Déjà Vu: Zwei Höhenflüge in Plaffeien und im Fieschertal

Die anstehenden Chorkonzerte, schlechtes Wetter in der Vergangenheit und ein entspanntes Pfingstweekend im Engadin verhindern leider im Moment das Abheben vom Boden.

Und so bleibt mir und meinen 113 Lesern nichts anderes übrig als sich in der Erinnerungen an längst vergangene Flüge zu wonnen. Also Google Earth installieren und los gehts:

Fiesch, 18. April 2007 (Blogbeitrag)
Plaffeien, 15. April 2007 (Blogbeitrag)

Evt. muss man auf die Links rechtsklicken und Speichern unter… wählen.

Die Flugdaten stammen aus dem ausgeliehenen Flytec 5020, im 1-Sekunden-Interval aufgezeichnet und mit einem Haufen grauenhafter Software ausgelesen & konvertiert.

Und jetzt wieder zurück zum Theorie büfflen, nächste Woche habe ich Prüfung und muss jetzt alle meine verdrängten Geographieunterrichtstunden zum Thema Klimatologie wieder hervorkramen.

1:30:16 (Mein erster Grand Prix Bern…)

Angekommen nach 1:30:16. Dass ich mein persönliches Ziel um 16 Sekunden verfehlt habe ist mir ziemlich egal, dabei zu sein war alles. Und da mein Bruder krankheitshalber nicht teilnehmen konnte ersparte mir eine moralische Niederlage was fast so gut wie ein moralischer Sieg ist.

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Vor zwei Monaten begann ich für den GP zu trainieren und bin jetzt müde aber glücklich über meine Leistung. Noch in der Nacht auf Samstag war ich so nervös dass ich kaum schlafen konnte. Aufgedreht nahm ich an dem ganzen Rummel teil: Einlaufen mit tausenden anderen Läufern, ein Stretching mit hunderten von Teilnehmern und ganz einfach der Umstand dass sich dort über 20’000 Leute zum gemeinsamen Sport versammelten.

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Da war ich direkt froh dass mein Arbeitsgeber für die Firmentrophy sich die Champions Lounge im Stade De Suisse reserviert und ich dort kurz vor dem Rennen noch ein paar ruhige Minuten verbringen konnte.

Und dann ging’s los: Im 16:24 im Startblock 16, gemütlich in der Masse mitjoggen, plaudern mit Sarah, den Aargauerstalden hinab und vor dort aus durch die Altstadt, ins Marzili, die erste Steigung vom Dälholzli hinauf in den Wald hinein, im Kirchenfeldquartier rumkurven, dort die Aussicht geniessen (Spektakulär: Man sieht hinunter auf die Monbijoubrücke, ca. 2000 Läuferinnen und Läufer darauf am joggen…) und dann den langen Weg zurück über den Bundesplatzteppich, die Altstadt wieder hinab und den Aargauerstalden wieder hinauf. Ich schaffte es durchzujoggen und musste nicht laufen und hielt auch den langen Schlusslauf zurück zu den Bea-Hallen durch. Und dann das Hochgefühl nach der letzten Kurve auf das Ziel einzuschwenken und die Endlinie kurz vor mir zu sehen. Und die letzten Meter flog ich nur noch so dahin, ich freue mich schon auf das Video vom Zieleinlauf das ich hier in einigen Tagen publizieren werde.

In der Zwischenzeit hier mal die Auswertung meines Nike+-Sportkits:

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In der vergrösserten Ansicht sieht man die Geschwindigkeit in Funktion der Zeit, die Höhe der Kurve hat nichts mit der Höhe der Strecke zu tun sondern zeigt nur wie schnell ich zu diesem Zeitpunkt gerannt bin. Ideal wäre eine einigermassen gerade Linie. Die Unterschiede in Zeit & Strecke kommen von der Messungenauigkeit her: Ich hatte vergessen das Ding abzustellen als ich bereits im Zielraum war und der Sensor ist nicht 100% exakt.

Alles in allem ein gelungener Anlass und auch ein persönlicher Erfolg für mich. Egal wenn Ale, Jean, Natalie und Habi alle schneller waren (Sarah habe ich ein paar Minuten hinter mir gelassen), nächstes Jahr ist wieder ein neuer GP und eine neue Herausforderung. (Merkt euch das, Roland, Matthias, Isa…)

Und an dieser Stelle möchte ich noch schnell auf die Fotos von Lord Lance verweisen. Wow.

Mit High-Tech an den Grand Prix Bern

Morgen ist es soweit, der 26. Grand Prix von Bern findet statt und ich nehme zum ersten Mal auch daran Teil. Ich freue mich bereits extrem denn nach jahrelanger sportlichen Lethargie habe ich mich endlich aufgemacht und werde mit 16’000 weiteren Personen die 16 Kilometer quer durch Bern sekkeln. Das selbstgesteckte Ziel einer Laufzeit von unter 1h 30min werde ich wohl erreichen, das Wettrennen mit meinem Bruder fällt aufgrund seiner Grippe leider aus.

Imposant sind die technischen Features des Laufes: Am Start wird man mit RFID-Chip exakt und individuell getimt, unterwegs sorgen Foto- und Videokameras für Kontrolle und Souvenirs und am Schluss wartet bereits die SMS mit der Einlaufzeit. Ah ja, die Strecke gibt’s natürlich als Google Earth-Link auf der Webseite vom GP.

Ich habe sogar ein Spielzeug mehr dabei: Das Nike+ Sport Kit für den Apple iPod misst dank einem Beschleunigungssensor am Fuss meine eigene Geschwindigkeit und bereitet sie am Schluss wunderschön grafisch auf. Das kleine und billige Sensorpaket (40.- SFr.) ist vollgepackt mit Features, unterwegs wird der zwingend notwendige iPod Nano sogar zur Ansage der Laufdaten (Zeit, Strecke, Geschwindigkeit und verbrannte Kalorien) benutzt. Damit machte das Training extrem viel mehr Spass, jede Leistung wird dokumentiert. Ich werde am Sonntag hier meine GP-Leistung publizieren, im Moment kann ich nur auf Rouges Beispiel verweisen.

Wearable Computing ist hier. Und ich werde es morgen mit der Startnummer #16570 mit mir rumtragen. Mal sehen wie weit ich komme…

Meinungsumfragen ansteller technischer Expertise?

Die NZZ berichtet heute über die Pläne des VBS zur Einführung eines elektronischen Dienstbüchleins für die Angehörigen der Armee.

Und wie geht das VBS diese eher technische Frage an? Mit der Konsultation von Fachleuten? Mit Offerten? Mit dem Einholen von Vorschlägen von Firmen auf dem Gebiet der Dokumentenverwaltung?

Nein, sie machen eine Meinungsumfrage.

Das ist gelebte Milizarmee! Ich glaube zwar kaum dass aus der Umfrage, abgewickelt über ein externes Unternehmen, produktive Resultate entstehen, aber hauptsache wir haben darüber geredet. Und wetten dass später kaum Geld für Usabilitytests mit den Benutzern übrig bleibt und darum das Projekt unter Druck gerät.

Konzerthinweis: Geistliches Chorkonzert a cappella

Einmal mehr einen kulturellen Hinweis in eigener Sache (D.h. ich singe mit):

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Der CHOR führt anfangs Juli überwiegend osteuropäische geistliche Chorwerke a cappella auf. Mit rund 60 Personen werden wir Kirchen in Herzogenbuchsee, Bern und Zürich zum Klingen bringen. Es würde mich freuen auch meine 103 Leser im Publikum zu begrüssen. (Hinterlasse einen Kommentar und ich setze dich auf die Gästeliste.)

Freitag, 1. Juni 2007, 20:30, Bern, Dreifaltigkeitskirche
Sonntag, 3. Juni 2007, 17:00, Zürich, Kreuzkirche
Freitag, 8. Juni 2007, 20:30, Herzogenbuchsee, Reformierte Kirche
Samstag, 9. Juni 2007, 20:30, Bern, Dreifaltigkeitskirche

Auf dem Boden der Realität (Keine Höhenflüge)

Das muss es auch mal geben: Am vergangenen Sonntag begrüsste uns Fluglehrer Jürg mit schlechter Laune. „Letztes Wochenende war schönes Wetter und kein Mensch kommt fliegen, aber heute ziehen Wolken auf und alle wollen mit.“ Er kündigte uns schon bei der Abfahrt in Bern an dass es durchaus möglich ist dass wir heute auf dem Boden bleiben.

Eine Stunde später waren wir im Jura in Corgemont und mussten der bitteren Realität ins Auge sehen: Böenhafte Winde von bis zu 20 km/h schon auf dem Landeplatz würden die Landung massiv erschweren, von den Windverhältnissen am Startplatz wagten wir schon gar nicht zu sprechen.

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Verhalten optimistisch vertröstete uns Jürg auf später und wir übten für die nächsten zwei, drei Stunden uns am Boden im Groundhandling, d.h. zum Beispiel mit rückwärts aufziehen. Diese Technik erlaubt es gerade bei derartigen Winden etwas sicherer zu starten. Etwas knifflig da man übers Kreuz steuern muss, anders als gewohnt. Und zusätzlich ist es ziemlich anstrengend den Schirm dauernd auszulegen, aufzuziehen, zu knorzen und wenn’s hoch kommt ein paar Meter hinterherzurennen, nur um ihn danach wieder auseinanderfalten zu müssen. Wenigstens bekam ich so einen Haufen Übung im Leinen sortieren.

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Gegen 1600 Nachmittags beruhigte sich die Luft etwas und wir packten unsere Aufrüstung und fuhren zum Startplatz hinauf, in der Hoffnung dennoch einen kleinen Flug machen zu können. Allerdings hatten wir nicht mit derartigem Aufwind gerechnet, oben blies der Wind mit 20 bis 25 km/h den Hang hinauf. Das war an der oberen Grenze und schrie nach einem sauberen Rückwärtsstart, welcher zu diesem Zeitpunkt kaum jemand von uns beherschte. Ausser dem brevetierten Res wagte sich niemand dort einen Startversuch zu wagen.

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Zu fünft mussten wir seinen Schirm festhalten damit es ihn noch vom Feld blies. Nach kurzer Bedenkfrist machte Res dann den Schritt nach vorne und stieg praktisch senkrecht in den Himmel. Vorwärts kam er nur mit Hilfe des Beschleunigers, aber steigen war definitv kein Problem.

Wir verharrten noch etwas am Startplatz bevor wir endgültig den Tag als hoffnungslos aufgaben und wieder hinunter fuhren. Res wartete unten bereits und berichtete dass es tatsächlich sehr ruppig in der Luft zu und her ging. Da dabei die Gefahr von Seitenklappern sich massiv erhöht, war die Entscheidung für uns eher unerfahrenen Piloten am Boden zu bleiben wohl die richtige.

Schade, ich hatte mich gefreut nach drei Wochen mal wieder in die Luft gehen zu können, besonders weil die kommenden Wochenenden von anderen Sports & Konzerten bereits ausgefüllt sein werden. Mal sehen wann ich das nächste Mal mein Material auspacken kann.

Minarette sind keine Moscheen

Ich bin etwas irritiert: Die SVP lancierte soeben eine Volksinitative mit dem einfachen Text: Der Bau von Minaretten ist verboten.

Ist unseren lieben Rechten entgangen dass Minarette keine Moscheen sind? Haben sie diese zwei Begriffe verwechselt? Ihre Politik der Ausgrenzung und Paranoia müsste doch eigentlich ein komplettes Verbot aller Nicht-Christlichen Institutionen fordern.

(Sorry, wenn diese ganze Angelegenheit nicht so peinlich und traurig wäre, würde dieser Artikel sicher wesentlich witziger sein…)