Die SVP hat für uns soeben den Steuerstreit verloren

Im aktuell schwelenden Streit zwischen der Schweiz und einem Teil der OECD-Mitgliedsländern um die internationale Steuerpolitik hat die SVP das Vorgehen des deutschen Finanzministers Steinbrück mit Nazimethoden verglichen.

Leider haben wir damit nach Godwins Gesetz (Auch bekannt unter dem Ausdruck Auschwitzkeule) automatisch den Streit verloren. Zut. Fertig Bankgeheimnis.

Sci-Fi wird Realität – Konzerne an die Macht

Ein Leitthema in vielen Science Fiction- und insbesondere vielen Cyberpunkromanen ist die Vormachtsstellung welche internationale Konzerne in der Zukunft übernehmen werden. Regierungen sind in diesen Szenarien schwach oder existieren gar nicht mehr (Siehe z.B. Snow Crash, die Shadowrun-Reihe oder noch viel pointierter in Jennifer Government).

Wenn ich aber heute Berichte über die Spionagetätigkeiten des Néstle-Konzerns lese, habe ich das Gefühl dass diese Zukunft schon sehr bald zur Realität wird.

Mein Profil bei smartvote.ch

Aufgefordert durch chm@bloxxs habe ich bei Smartvote.ch mein politisches Profil zu den Nationalratswahlen 2007 erstellt. Herausgekommen ist dies:

spider.php

Ich war ehrlich gesagt überrascht: Laut dem Profil bin ich wesentlich liberaler und weit weniger sozialer eingestellt als dass ich mich selber eingeschätzt hätte. Trotzdem bin ich der SP und den Grünen nach wie vor nahestehend, die CVP bleibt abgeschlagen in einiger Distanz. Von den restlichen Parteien ganz zu schweigen.

Trotz der vielen interessanten Statistiken und Visualisierung wird mir die Entscheidung schlussendlich doch nicht ganz abgenommen. Das einzige was ich weiss: Je weniger dumme Plakate ich von einer Partei sehen muss, desto sympathischer ist sie mir.

Akute Polit-Frustration (Me too.)

Eigentlich wollte ich schon lange etwas über die kommenden Nationalratswahlen schreiben, aber irgendwie fällt mir nichts dazu ein. Kann es tatsächlich sein dass in den letzten Wochen Style over substance vorherrschte? Es wurde mehr diskutiert wie man politisiert als zu politisieren.

Darum mag ich nicht viel mehr schreiben und verweise auf think eMeidi der ziemlich genau meine Emotionen wiederspiegelt.

Kein Wort mehr. Ich will endlich Ruhe.

Gedanke zum Wochenende: Bloggender Bundesrat

Ich glaube ich habe in meinen 28 Lebensjahren noch nie eine Ansprache, eine Rede oder einen Auftritt eines Bundesrates komplett gesehen.

Aber wenn einer von ihnen bloggt, so lese ich seine Artikel mit Interesse. Und freue mich über die Nähe und das Gefühl von Ehrlichkeit die dieses Medium vermittelt.

In Davos war WEF und niemand hat’s bemerkt

Ich weiss nicht ob es nur mein Eindruck ist, aber bis auf ein paar wenige Demonstranten in Basel (Man beachte die letzten zwei Abschnitte im NZZ-Artikel) scheint niemand bemerkt zu haben dass letztes Wochenende in Davos das Weltwirtschaftsforum stattfand. Dieses Jahr war die Resonanz in den Medien und auf der Strasse eher gering.

Die einzigen interessanten Artikel habe ich bei Bruno Giussani (Lunch Over IP) verlinkt gefunden: Man (wunsch-) denkt dass sich das globale Machtgefüge verändert, nicht zuletzt fliesst auch Macht over IP zu den Individuen, den einzelnen Benutzern des oft zitierten Web 2.0.

Unglaubwürdiger wirkt Bill Gates der behauptet dass in 5 Jahren das Fernsehen aufhört zu existieren. Für mich persönlich mag das schon jetzt stimmen, aber ich sage diesem Medium noch ein langes Leben voraus, insbesondere weil Bill ja auch so ein grossartiger Prognostiker ist: Vor 3 Jahren hat er behauptet dass Spam seit letzem Jahr Geschichte ist. Und da gibt es noch das Thema Spracherkennung

Langeweile im Abstimmungsstudio

Urs Leuthard und Claude Longchamp stehen sich aus Langweile die Beine in den Bauch; die Resultate waren schon lange zu erwarten und die Hochrechnungen und Trendanalysen sagen bereits seit Stunden dasselbe. Weder sind die Verlierer überrascht noch die Gewinner wirklich begeistert. Dementsprechend gleichgültig sind die Interviews. Der einzige Lichtblick bilden die CVP und die Kirchen die sich gegenseitig ein bisschen auf die Kappe geben.

Ich schalte enttäuscht ab, schliesse mein Zattoo-Fenster und flüchte in Richtung Sonne.

ProLitteris und die autobiographischen Geister

Nein, es geht nicht um Ghostwriter.

ProLitteris, die Schweizer Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst, kriegt manchmal etwas komische Anfragen. So im Dezember 2004 als jemand fragt: Kann ein Medium Urheberrecht beanspruchen?

Ich bin der Meinung, dass der verstorbene Mann der eigentliche Urheber ist.

(Darauf gestossen bin ich übrigens via einer Mail von Daniel Boos von der Digitalen Allmend. Offenbar lässt ProLitteris zu dass Autoren einzelne ihrer Werke unter die Creative Commons-Lizenz stellen, im Gegensatz der Suisa bei der nur Alles-Oder-Nichts gilt. Wenn das Kus wüsste…)

Der langweiligste Abstimmungssonntag seit langem

Was ist mit all den empörten Verlierern passiert, die die Schuld auf die Dummheit des Volkes und das niedrigere Plakatebudget schieben wollen? Wo sind all die Radikalen Linken, Rechten, Liberalen und Konservativen die mit Ernsthaftigkeit ihre haarsträubenden Weltanschauungen vertreten? Warum flossen am Sonntag Abend weder Tränen noch Champagner?

Es wurde sogar so langweilig dass die offizielle SF DRS-Berichterstattung einen Besuch in der eigenen Regie einlegte um die Zeit zu füllen.

Und der Blick auf hängige Volksinitiativen verspricht auch keine Besserung.

Sind wir denn jetzt plötzlich alle demokratisch eingestellt?

Copyright-Hinweis von 1870

Auf einem Notenblatt entdeckt:

>> Die Vervielfältigung von Stimmen auf mechanischem Wege, wozu auch das Abschreiben gerechnet wird, ist nach §4 des Gesetzes vom 11. Juni 1870 betreffend: “das Urheberrecht“ v e r b o t e n und werden Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot von der Verlagshandlung gerichtlich verfolgt. << (sic.)

C.F.W. Siegel’s Musikalienhandlung, Leipzig