Technisch faszinierender Kitsch

Noch bis zum 26. November wird täglich um 1900 und 2030 das Bundeshaus für 15 Minuten von einer Gruppe lichtstarker Projektoren als Projektionsfläche benutzt. Jeden Abend finden sich Tausende von Zuschauern ein, um diesem Spektakel zu zu sehen.

Gestern war ich auch mit dabei und war absolut fasziniert von der technisch einwandfreien Implementierung dieser Idee: Das Bild war toll, der Sound klar und die Effekte überzeugend. Keine einfache Aufgabe, bei einer so unebenen Leinwand.

Aber zum Inhalt habe ich gemischte Gefühle: Auf der einen Seite ist die Installation sehr verspielt und integriert beispielsweise zahlreiche Elemente des Gebäudes. Auf der anderen Seite sind einzelne Sequenzen derartig kitschig, dass… Mir fehlt die Allegorie dazu.

Wenigstens hat sich die französische Autorengruppe nicht auf Klischees wie Matterhorn, Schoggi und Geld gestützt. So kann ich den Besuch durchaus empfehlen. Auch wenn man sich gelegentlich mehr an der Technik erfreuen muss, als an den Bildern.

LED-Ballon-Ring-Dings

Wie versprochen hier ein Beschrieb unserer Abschlussinstallation des diesjährigen Jugendausbildungslager Bergwärts zum Thema Shinewelt. Wolfi und ich liessen unserer Fantasie freien Lauf und aus unseren wirren Skizzen entstand tatsächlich folgendes Ballon-Ring-Dings. Leider existieren keine Nacht-Fotos welche dem Projekt gerecht werden, du musst nun auch deine Fantasie bemühen.

20081130_schematics20081011_balloons_by_night

Aus federleichtem Balsaholz und einer Menge Gaffaklebeband fertigten wir einen Ring mit knapp 10m Durchmesser an. Daran begannen wir heliumgefüllte Ballone zu binden währenddem die Jugendlichen LED-Throwies bastelten: Eine Leuchtdiode mit einer Flachbatterie zwischen den Beinen und mit Klebeband umwickelt ergibt eine kleine leichte Lichtquelle. Davon haben wir ca. 60 Stück gebastelt und mit weiteren Ballonen am Ring befestigt, welchen wir dann kontrolliert mit Schnüren auf einigen Metern Höhe über unseren Köpfen schweben und scheinen liessen.

Der Umwelt zuliebe wollten wir nicht dass der Ring davon fliegt, leider erwies er sich nicht als solide genug zerbrach im leichten Wind an mehreren Stellen in Kreissegmente. Zwei dieser Segmente flogen schon bald das Tal hinunter und dürfte doch den einen oder anderen Mattertaler Bewohner verwirrt haben. Am nächsten Tag bot sich dann folgendes Bild:

20081011_balloons

Die Ballone trotzten der bitterkalten Nacht und flogen noch immer.

Ein paar technische Einzelheiten: Den ersten Plan, nämlich die LEDs in den Ballone zu platzieren und diese erst dann aufzublasen, verworfen wir. Zu eng war der Lichtkegel der LEDs, zu schwach der Effekt besonders in den dunkleren Ballonen.

Ballone haben zwar nur einen Auftrieb von knapp 20g, aber mit 7g schweren Balsahölzern und 3g schweren LED Throwies war es kein Problem die Konstruktion zum schweben zu bringen.
Als Lichtquellen verwendeten wir kleine weisse superheller LEDs von Longlight, 40 Rappen das Stück.
Die Batterien (Lithium CR 2025) konnte ich vor einiger Zeit günstig in grösseren Mengen bei Batterien Online beziehen.
Helium & Ballone gibt’s einfach in einer Carbagas-Filiale. Das dazugehörige Ventil haben wir schlussendlich nicht benutzt, es war schneller die Ballone direkt ab Flasche aufzublasen.

Unboxing-Experience: Windows Vista vs. Mac OS X

Wenn im Haushalt ein neuer Laptop angeschafft wird ohne mich zuerst zu konsultieren, hat man halt plötzlich eine Vista-Maschine (Einen HP, aus der Migros) am Hals. Und ich muss dann wieder ran um die Kanten auszubügeln.

Bei meinem MacBook ging da Auspacken und In-Betrieb-Nehmen ungefähr so: Auspacken, anschliessen, einschalten. Ein kurzer Registrierungsdialog und schon lief das Teil. Einfach, unkompliziert und schnell.

Der HP vermittelt hingegen typischen Windowsflair: Auspacken, 5 verschiedene Aufkleber entfernen, anschliessen, einschalten, die Weihnachtsbaumähnliche Beleuchtung des Gerätes begutachten. Und danach über eine Stunde warten währenddessen sich Windows installiert, eine Sicherungskopie anlegt und danach konfiguriert. Kurz darauf reklamiert der Virenschutz veraltete Dateien. Zusätzlich warteten 41 Windows-Updates auf die Installation. Und danach wird man von einer Unzahl Icons auf dem Arbeitstisch konfrontiert (Links auf ebay.ch, zu Tele 2 oder zur Skype-Installationsdatei).

Kein Wunder sind wir Mac-User die glücklicheren Menschen.