V-girl – Die explizit virtuelle/platonische Freundin

Hübsch animierte 3D-Mädchen gibt es ja wie Sand am Meer und Dating-Simulationen sind im asiatischen Raum auch stark verbreitet. Dennoch hat es mich überrascht wie explizit V-girl – your Virtual Girlfriend auftritt. Unverholen wird eine Beziehung zu einer künstlichen Intelligenz angeboten. Um sie bei Laune zu halten, muss man ihr regelmässig virtuelle Geschenke mit reellem Geld kaufen…

Meine Leserinnen muss ich leider enttäuschen, V-Boy existiert noch nicht. Und die Frage die meine männlichen Leser jetzt unter den Nägeln brennt wird in der FAQ gleich auf der ersten Stelle beantwortet: Nein, Sex liegt nicht drin.

V-Girl ist die Gewinner-Applikation der Ericsson Mobile Application Awards 2004 und wird momentan für den europäischen Markt lokalisiert.

Wenn das die verzweifelt gesuchte Killerapplikation für die nächste Generation von Mobiltelefonen ist, verzichte ich gerne.

Paris Hilton’s geheime Frage

Sicherheitsexperte Bruce Schneier hatte gerade vor kurzem nocheinmal gewarnt: Geheimfragen sind unsicher!

Und nun hat es offenbar gerade Paris Hilton erwischt: Ihr T-Mobile Sidekick, eine Online-Applikation zur Verwaltung von Kontakten, Notizen und Fotos auf dem zugehörigen T-Mobile Handy, ist zwar mit einem Passwort geschützt, aber nach einigen erfolglosen Login-Versuchen stellt auch diese Platform eine Geheimfrage:

Wie heisst dein Lieblingshaustier?

Dumm nur dass Paris Hilton sich vor kurzem mit Britney Spears öffentlich gestritten hat. Und dass damit alle Welt jetzt die Antwort auf diese Frage kennt.

Darum: Unbedingt Bruce Schneiers Ratschlage befolgen:

>> What can one do? My usual technique is to type a completely random answer — I madly slap at my keyboard for a few seconds — and then forget about it. < <

Von einem kryptographischen Standpunkt aus ist das das einzig sinnvolle. Was bringt sonst ein starkes Passwort wenn man Geheimfragen wie Lieblingsfarbe oder Mädchenname der Mutter einfachst mit einer Wörterbuchattacke zu Fall bringt?

Interview mit Openlaw.ch im Bund

Im Rahmen der gerade stattfindenden LOTS haben Mike J. Widmer und Christian Laux von Openlaw.ch ein Interview im Bund gegeben. (Leider wird der Link bereits morgen nicht mehr funktionieren.)

Eine interessante Kernaussage möchte ich hier zitieren: Die Grundlage [der GPL-Lizenz] ist schliesslich das Urheberrecht und dieses ist national. Mit einer Lizenz für freie Software macht der Urheber nichts anderes, als dass er den gesetzlichen Schutz, den ihm das Recht gewährt, einfach eine Stufe herunternimmt und so Dritten die freie Bearbeitung und Verbreitung der Software gestattet. In welcher Sprache der Urheber das tut, ist rechtlich ohne Bedeutung. Deshalb ist die GPL auch in der Schweiz problemlos einsetzbar.

SHA-1 ist tot (Unbestätigt)

Laut Sicherheitsexperte Bruce Schneier zirkuliert im Moment ein Paper von drei Chinesischen Forschern der Shandong University das eine Attacke auf SHA-1 erlaubt.

Details sind noch unbekannt und das Paper scheint auch noch niemand gesehen zu haben. Aber es sieht fast so aus als ob eine weitere Hash-Funktion nach MD5 den kryptographischen Tod ereilt.

Neal Stephenson und die Vernunft (Interview mit Mike Godwin)

In der neuesten Ausgabe von Reason (Keine Ahnung was das für eine Publikation ist), befindet sich ein längeres Interview von Mike Godwin mit Neal Stephenson: Past, Present, and Future: The author of the widely praised Baroque Cycle on science, markets, and post-9/11 America (Natürlich.).

Das Gespräch ist dennoch interessant.

Der iPod shuffle ist da. Es ist das Ende einer Ära.

Die ersten Paletten voller iPod shuffles erreichen die Schweiz und darunter war auch meiner, ein 512gb-Modell namens Aiôn.

Zwei Gedanken und eine Schlussfolgerung sind mir dabei gekommen:

  • Das Gerät ist klein, leicht und auf das Notwendigste beschränkt. Damit ist es nicht nur ein ausgezeichneter MP3-Player für Pendler, sondern auch gleich einen Ersatz für USB-Memorysticks. Ich bin überzeugt dass sich dieses Gadget mit Hilfe des Apple-Realitäts-Verzerrungs-Feld diesen Sommer tausendfach verkaufen wird.
  • Und mit dieser Tatsache konfrontiert müssen wir, die bisherige iPod-Elite, die sich bisher stolz auf der Strasse zunickte, sobald man die weissen Ohrhörer erblickte, uns auf unser Ende gefasst machen. Das Proletariat ist da, die Exklusivität ist weg. Schon gestern habe ich auf dem Weg von der Lausanner Innenstadt bis zu meiner Wohnung nicht weniger als 4 Personen der verschiedensten Altersklassen beim iPod-hören ertappt.

Fazit: Obwohl ich gerne über die bloggenden Alles-Besser-Wissenden Experten mit ihren haarsträubenden Vorhersagen lächle, möchte ich mich doch kurz unter sie begeben: Der Erfolg des iPod shuffles wird Apple umbringen. Der elitäre, hippe, coole Touch ist verflogen, die Mode-Elite wird sich ein neues Spielzeug suchen müssen.

Ich hoffe schon fast dass Apple nie denselben Erfolg mit Mac OS X-Switchern haben wird. Nicht wegen Sicherheitsbedenken, sondern weil mir mein Platz in dieser Elite gefällt.