeit zur Kritik eingeht. Gell Christian ;P

    Comment by oli — 29. Januar 2010 @ 13:25
  7. @oli: Das war der heutige Bund, eine Kolumne von Nick Lüthi. Natürlich brauche ich nicht darauf hinzuweisen, dass auch der Bund in den letzten Tagen massenhaft Gerüchteartikel publiziert hatte… :-)

    Wo Lüthi allerdings sehr recht hat: Der Blick Am Abend mit seinem fürchterlichen Steve Jobs-Ist-Der-Messias-Titelbild.

    @habi: Apple spricht von einem weltweiten Produktelaunch in zwei Monaten für das WLAN-Modell. Nur auf das 3G-Modell müssen wir etwas länger warten. Aufgrund der neuartigen Micro-SIM-Karte bin ich nicht sicher, ob sich ein Import einfach so bewerkstelligen lässt.

    @Anna: Ich auch.

    Comment by christian — 29. Januar 2010 @ 13:43
  8. Irgendwie weiss ich einfach nicht was ich mit dem iPad soll wenn ich bereits ein iPhone und ein MacBook hab. Deshalb lässt mich das Thema irgendwie kalt.

    Comment by rouge — 30. Januar 2010 @ 10:50

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