Ostergästeflüge im Wallis

Meine eigene Flugschule führte über Ostern einen Grundkurs durch und begleitete keine Höhenflüge, deshalb sah ich mich nach Alternativen um. Und lud mich spontan bei meinem Arbeitskollegen Andreas ein um in seinem Heimatfluggebiet zu fliegen: Vom Kühboden unterhalb vom Eggishorn hinunter nach Fieschertal.

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Ich fuhr am Ostersonntag morgen mit dem Zug so früh wie möglich rauf und wurde gleich darauf dem Klischee eines Berners gerecht: Zu spät am Briefing, zu langsam beim einpacken, als letzter oben und als letzter gestartet.

Über den ersten Flug möchte ich nicht reden: Holpriger Start, Flugmanöver mehr schlecht als recht (Doppelkreis war so schnell dass ich überschoss und zu pendeln begann, meine Acht danach glich mehr einer 11) und die Landung nicht eindeutig und daneben. Ich hinterliess schon mal einen schlechten ersten Eindruck beim Hansi, dem Fluglehrer vom Flyingcenter Oberwallis.

Ich war ziemlich erleichtert als der zweite Flug dafür extrem gut ging: Die Manöver waren noch etwas zu langsam, aber wenigstens in der richtigen Richtung. Und gelandet bin ich gerade mal drei Meter vom Zielpunkt. Entsprechend konnte ich den Flug auch besser geniessen, die über 1000m Höhendifferenz erlauben einen spektakulären Ausblick über die Gletscher, Berge und Täler vom Goms. Das tolle Osterwetter tat sein übriges. Ich wurde ziemlich neidisch auf meinen Kollegen der ein solches Fluggebiet genau vor der Haustüre hat. (In Bern können wir nicht mal vom Gurten fliegen ohne zuerst beim Flughafen Belp betteln zu gehen.)

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Leider kamen am Mittag dann schon Wolken auf die gefährlich rauf zogen und so blieben die Flugschüler nach zwei Flügen am Boden und guckten schadenfreudig zu wie andere Piloten mit der heftigen Thermik zu kämpfen hatten. Wie schon einmal gesagt: Runter kommen sie nicht immer.

Nach einem kurzen Abstecher zur Osterparty nach Visperterminen (Dem geheimen Oberwalliser Partymekka) und einer kurzen Nacht gings am Ostermontag wieder rauf. Die Wettervorhersagen waren ausgezeichnet und so freuten wir uns auf einen weiteren wunderschönen Flugtag.

Der Wind auf dem Startplatz war etwas schwieriger als am Tag zuvor und so hatte ich mit zwei Startabbrüchen zu kämpfen. Eigentlich nicht weiter tragisch, aber das wieder-rauf-laufen im Schnee war wesentlich anstrengender als erwartet. Zum Glück schaffte ich es beim dritten Mal ziemlich souverän. Der Flug war ok, die Landung knapp an einem Baum vorbei ca. 20 Meter zu kurz. Schade, aber mit jedem Anflug gewinne ich an Erfahrung und kann die Höhe für das Landemanöver besser einschätzen. Und damit auch weniger oft im Schlamm lande als bei diesem Versuch.

Beim zweiten Flug startete ich auf Anhieb, legte wieder einen guten Flug und landete zu weit: Unerwartete Steigung im Anflug und etwas zu zögerliches Bremsen und ich landete schon wieder fast im Schlamm.

Das Wetter entwickelte sich schlechter als vorhergesagt und aufgrund der stärker werdenden Turbulenzen brach der Fluglehrer auch an diesem Tag die Schulung nach zwei Flügen ab. Noch den ganzen Tag konnten wir danach Schirme und Deltas am Himmel sehen die sich mühsam runter kämpfen mussten. Definitv keine Verhältnisse die man unerfahren erleben möchte.

Fazit nach zwei Tagen: 4 Flüge, exzellentes Essen (Eine 15-Gault-Millau-Punkte-Käseschnitte), Gastfreundlichkeit, haufenweise Sonne getankt und wieder mal echtes Walliserdeutsch gehört…

A propos Fazit: Ich habe am 9. März begonnen zu fliegen, jetzt am 9. April habe ich bereits 26 Höhenflüge hinter mir. Damit rückt das Ziel mein Brevet noch in diesem Jahr zu machen in realistische Nähe. Ich habe mich zumindest schon fast für die Theorieprüfung angemeldet…

Meta-Aprilscherz in der Flugschule: Chrigel Maurer und Joya Rennt

Die besten Aprilscherze sind diejenigen, die realistisch wirken und deren Scherzhaftigkeit bis am Schluss nie bestätigt ist.

Gestern Sonntag erlebte ich einen solchen, als am Tag zuvor auf unserem Flugprogram für den 1. April folgende Ankündigung stand:

Für die Sat 1 Sendung Joya Rennt führen wir morgen Tandemflüge für die Kandidaten durch. Dabei werden wir von Chrigel Maurer (PWC Sieger 2006, Weltrekordhalter, Europameister 2004, Acrocrack) unterstützt. Er wird die Kandidaten um 13.00 mit ein paar tollen Acromanövern begrüssen.

Das war zwar halbwegs realistisch, aber irgendwie… Da das ganze in Schwarzsee mit seinen 400 Meter-Flügchen stattfand, fand ich das ganze etwas suspekt. Jürg, der Fluglehrer und seine Freundin amüsierten sich köstlich als sie uns bei der Hinfahrt mit wiedersprüchlichen Informationen zu der Ernsthaftigkeit der Ankündigung versorgten.

Und so ging das den ganzen Tag weiter. Ich war mittlerweile ebenfalls verwirrt und harrte der Dinge die da kamen, bzw. konzentrierte mich mal auf meine eigenen Flüge von der Riggisalp herab in den blauen Himmel.

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Als ich unten war hiess es tatsächlich das Chrigel Maurer oben auf dem Startplatz sich bereitmacht. Das Joya Rennt-Auto tauchte ebenfalls auf und zerstreute damit alle Zweifel am Aprilscherz: Es handelte sich um einen Meta-Aprilscherz, die Verpackung als Scherz war der Witz an sich.

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Auf diesem Foto nicht ersichtlich sind die spektakulären Manöver mit denen Chrigel Maurer den Joya-Kandidaten Angst einjagte, bevor sie selber hinauf mussten und zwei Tandemflüge tätigten.

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Die Entschlusslosigkeit der Kanditaten liess einen Teil des Tages leider zu einer Geduldspartie werden, aber schlussendlich schafften sie es doch noch sich zu überwinden und abzuheben. Zusammen mit dem Kamerateam flogen sie zusammen den Berg hinunter.

Trotz intensiven Versuchen meinerseits (Nein, nicht wirklich) werde ich in der Anfangs Mai ausgestrahlten Sendung nicht zu sehen sein.

Als der ganze Rummel dann endlich zu Ende war, konnten wir noch in Frieden weiter unsere Runden drehen. Heute kam ich auf 4 Höhenflüge und 0 Bruchlandungen, dafür ist der Schirm jetzt wieder feucht und dreckig. Der Schnee von letzer Woche war mittlerweile geschmolzen und hatte den Landeplatz in eine Schlammpfütze verwandelt. Zum Glück hatten wir wenigstens tolles Wetter…

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Wunderbares Wetter zum Skifahren (5 Höhenflüge)

Im Unterland mag es ja nicht so schön gewesen sein, aber im Freiburger Oberland dafür umso mehr: Beim Schwarzsee scheinte am vergangenen Sonntag praktisch den ganzen Tag die Sonne am blauen Himmel. Frisch gefallener Schnee hätten das zu einem wunderbaren Skitag gemacht.

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Aber wir waren nicht zum Skifahren da, nein, Fliegen war wieder angesagt: Früh am Morgen fuhren wir zusammen mit den Wintersportlern hinauf auf die Riggisalp, gleich neben der Sesselbahn machten wir uns dort auf der Skipiste breit. Normalerweise ist das untersagt und tendenziell auch eher dumm (Skis und ausgelegte Gleitschirme mögen sich nicht), aber da es sich beim Schwarzsee um das Stammfluggebiet unseres Fluglehrers Jürg handelt, hat er eine stehende Abmachung dort im Gebiet.

Die Flüge waren eher kurz und nicht besonders hoch, gerade mal 420 Höhenmeter ging es vom Startplatz runter. Es blieb kaum Zeit um in der Luft Manöver zu machen, gerade einmal in meinen 5 Flügen konnte ich einen Doppelkreis probieren. Und musste darauf auch gleich wieder landen. So haben wir an diesem Tag vorallem das geübt: Starten und Landen.

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Lustigerweise lag auf dem Landeplatz ca. 40cm Neuschnee. Das gab ein paar lustige Szenen dank den versteckten ‚Glunggen‘ und Bächlein quer durchs Feld. Auch ich hatte bei meiner ersten Landung eher Pech: Ich wurde zwar nicht nass, war aber so überrascht im Schnee festzustecken, dass ich keinen Schritt mehr tat und sich mein Schirm vorne in den Schnee grub, mit der Kalottenöffnungen voran. Ich durfte aus 38 Luftzellen Schnee rauskramen. Und bei der dritten Landung fiel der Schirm halb über mich, was mir die Leinen heftig verknüpfte. Zu zweit haben wir darauf während 20 Minuten die Schlaufen wieder zu lösen versucht. Selber überrascht hat mich dass ich nie im See gelandet bin.

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Und da war dann noch das Anstehen: Die Skifahrer stolpern mit ihren Brettern rum und wir Gleitschirmflieger erschlagen dafür mit unseren riesigen Rucksäcken fast die kleinen Kinder.

Alles in allem war der Tag unspektakulär verlaufen. Ich habe etwas mehr Übung im Abschätzen der Höhe beim Landeanflug erhalten, aber treffe den Kreis dennoch kaum mehr. Irgendwie war das als blutiger Anfänger noch einfacher. Jetzt hocke ich zu Hause, mit Sonnenbrand, und habe meinen Schirm zum Trocknen quer durchs Zimmer aufgehängt. In freudiger Erwartung aufs nächste sonnige Wochenende.

Runter kommen sie fast immer

Das alte Fliegersprichwort ist nicht ganz korrekt wie ich heute herausgefunden habe. Es geht nicht zwangsläufig abwärts mit mir. Aber dazu später mehr.

Die etwas starken Winde bewogen unseren Fluglehrer heute dazu von Flügen über den Schwarzsee zu verzichten und wir begaben uns des morgens nach Mürren wo wir mit Seil- und Sesselbahn zum Startplatz auf dem Schiltgrat begaben. Ich breitete freudig meinen neuen alten Schirm aus und wenig später gings los. Starten war auf der leicht abschüssigen schneebedeckten Piste nicht so ein Problem, nur ich brauchte zwei Anläufe: Beim ersten Mal lief ich zuwenig schnell und der Schirm fiel hinter mir wieder zu Boden. (Grmbl, ein vollbesetztes Restaurant sah dabei zu…) Von dort flogen wir zwischen den Skifahrern hindurch einen spektakulären Flug knapp 1200m tiefer zurück zum Landeplatz bei der Talstation der Luftseilbahn.
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Das Tal besteht quasi aus zwei senkrechten Felswänden, dort ist das Fluggefühl etwas eingeschränkter als bei den letzten Flügen über dem Thunersee. Es war spannend, aber auch ziemlich ruhig da die erwarteten Aufwinde in der Thermik ausblieben. Zuerst rechneten wir noch mit einem stündigen Flug, geblieben waren davon ca. 20 Minuten.

Für den zweiten Flug entschlossen wir uns zurück nach Interlaken zu fahren und dort wieder vom Luegisbrüggli zu starten. Dort blies der Wind im Moment angenehm zügig und so war das Starten für dieses Mal kein Problem. Die Thermik war ziemlich stark und so konnte ich zum ersten Mal etwas aktiv an Höhe gewinnen indem ich mich am Berg hochhangelte. Leider war ich nicht ganz alleine am Himmel und ich entschloss mich bald einmal wieder Richtung Landeplatz zu fliegen. Die Landung war ok, der jetzt etwas stärkere Talwind machte das Einschätzen des Landeplatzes etwas komplizierter: Man bleibt streckenweise quasi in der Luft stehen und kaum dreht man sich weg vom Wind, bläst einen dieser quer übers Feld. Und das heisst hier: In Richtung Schiessstand wo zu dem Zeitpunkt scharf geschossen wurde.

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Beim zweiten Start vom Luegibrueggli war der Aufwind etwas schwächer, dafür war am Grund der Talwind in der Zwischenzeit sehr stark geworden. Jürg fand dass wir dennoch fliegen können, die Gefahr im See zu landen war in dieser Situation gering, wir mussten uns eher Sorgen machen erschossen zu werden.
Das war allerdings dann mal für 20 Minuten nicht mein Hauptproblem: Ich kam nämlich gar nicht erst runter. Die Thermik war so stark dass ich schon bald nach dem Start weiter über dem Startplatz meine Kreise drehte und dabei kaum Höhe verlor. Für gewöhnlich reicht Kurvenfliegen einfach aus um hinunter zu kommen, aber bei diesen Aufwinden blieb ich mit diesem Manöver nur mehr oder weniger auf der gleichen Höhe. Zum Glück gibt es in diesen Situationen Fluglehrer die per Funk Ratschlag geben. Und zum Glück hat meiner letzte Woche schon mit mir Ohren einklappen geübt: Indem ich künstlich die Gleitschirmfläche verkleinere, verliere ich viel schneller als normal an Höhe. Mehrere Minuten musste ich die äussersten Flügelenden mit den sogenannten A-Leinen herunterziehen um endlich in Bodennähe zu gelangen. Als ich endlich mal unten war, erschwerten turbulente Bodenwinde eine saubere Landung: Wieder hängte ich in der Luft, wenige Meter über Grund, kaum vorwärtskommend, der Schiessstand unangenehm nah.

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Die endgültige Landung erfolgte dann doch sanfter als erwartet. Aber selbst die alten Hasen vor Ort fanden dass sie noch selten derartige Windverhältnisse im Lehn gesehen hätten. Einer der Deltaflieger hatte weniger Glück als ich, kam aber mit Materialschäden davon. Zeit und Wind war in diesem Moment schon soweit fortgeschritten dass wir diskussionlos einpackten und uns auf den Rückweg machten.

Die Erfahrung war trotzdem gut, derartig an Höhe gewonnen hatte ich zuvor noch nie. Und ich kann jetzt die Angst der Piloten vor Cumulonimbus-Wolken verstehen: Aus solchen Thermikverhältnissen lebendig herauszukommen, grenzt an ein Wunder.

28 Quadratmeter Stoff aquiriert

Es ist soweit: Mein erster eigener Gleitschirm. Nach einigem hin und her habe ich mich für einen Occasion Pro Design Effect II (DHV) entschieden. Ein stabiler, einfacher Schirm der sich auch mit meinem Portemonnaie verträgt.

Leider konnte ich beim restlichen Zubehör nicht so viel sparen wie ich wollte: Die Ausrüstung eines Kollegen war nicht auf meine, ähm, breite Sitzmuskulatur ausgelegt. Dafür leiste ich mir jetzt ein edles und vorallem bequemes Gurtzeug, das Advance Progress, Grösse L.

Und jetzt hocke ich hier im Büro, das Wetter wäre grossartig und ich muss bis Samstag warten bis ich wieder raus darf.

Und wenn wir schon dabei sind: Noch ein Flugtag

Auch am Sonntag war tolles Wetter angesagt, aber auf Grund der starken Bise war Interlaken weiter mehr oder weniger das einzige Gebiet wo geflogen werden konnte. Auf der Hinfahrt waren starke Schneeverwehungen auf den Bergen sichtbar, aber wir waren zuversichtlich dass das Niederhorn den meisten Wind von den unteren Startplätzen abwandte.

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Zuerst versuchten wir uns auf dem unteren Teil vom Startplatz Amisbühl. Knifflig und nicht ganz ideal war dort der Umstand dass jeweils nur ein Schirm ausgebreitet werden kann, sowie dass der Boden extrem glitschig vom feuchten Schlamm war. Aber mit etwas gegenseitiger Hilfe war man schnell startklar und konnte auch an diesem steilen Hang einfach abheben. Die Sonneneinstrahlung sorgte für etwas Thermik was sich in einem weniger ruhigen Flug auswirkte, aber alles in allem lief auch dieses Mal alles gut.

Nach dem ersten Start ist der grösste Teil der Nervösität wieder verflogen. Das Fliegen selber ist eigentlich nie das Problem, diese Anfängerschirme sind so sehr auf Sicherheit ausgerichtet dass in Luft praktisch nichts passieren kann. Unabsichtlich kann man sowieso fast keinen Pilotenfehler provozieren, man muss schon absichtlich blöd tun um einen solchen Schirm zum Absturz zu bringen. Selbst so lustige Übungen wie Ohren einklappen (D.h. den äussersten linken und rechten Teil des Schirmes im Flug einzuklappen um schneller zu sinken) sind schon von Haus aus vorgesehen und mit speziellen Leinen unterstützt. So gewinnt man schnell das Vertrauen ins Material und kann sich bei jedem Flug mehr zurücklehnen und entspannen. Ich vergleiche es gerne mit Kontaktlinsen tragen: Am Anfang hat man noch Angst vor Augenverletzungen, aber mit der Zeit merkt man dass diese Organ ziemlich viel aushält und man stochert nach Belieben auf dem Augapfel rum.

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Wie schon gestern hatte ich dann im Verlauf des Tages wieder Windglück: Beim zweiten Flug vom Lueggisbrüggli aus konnten nur ich und Imo starten, danach war der Wind zu stark und wieder mussten den Rest der Gruppe abholen gehen. Wir fuhren wieder zum Startplatz Amisbühl wo sich zum Glück der Schlamm langsam verfestigte. Einen weiteren Start dort konnten alle ohne Reibereien geniessen, nur etwas Geduld brauchte es: Wir waren bei weitem nicht die einzigen im Gebiet und auf diesem Startplatz. Es befanden sich noch mindestens ein Dutzend Gleitschirme und Deltasegler über uns in der Thermi als wir Schüler bescheiden unten durch flogen. Beim freiwilligen vierten Start war schon bedeutend weniger Verkehr. Das lag wohl daran dass sich die Sonne langsam aber sicher zurückzog und es deutlich kälter wurde.

Mit einer gemütlichen Rückfahrt nach Bern endete auch mein letzter Flugtag dieser Woche. Ab Montag heisst’s dann wieder zurück ins Büro gehen und auf gutes Wetter am nächsten Wochenende hoffen. In der Zwischenzeit darf ich mir den Kopf zerbrechen welche Ausrüstung ich mir genau leisten will/kann. Wenn alles gut läuft, werde ich am Samstag mit meinem eigenen Schirm meine Kreise ziehen können.

4x rauf & runter

Am Samstag waren sämtliche Wetterprognosen gut, nur am Morgen könne es noch vereinzelt Wolken haben. Und so tauchten wir ziemlich früh wieder in Interlaken auf und befanden uns wenig später prompt im dichten Nebel und Schneegestöber. Zeit für einen ersten Restaurantbesuch.

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Etwa eine Stunde später konnten wir uns zum Startplatz Lueggibrüggli begeben und uns dort im Neuschnee ausbreiten. Nach kurzer Wartezeit tat es dann endlich auf, so dass wir wenigsten auch eine Ahnung hatten wodurch es zum Landeplatz ging. Von der gestrigen Starterei noch ganz nervös trat ich als erster an und dieses Mal klappte es auch auf Anhieb. Wind, Gelände und Schirm spielten alle mit und ermöglichten mir ein reibungsloses Abheben und etwa 8 Minuten später eine sanfte Landung zurück im Lehn.

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Die erste Runde verlief allen gut und so waren wir wenig später wieder oben und machten uns wieder bereit. Ich flog wieder als einer der ersten raus und kam wohlbehütet unten wieder an. Der nächste Pilot hatte weniger Glück: Eine Leine hatte sich verheddert und liess den Schirm nicht richtig aufgehen, so dass das ganze Fluggerät nach links wegkippte und in einem Baum landete. Glücklicherweise passierte dem Piloten nichts, er war noch auf dem Boden. Aber dafür musste er sich eine halbe Stunde mit Aus-Dem-Baum-Pflücken beschäftigen. In dieser Zeit fuhr Jürg diejenigen die schon am Landeplatz waren wieder hoch.
Der dritte Start ging dann wieder ohne Probleme über die Bühne. Ideal um sich etwas im Kurvenfliegen zu üben und weiter Erfahrungen im Landeanflug zu sammeln. Die Schwierigkeit ist es die Höhe einschätzen zu können ab der man sich in die einzelnen Phasen der Landevolte begibt (Gegenanflug, Queranflug, Endanflug). Fehler können noch immer korrigiert werden, aber idealerweise landet man immer in der Nähe des Parkplatzes um sein Material nicht zu weit schleppen zu müssen.
Mittlerweile war ich bereits an meinem vierten Flug: Ich startete wieder als einer der Ersten und hatte mit Ostwind zu kämpfen. Dieses Mal durfte ich keine Kapriolen mehr fliegen und musste direkt zum Landeplatz zurück, wenn ich nicht in den Thunersee getragen werden wollte. Die Landung war wegen des starken Windes der plötzlich wehte auch etwas unsanft, aber ich kam einmal mehr heil runter. Etwas mehr Pech hatten diejenigen die noch oben auf schwächeren Wind warteten: Schon wenig später gab Jürg das Signal zum Abbruch; sie mussten wieder zusammenpacken und mit dem Bus runter. Das gehört leider auch dazu, aber der Wind war inzwischen definitv zu stark und würde nicht mehr schwächer werden.

Damit war auch dieser Flugtag zu Ende und ich durfte mich ab meinen vielen Flügen freuen. Andere unserer Gruppe konnten gerade Mal die Hälfte fliegen.

Die ersten zwei Höhenflüge

Gleitschirmfliegen lernen geht schnell: Bereits am Freitag, am dritten Tag fuhr Jürg uns hinauf auf Interlaken wo sich die Berge tummeln und Touristen türmen. Vom Startplatz Amisbühl gings zum ersten Mal an einen Höhenflug. Etwas nervös breiteten wir an dem relativ steilen Hang aus.

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Die vielen Bäume links und rechts sowie etwas weiter unten machten uns etwas Sorgen. Glücklicherweise war der Wind ideal und so hoben wir ohne Probleme einer nach dem anderen ab. Der Flug war ruhig und unspektakulär für die Zuschauer, aber zum ersten Mal für längere Zeit in der Luft zur Hängen und auch mal kurz einen Blick in die Landschaft zu werfen ist… unbezahlbar.
Nach 800 Meter Höhendifferenz und etwa 10 Minuten Flug kamen wir dann einen nach dem anderen auf dem Landeplatz Lehn an. Die Landung verlief ruhig, ich traf sogar den Kreis der für die ebenfalls anwesenden Prüflinge ausgelegt wurde. Gutes Omen für meine praktische Prüfung irgendwann später.

Für den zweiten Flug nahmen wir die Bahn von der Beatenbucht hinauf aufs Niederhorn. Dort trafen wir auf Schnee, völlig unerwartet so mitten im Frühling.

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Der Start gestaltete sich (für mich) schwieriger als zuvor: Die Wiese war flacher, schneebedeckt und mit Abwind gestraft. Das heisst mehr rennen auf schwierigerem Grund.

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Im ersten Anlauf überschoss mich mein Schirm, d.h. er glitt während dem Aufziehen über mich und fiel vor mir wieder zu Boden.
Wieder hoch gekraxelt und die Leinen entwirrt dann der zweite Versuch: Ich hebe kurz ab und sitze nach zwei Metern wieder am Boden.
Der dritte Versuch verlief ebenso.
Beim vierten, fünften und sechsten Startabbruch lag ich am Boden, der elende Schnee warf sich mir zwischen die Beine.

Beim siebten Anlauf klappte es eeendlich. Dementsprechend befreiend war das Gefühl nochmal so richtig abzuheben. Der Flug dauerte dieses Mal über 20 Minuten und es ging etwa 1400 Meter runter. Leider wurde es schon ziemlich kalt und ich konnten diese schöne Strecke nicht so geniessen wie ich wollte. Und netterweise hat der Rest der Gruppe unten geduldig auf mich gewartet. Ich war immerhin über eine Stunde mit Starten beschäftigt und hoffte darum auch dass ich am nächsten Tag etwas schneller in den Himmel komme.

…und schon den Boden unter den Füssen verloren.

Obwohl das Wetter regnerisch war sind wir heute raus gefahren in der Hoffnung dass es etwas trockener werde. Die ersten Stunden mussten wir erstmal mit ein bisschen Theorie im Trockenen über verbringen, bevor wir uns in Riggisberg auf den ersten Hügel begaben. Starten & Landen üben war wieder angesagt. Dank des etwas steileren Geländes waren heute die Hopser schon wesentlich höher und weiter als noch am Dienstag, sogar die kleine Kürvchen lagen drin. Im Grossen und Ganzen war das aber noch immer unspektakulär und so fand Jürg bald einmal dass wir noch etwas in die Höhe gehen sollten.

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Also rein in den Bus und rauf auf den nächsten Hügel. Vom Landeplatz aus sahen die ca. 150m Höhendifferenz wesentlich weniger hoch aus als wenn wir von oben runter sahen. Die Nervosität stieg etwas an, schliesslich sollte das der erste ‚echte‘ Flug werden. Die Witze wurden dementsprechend immer makaberer.

Nachdem Mario erfolgreich gestartet war und wenig später wieder heil am Boden angekommen ist, habe ich mich bereit gemacht. Leinen sortiert, Gurtzeug nochmals richtig angezogen, Funkgerät getestet und… plötzlich bin ich in der Luft. Gerade noch eben mit dem Starten beschäftigt schwebe ich auf ein Mal an die hundert Meter über dem Grund.

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Der Flug lief gut, eine Kurve hier rüber, eine Kurve dorthin, etwas Winde gespürt und bald bin ich schon wieder mit Landen beschäftigt: Ich weiche dem einzigen Baum weit und breit aus, versuche noch über den frisch gesäten Acker zu kommen und steuere dafür auf ein Heugestell zu. Was halt so rumliegt. Diese Hindernisse erfolgreich umflogen stehe ich etwa 3 Minuten nach dem Start wieder auf dem Boden, bis über beide Ohren grinsend. Geflogen!

Spätestens jetzt steht für alle fest dass wir diesen Sport mögen und uns definitv an unserem ersten Höhenflug (D.h. mindesten 400m Höhendifferenz) versuchen wollen. Die Wetterprognose für morgen ist gut und so werden wir uns in die Region Beatenberg/Interlaken begeben um noch höher hinaus zu können. Freu.

(Den konstanten Muskelkater vom Berge erklimmen und rumrennen brauche ich wohl kaum zu erwähnen, oder?)

Der erste Schritt zum Pilotenschein…

Naja, Pilotenschein ist etwas übertrieben; ich möchte vielmehr das Brevet zum Gleitschirmpiloten machen. Schon seit längerer Zeit hat mich dieser Sport interessiert und als ein neuer Arbeitskollege auch davon begann zu schwärmen, habe ich mich durchgerungen, eine Woche Ferien genommen und den den Grundkurs bei der Flugschule Starter+ von Jürg Marcin begonnen.

Den ersten Tag verbrachten wir Schüler (Ein Meteorologe, ein holländisches Pärchen und ich) auf der Berner Allmend und hängten uns dort auf den kleinen Hängen zum ersten Mal an den Schirm. Besonders am Nachmittag, als uns etwas Wind entgegekam, waren die ersten Hopser und kleinen Flüge von 15 bis 20 Meter schon möglich. Das Grundprinzip ist eigentlich einfach: Den Schirm auslegen (Das Leinengewirr ist weniger kompliziert als es aussieht) und losrennen. Es braucht wenig zum Abheben… Wieder am Boden schnell den Schirm zusammengekramt, den Hügel hochgelatscht und von Vorne das Ganze. Und wieder und wieder, bis zur Erschöpfung.

Währendem sich das Wetter gestern ganz nett verhielt, hatten wir heute leider Pech: Die Prognose für unser Übungsgelände in Plaffeien war zu schlecht und wir haben uns entschieden zu Hause zu bleiben. Hoffentlich klappt’s morgen, ich kann es kaum erwarten mal richtig abzuheben.

Und das Beste steht mir natürlich auch noch bevor: All das neue Spielzeug wie Vario und GPS einzukaufen.