Rätselparcours #8: K-Pop Demon Hunters / Detektivin

Start von Rätselparcours #8

K3 wurde 9 Jahre alt und in ihrem Geburtstags-Rätselparcours konnte ich so ziemlich alle Themen verarbeiten welche sie im Moment interessiert: Der Film K-Pop Demon Hunters, Detektivarbeit, Orientierungslauf, Klettern & Rätseln.

K3 erreichte zum Morgenessen einen Hilferuf in Briefform: Der Tiger Derpy der K-Pop Demon Hunters wurde entführt! Nur sie kann helfen! Sie muss ihre Detektivausrüstung einpacken (Notizbuch, Lupe, Feldstecher, Kompass) und sich unverzüglich auf die Suche machen.

Schritt 1: Bild der Überwachungskamera

Überwachungskamer Einstellhalle

Der einzige Hinweis im Brief ist ein Bild einer „Überwachungskamera“ aus unserer Einstellhalle. Links fährt gerade der Anhänger mit dem Tiger davon. In der Mitte am unteren Bildrand scheint der Entführer aber ein Couvert liegen gelassen zu haben. Es ist an der Zeit den Tatort zu untersuchen!

Das Bild ist eine normale Handyaufnahme aus erhöhter Perspektive. Im Bildbearbeitungsprogram Acorn habe ich es in Graustufen konvertiert und den Text oben hinzugefügt. Auf weitere dekorative Element, welche unnötig ablenken könnten, habe ich verzichtet. Den Tiger und das Couvert habe ich mit etwas Transparenz abgeschwächt und farbig eingefügt. Das ganze Bild auf ein A4 grosses Fotopapier gedruckt traf den Überwachungskameralook ziemlich gut.

Schritt 2: Karte

Karte

Im Couvert befand sich eine Karte des Quartiers, auf welcher vier verdächtige Orte mit Piktogrammen markiert sind, sowie ein kurzes Stück blaues Papierband.

Auf der Suche

Die Idee dahinter: K3 soll an all diesen Orten in beliebiger Reihenfolge nach Hinweisen suchen. Zusammengestellt ergeben sie den Aufenthaltsort von Derpy. Das blaue Papierband ist eine subtile Hilfestellung wonach sie zu suchen hat.

Die Karte habe ich auf einer der vielen OpenStreetMap-Seiten erstellt, welche es erlauben die Labels auszublenden (Weiss leider nicht mehr genau welche). Den Screenshot davon habe ich in Apple Pages bearbeitet: Die Kompassrose und die Orte hinzugefügt und das Resultat einfach ausgedruckt.

Ort 1: ✉️

Papiercontainer

Die Karte vermittelt nur eine ungefähre Position, K3 musste im Umfeld von mehreren Metern die Gegend nach Hinweisen untersuchen. Hier fiel ihr nach einigem Herumirren das blaue Papierband auf, welches aus einem der Entsorgungscontainer hervorguckt.

Lupe aus Puzzleteilen

Tatsächlich fand sich am Band befestigt ein Couvert mit Puzzleteilen. Zusammengesetzt ergaben sie eine Lupe auf welcher mit winziger Schrift der erste Hinweis steht. Mit einer echten Lupe konnten sie folgende Entziffern: A_________ KELLER.

Natürlich war das Zusammensetzen des Puzzles nicht notwendig, der Hinweis war auf allen Teilen vorhanden. Und lustigerweise benötigen Kinderaugen nicht mal eine Lupe um den Text zu entziffern…

Lupen-Hinweis-Papier

Erstellt habe ich das Puzzle indem ich den Text hundertfach multipliziert und so klein wie möglich (Schriftgrösse: 2pt) gedruckt habe. Die Lupe ist von Hand aufgezeichnet und das Papier danach in 10 Teile zerschnitten. Mehr Teile macht das Puzzle wesentlich schwieriger.

Ort 2: ⚯

Kompassrose

Am zweiten Ort, im 3. Stock auf der Terrasse des Gebäudes klebte an einer spezifischen Stelle auf dem Boden der nächste Hinweis: Eine Kompassrose mit prominentem Pfeil Richtung Südwesten mit aufgedrucktem Symbol für den Feldstecher.

Ausblick mit Feldstecher

Mit Hilfe von Kompass und Feldstecher entdeckte K3 am gegenüberliegenden Gebäude einen Zettel mit einer Buchstabenkombination.

Blick durch den Feldstecher

Der Blick durch den Feldstecher (Mit kinderfreundlichem Magic Button) erlaubte es, den Zettel zu entziffern. Hier ist links noch der Testzettel im Bild mit welchem ich die richtige Schriftgrösse gesucht habe.

Ort 3: 🗼

Aussichtsturm

Das Turmsymbol mit dem Zusatztext 8x auf der Karte verwies auf einen Aussichtsturm auf unserem Gelände. Einmal oben war K3 etwas ratlos, fand dann doch etwas Verdächtiges:

Glacéstängel versteckt im Turm

In den Ritzen und zwischen den Holzteilen des ganzen Turms versteckten sich acht Glacéstängel. Also rauf & runter gekraxelt bis alle gesammelt sind.

Zusammengesetzte Glacéstängel

Die blaue Linie hilft beim korrekten Zusammenstellen. Ein weiterer Hinweis ist gefunden.

Die Glacéstängel gibt es in jeder Glacé oder alternativ auch im Hunderter-Pack im Bastelgeschäft. Eine oder mehrere Hilfslinien machen das Puzzle einfacher. Wichtig auch der Hinweis auf die acht Teile auf der Karte; damit ist klar wie viele Teile gefunden werden müssen.

Ort 4: 🪏

Sandkasten

Der letzte Ort auf der Karte war der Sandkasten. Eine der Schaufeln war mit blauem Band markiert und steckte in einer frisch umgegrabenen Stelle.

Ausgrabung

Einige Centimeter unter der Oberfläche vergraben fand sich ein in Zeitungspaket eingewickeltes verdächtiges Päckchen.

Vorsicht beim Vergraben von Gegenständen! Es ist erstaunlich wie schlecht sie wieder zu finden sind wenn man auch nur ein bisschen daneben gräbt!

Fast ging’s schief… Zum Glück konnte ich das Päckchen wieder finden und an K3 weitergeben, die Suche näherte sich ihrem Ziel.

Cryptex

Im Innern des Päckchen befand sich ein Cryptex, verschlossen mit einer fünfstelligen Buchstabenkombination.

Dieser Cryptex ist eine Variante desjenigen, welche ich für den Rätselparcours #3 gedruckt hatte. Handelsübliches PLA in verschiedenen Farben, dieses Mal ohne zusätzliche Malarbeiten.

Schritt 3: Alles kombiniert

Kombinieren der Hinweise

Mit allen zusammengetragenen Hinweisen ging es jetzt darum, das letzte Rätsel zu lösen: Die Befreiung von Derpy.

  • Die Hinweise der Lupe und der Glacéstängel ergaben den Ort: Angelikas Keller
  • Die Buchstabenkombination YPRED (Rückwärts lesen…) aus dem Feldstecher öffnete den Cryptex.
  • Im Cryptex befand sich ein kleiner Schlüssel zu einem Vorhängeschloss.
Vorhängeschloss

Und tatsächlich: Das entsprechende Kellerabteil in unserem Haus war mit einem Schloss verriegelt. Der Schlüssel passte und…

(Besonders aufmerksame DetektivInnen fällt auf, dass das Schloss hier gar nix verriegelt. Ich hatte keine Kette zur Hand und das verwendete Veloschloss hatte nur eine Öse.)

Keller mit mysteriösem Licht

…ein mysteriöses blaues Licht leuchtete aus einer der Kisten im Keller hervor.

Abschluss

Derpy befreit

Endlich ist Derpy befreit und dieser Rätselparcours erfolgreich beendet.

Ausser dem Schreckmoment beim Ausgraben funktionierte alles Bestens und ich bin ausserordentlich zufrieden mit dem Resultat. Ich bin ja gespannt wie lange mein begrenztes Reservoir an Kreativität noch für weitere Rätseljagdten ausreicht.

Rätselparcours #7: Alchemie

Am Rätseln

K2 ist der grösste Fan von meinen Rätselparcours. Es stand deshalb ausser Frage ob ich ihm zu seinem 11. Geburtstag einen organisiere. Es ging los…

Schritt 1: Grundriss

Grundriss mit Karte

In einem Couvert befinden sich der Grundriss unserer Wohnung im A4-Format und zwei Postkarten: Eine alchemistische Symbolkarte (Details dazu später) und ein Ausschnitt aus dem Grundriss mit einer ⬤-Markierung.

Nach etwas Startschwierigkeiten gelang es K2 das Prinzip eines Grundrisses zu verstehen und die markierte Stelle ausfindig zu machen. Es wartete ein neues Couvert…

Schritt 2: Quadrate x4

Vier Postkarten mit vier mal vier Quadraten

Vier Postkarten mit abstrakten Quadraten. Handgezeichnet, ein Teil der Quadrate sind zusätzlich eingefärbt. Jeweils eines der Quadrate ist mit einem ⬤ markiert.

Relativ schnell kam K2 darauf, was das darstellen soll (Lösung, wir haben vier derartige Teile in der Wohnung.)

Mögliche Variante: Kombinieren mit 4×4-Sudokus.

Vierteiliges Symbol

An jeder der markierten Stellen befand sich ein Teil eines alchemistischen Symbols versteckt, sowie zusätzlich eine weitere Postkarte mit einem weiteren Teil des Grundrisses, markiert mit einem ⬟.

Schritt 3: Ausmalbild

An der nächsten markierten Stelle befindet sich ein einfaches Ausmalbild: Malt man alle mit X markierten Flächen aus, ergibt sich ein weiteres alchemistisches Symbol.

Das Ausmalbild habe ich von Hand erstellt: Das Symbol gross gezeichnet, dann zusätzliche Linien eingefügt, am Schluss die Flächen markiert.

Neben dem Ausmalbild befindet sich erneut ein Ausschnitt aus dem Grundriss mit einer ▲-Markierung.

Schritt 4: Wörter suchen

Wörter suchen-Rätsel

An diesem Ort versteckt sich ein Worträtsel: Im Buchstabenfeld oben müssen die aufgelisteten Wörter horizontal und vertikal gefunden und eingekreist werden. Vier der im Feld markierten Buchstaben werden mit eingekreist. In der richtigen Reihenfolge ergeben sie eines der alchemistischen Elemente auf der Symbolkarte.

Das Buchstabenfeld habe ich in Apple Pages zusammengestellt indem ich das #-Zeichen in regelmässigen Abständen auf eine Zeile schrieb, diese Zeile mit genügend Abstand wiederholt kopierte und das Dreieck darüber legte. Danach trug ich die Suchwörter ein. Zum Schluss ersetzte ich alle übrigen #-Zeichen mit zufälligen Buchstaben.

Grundrisskarten

Neben dem Worträtsel befand sich auch noch ein vierter Ausschnitt des Grundrissen mit einer ⬛-Markierung.

Schritt 5: Schrauben und Schrauber

In jedem meiner Rätselparcours gibt es immer ein Rätsel auf dessen Kreativität ich besonders stolz bin. Voilà:

Schraubenrätsel

Am nächsten Ort versteckt finden sich zwei zusammengeschraubte Holzbretter, ein Akkuschrauber und ein Set von Einsätzen („Bits“). Ein Stück Papier glüsselet zwischen den Brettern hervor.

Verwendet sind drei verschiedene Schrauben (Grosse Kreuzschlitz, klein und grosse Torx) zu denen jeweils nur genau ein Bit passt. Jedes Bit ist mit farbigen Klebeband markiert.

Ich habe allerdings vor dem Verstecken dieses Rätsels ein Bit noch entfernt: Die Kreuzschlitzschraube hätte sich mit zwei verschiedenen Bits herausschrauben lassen. Ich wollte nicht, dass das Rätsel so unnötig ambivalent wurde.

K2 hat sofort kapiert dass das Papier raus muss und fand relativ schnell die richtigen Bits. Für den Moment ignorierte er die Farbmarkierungen allerdings noch. Sie würden aber in Kürze wichtig werden.

Schritt 6: Das X markiert den Punkt

Das aus den Holzbrettern befreite Papierstück hat die Form eines stilisierten X’s mit vier Aussparungen in der Form der vier Ortsmarkierungen. Legt man es auf die korrekt arrangierten Grundrisskarten zeigt die fünfte Markierung auf einen weiteren Ort in der Wohnung.

Dort befindet sich unsere Spielzeugtruhe und darin…

Schritt 7: Alchemiewürfel

Alchemiewürfel in Spielzeugtruhe

Eine Puzzlebox, dekoriert mit alchemistischen Symbolen auf vier Seiten. Die Kreise an der Seite lassen sich drehen. Ist die richtige Kombination eingestellt, lässt sich oben der Deckel herausziehen.

Die Box ist eine leicht modifizierte Variante vom Alchemist’s Cube auf Thingieverse, 3d-gedruckt mit PLA-Filament in verschiedenen Farben und mit etwas Heissleim zusammengehalten.

Detailaufname Alchemiewürfel

Meine Modifikation: Auf der Oberkante habe ich auf jeder Seite jeweils eine der Ortsmarkierungen (⬛, ▲, ⬟, ⬤) angebracht.

Die Alchemiesymbole auf den Kreisen entsprechen jenen der Symbolkarte aus Schritt 1:

Symbolkarte mit alchemistischen Zeichen
Übersetzt aus der englischen Vorlage und einige Begriffe leicht angepasst, so dass sie zu meinen Rätseln passen. Damit sind die Symbole allerdings nicht mehr 100% alchemistisch korrekt. :-)

Um die Box zu öffnen, musste K2 alle Lösungen aus den vorherigen Rätseln kombinieren und auf der jeweiligen Seite einstellen:

Das zusammengesetzte Symbol aus den Quadraten
Die ausgemalte Flächen ergeben das nächste Symbol
Die eingekreisten Buchstaben formen ein Element aus der Liste
Die Kombination der drei Farben der verwendeten Bits entsprechen einem Element der Liste

Ich habe versucht die Ortsmarkierungen in jedem Rätsel wiederholt anzuwenden (Fünfeckiges Ausmalrätsel, dreieckiges Buchstabenfeld etc.) um diese Assoziation so klar wie möglich zu machen. Kleiner Patzer diesbezüglich: Die Farbkombination auf der Symbolkarte hätten quadratisch sein sollen.

K2 hatte die drei ersten Symbole sofort gefunden und eingestellt. Nur das vierte forderte ihn heraus. Zum Glück war K3 etwas aufmerksamer und hatte ihn auf die Farbmarkierungen an den Bits aufmerksam gemacht. Indem er die Schrauben nochmals mit den Bits verglich, fand er die korrekte Farben und dadurch das letzte Alchmiesymbol.

Abschluss

Schoggistängeli mit Nachricht

Im Innern des Würfels befindet sich eine kleine Süssigkeit mit einer darumgewickelten Nachricht. Die Nachricht weist leicht kryptisch („Post aus der Zukunft“) auf den Aufenthaltsort des effektiven Geburtstagsgeschenk für K2 hin, den Briefkasten.

Mögliche Variante: Die Nachricht hätte natürlich noch viel kryptischer sein können, als erneutes Reimerätsel oder Kreuzworträtsel etc. Aber ich wollte an dieser Stelle den Parcours nicht künstlich verlängern.

Geschenk gefunden

Ein weiterer erfolgreicher Abschluss. K2 ist glücklich.

Nur für mich geht die Arbeit weiter, K3’s Geburtstag ist schon bald…

Ich glaub ich fahre zu viel Velo…

Halbtax PLUS: Restguthaben fast 400 Franken, noch 1 Tag gültig

Das Halbtax PLUS-System der SBB ist etwas kompliziert und der Name irreführend: Ein Halbtax ist nicht enthalten und muss separat erworben werden. (Und nein, man kann ein Halbtax nicht mit dem Halbtax PLUS-Guthaben bezahlen.)

Blickt man erst mal durch ist für gelegentliche ÖV-Benutzer das kleinste Paket ein No-Brainer: Man kann (fast1) kein Geld verlieren und potentiell den Bonus einfahren.

Nur ich scheine zu viel Velo zu fahren und nicht genug den lokalen ÖV zu benutzen um mir den Bonus zu holen.

Geheimtipp: Würde man in die Nähe oder in die Bonuszone geraten, kann man vor Ablauf des Guthabens noch Tickets in der Zukunft kaufen und den Bonus so ausreizen.

  1. Mit dem Halbtax PLUS können nur persönliche Tickets gekauft werden, die Libero Mehrfahrtenkarten mit Rabatt gehören nicht dazu. Deshalb habe ich im letzten Jahr durch den Erwerb von Libero-Einzeltickets leicht mehr bezahlt. Im Dezember 2026 wird dieser Rabatt leider abgeschafft. ↩︎

Rätselparcours #6: Teenager / Zeit

K1 wurde 13 und ist jetzt offiziell ein Teenager. Aber er ist noch nicht zu cool für einen kleinen Rätselparcours am frühen Morgen vor der Schule. Informelles Thema ist Zeit.

Schritt 1: Karte

Glückwunschkarte von A und mir
Der 13. Kuchen folgt später

Eine Karte liegt auf dem Zmorgentisch voller Geburtstagsglückwünschen von A und mir, mit den Schlussworten:

Und jetzt schnell auf die Suche! Wann beginnt laut Stundenplan schon wieder die Schule?

Schritt 2: Uhr

Schul-Infowand

An unserer Schulinfowand versteckt sich hinter K3’s Stundenplan eine Papier-Uhr.

Papieruhr

Die Papieruhr besteht aus drei Schichten: Zuunterst ein Zifferblatt, dann eine Zwischenblatt mit zwölf Bildern von Verstecken in der Wohnung, dann ein Deckblatt mit einer ausgeschnittenen Lücke. Daran angeklebt eine Minutenzeiger (Am Zwischenblatt) und ein kürzerer Stundenzeiger (Am Deckblatt.) Alle ausgedruckt auf festem Papier von 120 g/m² und auf Fotopapier, letzteres rutscht etwas besser und die Uhr lässt sich so einfach einstellen. Eine einfache Rundkopfklammer in der Mitte hält alles zusammen.

Zwischenblatt mit Verstecken

Ich habe für das Zwischenblatt zwölf Fotografien in Apple Pages eingefügt, den Hintergrund entfernen lassen und angeordnet. Etwas schöner wäre es noch gewesen, jedes Bild in Richtung Mitte auszurichten, aber das ging unter.

Damit bei der Zielzeit das richtige Bild in der Lücke angezeigt wird habe ich gar nicht gross überlegt und habe einfach die Zeiger erst nachträglich angeklebt.

Ein Problem war trotzdem die Position der Bilder: Platziert man für die Uhrzeit 07:30 den Stundenzeiger auf 7 oder etwas weiter zwischen 7 und 8, so wird bereits das falsche Bild angezeigt. Ein Lösungsansatz: Nur sechs bis acht Bilder platzieren.

Schritt 3: Schlüssel

Schlüssel

Am Zielort, dem Velo, hängt kommentarlos ein Schlüssel unter dem Sattel. Nach etwas überlegen identifiziert K1 diesen als den Schlüssel zu seinem Sekretär.

Schritt 4: Wordle

QR-Code im Sekretär versteckt

In der Schublade liegt eine Karte mit einem QR-Code, welcher auf ein bestimmtes Wordle-Rätsel auf Wordly.org verweist. Auf dieser Seite erhält man nach Eingabe eines gewünschten Lösungswort einen Link auf das dazugehörige Rätsel.

Den QR-Code habe ich abermals mit QR Code AI Art Generator versucht zu verschönern und ausgedruckt.

Das Lösungswort verweist auf…

Schritt 5: Magische Zeitlinie

Magic-Kartenbox in einer Schublade, zu gross um sie zu schliessen

…den Esstisch, in dessen Schublade sich eine Schachtel befindet.

Üblicherweise teste ich alle Schritte des Parcours ausführlich, hier hatte ich es nicht getan und bin prompt in ein Problem gelaufen: Die Schachtel war zu gross für die Schublade. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich den Ablauf aber nicht mehr ändern und konnte mich (erfolgreich) auf die Unaufmerksamkeit meiner Kinder verlassen: Ich liess die Schublade offen.

Die Schachtel ist das 3d-gedruckte Modell Versatile TCG Deck Box, unten schön glänzendes PETG, oben goldenes PLA.

K1s Magickarten

In der Schachtel befinden sich sechs selbstgestaltete Magickarten mit Bildern zu signifikanten Ereignissen in K1s Leben: Geburt, erster Skitag, erster Schultag, letzter Coiffeurbesuch etc. Die Kartentexte sind frei fabuliert und ähneln Magic-Regeln. Z.B. der Meister-Skifahrer:

Nichts kann dich aufhalten. Du bist unblockbar.

Die Karten habe ich im Gegensatz zum letzten Mal einfach mit Magic Card Maker online erstellt, auf Fotopapier ausgedruckt und auf bestehende Magickarten geklebt. Eingesleevet sehen sie perfekt aus.

Zeitlinien-Rätsel

Ein Begleitzettel gibt Hinweise auf den weiteren Verlauf: Als erstes soll K1 die Karten in die chronologisch richtige Reihenfolge bringen. Als zweites das Lösungswort finden: In jedem Kartentitel ist jeweils ein Buchstabe rot eingefärbt. Zusammengesetzt ergibt es den Namen von K1’s Lieblingsfussballerin. Und das war bereits da Lösungswort für den Cryptex aus dem letztjährigen Rätselparcours.

Schritt 6: Roter Hering

Offener Cryptex

Aber dabei handelte es sich nur um eine falsche Fährte. Im Cryptex versteckt findet sich eine Nachricht, welche nochmals auf die exakte Formulierung des Hinweise hinweist: Was steckt dahinter?

Schritt 7: Was steckt dahinter?

Versteck in der Handyhülle

Des Rätsels echte Lösung: K1 hat seine Handyhülle hinten mit einem Sticker seiner Lieblingsfussballerin verziert. In der Hülle hinter dem Handy habe ich den letzten Hinweis versteckt: Eine Karte auf Fotopapier gedruckt und zugeschnitten, mit dem absolut ersten Bild von K1 als Frischgeborener. Darauf die Frage: Wann wurdest du schon wieder genau geboren?

Abschluss: Uhr – Reprise

Geschenk versteckt in der Küche

Seine Geburtszeit wusste K1 zufälligerweise, stellt sie erneut in der Papier-Uhr aus Schritt 2 ein und fand am neuen Zielort sein Geschenk.

Ein weiterer Erfolg!

Persönliche Mobilitätsstatistik September 2025

Die Challenge Cyclomania ruft jährlich zur Erfassung der eigenen Mobilität auf, mit Fokus auf Velo- und Fussverkehr. Mit einem Punkte- und Preissystem wird die Datenerfassung gamifiziert. Die getrackten Strecken fliessen anschliessend (hoffentlich) in die Verkehrsplanung der beteiligten Gemeinden ein.

Für ein solches Projekt werfe ich gerne meine Datenschutzbedenken über den Haufen und lasse mich einen Monat lang orten. Das Resultat:

Cyclomania Mobilitätsstatistik September 2025

Zur Erläuterung: Drei normale Arbeitswochen machen bei mir 120 km Velofahrt aus. Dazu kommt eine Ferienwoche mit etwas Wandern im Jura, in welche wir mit dem Auto gefahren sind (Nicht ganz 100% getrackt). Und dann noch ein Konzertbesuch mit dem Zug in Milano, welchen ich nur bis zur Grenze erfasst habe.

Keine statistische Überraschung für mich.

(Vergleiche auch den Beitrag: Meine persönliche Mobilitätsstatistik 2022-2023)

Rätselparcours #5: Sport

K2 wurde 8 und wünschte sich einen Rätselparcours zum Thema Sport. Leider hatte die Hitzewelle in den vorangegangene Wochen meine intellektuelle Kapazität dahinschmelzen lassen. So beschränkte ich mich auf eine eher kurze Variante.

Schritt 1: Gedicht

Postkarte von Büro Destruct: Eisbären
Klimatologisch „passende“ Postkarte vom Büro Destruct.

Mein mittlerweile klassischer Parcourseinstieg: Ein selbgedichtetes Gedicht auf einer Postkarte.

Liebe K3, jetzt bist du schon 8!
Du hast es schon weit gebracht,
Dich viel bewegt und gelacht.
Was aber hast du noch wenig gemacht?

  • Fussball spielen
  • Klettern im Baum
  • Box-Sack boxen

Schritt 2: Linienrätsel

Boxsack mit versteckten Couvert
Findest du das versteckte Couvert?

Im Keller hängt ein Boxsack an welchem K3 bisher kaum Interesse gezeigt hat. Daran klebt mit schwarzem Klebeband überklebt ein Couvert mit dem nächsten Rätsel:

Fussball-Linienrätsel

Wie bereits erwähnt hat die Hitze meine Kreativität beeinträchtigt. Als direkte Konsequenz habe ich an dieser Stelle ein Rätsel 1:1 aus einem Rätselbuch meiner Kinder kopiert, im Bildeditor Acorn eine Fotomontage daraus gemacht und ausgedruckt. Von Hand habe ich jeden der Fussbälle mit einem potentiellen Ziel ergänzt (Dusche, Bett, Schrank etc.).

Die korrekte Linie führte zum…

Schritt 3: Welcher Buchstabe passt nicht?

Couvert versteckt im Töggelitisch
Goal!

… versteckten Couvert im Goal des Töggelitisch draussen.

Für dieses Rätsel habe ich auf Wikimedia Commons frei verfügbare Bilder gesucht, heruntergeladen und in MacOS Vorschau-App mit der Funktion Hintergrund entfernen freigestellt. Die Seite gestaltete ich in Apple Pages und druckte sie aus.

Die Bilder nehmen teilweise Bezug auf unser privates Umfeld. Eigentlich wäre es ein Einfaches gewesen, hier das gewünschte Sport-Thema stärker einzubauen, aber eben, es war zu heiss.

Die falschen Buchstaben zusammengesammelt ergaben das nächste Lösungswort.

Schritt 4: Verstecktes Ticket

3d-gedruckter Fussball in der Murmelbahn

In der Märmelibahn lag ein auffälliger Fussball. Mit etwas Geschick liess sich der Fussball öffnen und darin lag noch eine kleinere Version des Fussballs. Und in diesem dann ein Billet mit dem Hinweis wo es mit der Suche weitergeht.

Ticket im Fussbal versteckt

Die Fussbälle sind 3d-gedruckt mit weissem PLA mit Hilfe eines existierenden Modells. Die schwarzen Felder sind von Hand mit Modellbaufarbe aufgemalt. Das Ticket habe ich irgendwo aus dem Internet übernommen und mit Apple Pages angepasst, schlussendlich auf dickem Papier ausgedruckt und ausgeschnitten.

Kleiner Patzer meinerseits: Meine 8-jährige Tochter konnte das viereckige Ding nicht als Billet identifizieren. Sie ist wohl zu jung: Die letzten Kartonbillets wurden bei der SBB 1986 gedruckt.

Schritt 5: Gondelbahn

Gondelbahn aus Lego

Auf dem Balkon hing aufgehängt an einer langen Schnur, ganz unten im Garten, eine Gondel. Ein auffälliger Griff aus Lego lud K3 ein die Kabine hoch zum Balkon zu ziehen. In der Gondel befanden sich neben ein paar Passagieren ein kleiner Zettel…

Beim Bau der Gondel hat mich übrigens K2 tatkräftig unterstützt. Und K1 half beim Spannen der Schnur.

Schritt 6: Emoji-Rätsel

Auf dem Zettel gedruckt war eine Reihe von Emojis:

🌳 🦔 🎈💡 🦔 👂 🎺 🏠 🫏 🐮

Sie fand schnell heraus dass die Anfangsbuchstaben der abgebildeten Gegenstände ein Wort ergeben.

Abschluss

K3's Bibliothek
Geschenk hier nicht abgebildet

In K3’s Zimmer steht eine Kinderbibliothek, in der ich ihr Geschenk versteckt hatte. Sie war happy mit Parcours und Geschenk.

Ich persönlich fand, dass ich einfach das Thema besser einbauen hätte können. Vielleicht ein andermal. K3 hatte es nicht gestört.

Rätselparcours #4: Magic

K2 ist wieder dran: Zu seinem 10. Geburtstag wünschte er sich einen Rätselparcours zum Thema Magic: The Gathering. Das Sammelkartenspiel aus meiner Jugend steht bei meinen Kindern 20 Jahre später auch hoch im Kurs.

Nach dem letzten aufwändigen Parcours habe ich meine begrenzten Reserven an Kreativität geschont und versucht, den Aufwand klein zu behalten. Die Vorbereitungen nahmen trotzdem erstaunlich viel Zeit in Anspruch.

Schritt 1: Reimrätsel

Rätselreim auf einem Post-it unter der Serviette versteckt

Beim Zmörgelen fand K2 unter seiner Serviette ein Post-it-Zettel mit einem Reimrätsel:

K2, du wirst heute 10 Jahre alt!
Die magische Reise führt dich durch heiss und kalt.
Es beginnt in einem hellen Land,
Mit vielen Kamelen und heissem ????

(Auch dieses Mal hatte ich das Dichten ohne KI-Unterstützung geschafft.)

Schritt 2: Tierschatten

Wüstensand mit Plastikteil

Das Lösungswort war Wüstensand.

Auf meinem Bürotisch steht ein Glas voller Saharasand. Darin platziert ein mysteriöses Plastikteil und darunter ein Blatt Papier mit dem nächsten Rätsel.

Ich habe in Apple Pages eine Seite gestaltet mit aus dem Internet zusammengesuchten Bildern von Tierschatten und Ausschnitten von Tieren. Sechs Ausschnitte passen jeweils zu einem der sieben Schatten in der Mitte. Einer bleibt übrig. Ein kleiner Hinweis unten rechts auf der Seite weist auf die Lösung hin.

Tipp: Da die Google Bildersuche seit geraumer Zeit den direkten Download von Bildern nicht mehr zulässt, lieber die Bildersuche von DuckDuckGo oder Kagi benutzen.

Schritt 3: Magic-Karte

In der Bauchtasche des Plüschdinosauriers von K2 befand sich neben einem weiteren Plastikteil der nächste Hinweis:

Magic-Karte: K1 der Planeswalker

Eine selbergebastelte Magic-Karte mit Instruktionen zum Finden des nächsten Posten. Nicht besonders schwierig, ausser man verwechselt links und rechts.

Für die Gestaltung musste ich mangels Talent abermals KI zur Hilfe nehmen: Dieses mal war es Apples Image Playground. Leere Kartenvorlagen finden sich im Internet in verschiedensten Varianten. Zusammengesetzt habe ich es im Bildeditor Acorn (Diesen habe ich mir gekauft, da ich mit der Open Source-Applikation Gimp überhaupt nicht zu Schlage komme. Adobe Photoshop anderseits ist viel zu teuer.)

Das Bild habe ich ausgedruckt, ausgeschnitten und auf eine bestehende Magic-Karte geklebt.

Schritt 4: Feuerballwerfen

50 Treppenstufen tiefer, im Keller, wartete der Feuerball zum Werfen: Ein Gummiball mit Schweif.

Und fünf Ziele zum Treffen:

Ziele fürs Feuerballwerfen

Die Ziele bestanden aus leeren PET-Flaschen mit aufgeklebten Monstern. Diese waren Magic-Motive, gross gedruckt auf normales Papier, ausgeschnitten und mit Klebeband befestigt.

In einer der Flaschen befand sich ein weiteres mysteriöses Plastikteil. Am Boden der anderen Flaschen klebte jeweils ein Stück Malerband angeschrieben mit einzelnen Buchstaben.: S, U, GL & OB. Richtig kombiniert ergibt das der nächste Hinweis.

Mit dem Ball als Feuerzauber musste K2 die Flaschen umwerfen und das Lösungswort finden. Das funktionierte gut, bis auf eine Kleinigkeit: Die Magic-Karte oben sprach nur von einem Feuerball. K1 traf zufälligerweise beim ersten Wurf die Flasche mit dem Plastikteil und wusste danach nicht mehr weiter. Präziser hätte die Karte von fünf Feuerbällen gesprochen.

Schritt 5: Zebrarätsel

Globus mit Couvert
Das Couvert war auf der abgewandten Seite. Der Globus, wie eine Schildkröte, bewegt sich.

Am Globus im Kinderzimmer klebte ein Couvert mit dem nächsten Plastikteil und zwei Seiten Papier:

Ich habe ein sogenanntes Zebrarätsel von einem der zahlreichen Zebrarätsel-Generatoren genommen, übersetzt und die Begriffe 1:1 ersetzt. In Apple Pages habe ich es auf zwei Seiten verteilt neu gestaltet.

Das Begriffe-Ersetzen erfordert Konzentration. Und muss danach unbedingt getestet werden. Zum Glück hatte ich für K2 den einfachsten Schwierigkeitsgrad gewählt. Damit war die Kontrolle einfacher und der Fortschritt durch den Parcours auch nicht unnötig verlangsamt.

Schritt 6: Wortfeld mit Gegenstand

In unserer Spielzeugtruhe versteckt befanden sich das letzte mysteriöse Teil und ein weiteres Blatt Papier mit einem Wortfeld und eine komischen Kurve darunter:

Wortfeld

Die fünf Teile korrekt zusammengesetzt ergeben das Planeswalker-Symbol aus Magic:

Magic Planeswalker-Symbol 3d-gedruckt

Das Symbol habe ich mit Hilfe einer SVG-Vorlage in Autodesk Fusion 360 zu einem 3D-Modell gemacht, die Ecken abgerundet, zerschnitten und mit fünf verschiedenen Filamenten gedruckt. Leider hatte ich die Ecken zu wenig rund gemacht, es ist so nicht ganz einfach, die korrekte Rotation der Teile zu erkennen. (Modell auf Printables.com)

Wortfeld mit aufgelegtem Symbol

Legt man nun das Symbol exakt in die Kurve unten, zeigen die Zacken auf fünf Wörter: „Viereck – Alt – Weiss – Flach – Recycling“.

Ich habe gar nicht erst versucht, diese Seite digital zu gestalten und griff sofort zu Stift und Papier: Zuerst die Lösungswörter platziert, dann daneben die restlichen Wörter, in den entsprechenden Farben als subtiler Hinweis auf die Platzierung des Symbols. (Funktionierte bei K2 allerdings nicht, ich musste nachhelfen.)

Abschluss

Geschenk versteckt in der Papiersammlung

Die Lösungswörter kombiniert ergaben den letzten Hinweis: Das Geschenk versteckt sich in der Papiersammlung.

K2 hat sich gefreut. K3 wünscht sich auch gleich wieder einen Rätselparcours für ihren nächsten Geburtstag. Und ich hatte beim Entwerfen der Rätsel auch wieder meinen Spass.

Rezept: Popcorn-Brownies

Ein Blech voller Popcorn-Brownies

Aus aktuellem Anlass und weil dieses witzige Rezept nicht im Internet zu finden ist: Popcorn-Brownies! (Der Name ist etwas irreführend: Das Rezept beinhaltet keine Schokolade…)

Und Vorwarnung: Der aussergewöhnliche Geschmack und die popcornige Konsistenz mundet den meisten Kindern gar nicht. Backup-Kuchen bereithalten!

Für ein Blech (Ca. 20 Brownies) nimmt man folgende Zutaten:

  • 100 g weiche Butter
  • 200 g Rohrzucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 100 g Haselnüsse, gehackt
  • 2 Eier
  • 3-4 Esslöffel Popcorn-Körner, zubereitet als Popcorn
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 200 g Mehl
  • 1 Prise Salz

Butter und Rohrzucker zu einer Masse verrühren.

Vanillezucker, gehackte Haselnüsse und Eier unterrühren.

Das Popcorn in einem Plastiksack mit dem Wallholz in fein zerdrücken.

Popcorn-Schrot mit Backpulver, Mehl und Salz vermischen. In den Teig unterrühren.

Den Teig auf ein mit Backpapier belegtes Blech streichen, ca. 1 cm dick.

Im vorgeheizten Backofen bei 160° Umluft 15-20 Minuten backen, bis die Brownies bräunlich gebrannt sind.

Die Brownie noch warm in 20 Stücke schneiden. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Bleibt in einer Biscuitschachtel mehrere Tage knusprig.

Rätselparcours Spezial: Z

Das Entwerfen von der drei ersten Rätselparcours für meine Kinder machten mir derart Spass, dass ich überall davon erzählt hatte. Kollege Z fragte mich deshalb im Scherz, wann ich für ihn einen Rätselparcours organisieren würde. Ich schüttelte nur den Kopf.

Aber die Idee lies mich nicht mehr los. Wie kann ich so etwas „remote“ organisieren? Könnte ich auf dem Postweg etwas machen? Sollte ich etwas an seinen Arbeitsplatz schmuggeln?

Schlussendlich entschied ich mich für einen hybriden Ansatz: Z hatte kurz nach unserem gemeinsamen Chor-Probewochenende Geburtstag. Ich würde ihn dort überraschen und fing also an, einen „kleinen“ Parcours zu planen. (Und benötigte erneut viel mehr Zeit dafür, als ich dachte.)

Am Samstag Abend spät, nach etlichen Chorproben, beim gemütlichen Zusammensein im Hotel ging es los:

Schritt 1: Emoji-Geheimschrift

Collage mit Texten, einzelne Buchstaben mit Emojis ersetzt

Z und ich spielen seit Jahren in verschiedenen Konstellationen Tichu & Dominion. Als Auftakt für den Rätselparcours habe ich in Apple Pages eine A3-Collage von Fotos unserer Spielrunden zusammengestellt, gemeinsam mit Geburtstagswünsche aller Mitspieler*innen. Dabei habe ich einzelne Buchstaben mit Emojis ersetzt und eine entsprechende Geheimbotschaft hinten aufs Papier gedruckt:

🐉♠️   🐉🎂🃏🍿🃏   🌼🎂🍷   🎵🎈🎂🎉♠️?

Eine unserer Mitspielerinnen übergab ihm die Collage und nach ein bisschen Drauflüpfen konnte die Rätseljagd beginnen.

Schritt 2: Noten

Die Geheimbotschaft lotste ihn zum Standort des Pianos, unter welchem ein Couvert angeklebt war. Im Couvert befand sich eine Karte mit folgendem Aufdruck:

Musiknoten

Mit dem freien Notensetzprogramm MuseScore Studio habe ich ein bestehendes Musikstück genommen, den Text entfernt und die Notenhöhen verändert.

Findest du die geheime Nachricht in den Noten?

Schritt 3: Kreuzworträtsel mit Scrabble-Steinen

Inspiriert vom nicht mehr ganz zeitgenössischen Kinderlied buchstabieren die Noten wiederholt dasselbe Wort: C-A-F-F-E-E. Weiter ging es bei der Kaffeemaschine in der Hotellounge. Hinter der Maschine lag versteckt in einem Couvert eine Karte mit Begriffen, ein Blatt Papier mit einem aufgedruckten Raster und ein Säcklein voller Scrabble-Steinen:

Kreuzworträtsel mit Scrabblesteinen

Auf der Karte stand die Überschrift „Was bleibt Z jetzt noch übrig zu tun?“ und danach ein Dutzend Hinweise auf Begriffe. Diese waren allesamt Insiderwitze mit Bezug zu Z’s Leben. Die Scrabble-Steine waren derart ausgewählt, dass die Lösungswörter gesetzt werden konnten, danach aber noch einige Steine übrig blieben. Die Überschrift lieferte den Hinweis darauf, dass aus diesen restlichen Steinen ein weiteres Wort zu bilden war.

Das Raster wollte ich zuerst mit einem Kreuzworträtselgenerator generieren. Dabei stiess ich auf zwei Probleme: Die Quadrate waren zu klein im Vergleich zu den Steinen und die verwendeten Buchstaben passten nicht zur Auswahl, welche das Scrabble-Spiel bot.

Ich habe deshalb die Steine selber in einem passenden Raster ausgelegt, umgedreht, fotografiert und wieder ausgedruckt.

Kreuzworträtsel-Hinweise
Beispiel: mp steht natürlich für „MORE POWER“.

In diesem Moment habe ich entschieden, den Schwierigkeitsgrad dieses Rätsel zu erhöhen: Es gibt keine Hinweise mehr darauf, wo und in welcher Richtung (horizontal/vertikal) das entsprechende Lösungswort platziert werden muss. Nicht einmal die Ausrichtung des Rasters ist klar. (Z hatte es tatsächlich zufälligerweise korrekt platziert…)

Die übriggebliebene Buchstaben waren: C E E H H N P S T U U Z. Findest du das Lösungswort?

Schritt 4: Flussdiagramm

An dieser Stelle eine Anekdote: Unser Chor führt seit über 15 Jahren fast jedes Probewochenende in diesem Hotel durch. Ich kenne es entsprechend gut und konnte mir im Voraus exakt überlegen, wo ich was verstecken werde. Um sicher zu gehen, dass wirklich alle Lokalitäten noch existieren, rief ich im Hotel an. Und erfuhr, dass sie ausgerechnet dieses Jahr ihr Hauptgebäude abgerissen haben und neu am Bauen sind. Miserables Timing. Glücklicherweise waren die meisten Dinge noch vorhanden. Ausser…

Das Lösungswort forderte auf, die Schuhe zu putzen. Auf zur Schuhputzmaschine! Welche aber leider nicht mehr existierte. Zum Glück hatte Z noch eine vage Ahnung, wo sie stand. Dort fand er ein Couvert mit einem kleinen Flussdiagramm auf sechs A4-Seiten verteilt:

Komplexes Flussdiagramm
Bild anklicken für die PDF-Version in voller Pracht

Wer dem Flussdiagramm korrekt folgt, landet beim Ort wo es weitergeht.

Die Struktur des Flussdiagramms habe ich in Mermaid geschrieben, einem Textformat für Diagramme aller Art. Das geht wesentlich schneller als zusammenklicken mit der Maus. Der Anfang sieht so aus:

flowchart TD
    STARTHERE([PROJEKTBEGINN]) --> START
    START{Sind die Requirements geklärt?} --> |Ja| REKURSION2
    START --> |Nein| EGAL[\Egal, starten wir trotzdem schon mal\]
    EGAL --> REKURSION(Gibt es in den Abhängigkeiten noch Rekursionen?)
    REKURSION --> |Ja| REKURSION2(Gibt es in den Abhängigkeiten noch Rekursionen?)
    REKURSION2 --> |Ja| REKURSION
    REKURSION --> |Nein| BEGINN
    REKURSION2 --> |Nein| BEGINN
    BEGINN{Zweiter Projektbeginn} --> ZAHL(SCRUM-Poker-Start: Wähle eine Zahl zwischen 1 und 100)
    ...

Mit Hilfe der freien Applikation Draw.io habe ich den Mermaid-Quelltext importiert, danach das Diagramm von Hand noch etwas bunter und komplizierter gemacht (Einige Kästchen herumgeschoben, Pfeile angepasst) und ausgedruckt.

Im Flussdiagramm stecken neben einigen funktionslosen Umwegen zwei Hauptpfade drin, welche aus einer beliebigen Zahl immer dasselbe Resultat rechnen. Es basiert auf einem beliebten Zaubertrick für Kinder. Findige Mathematiker haben ihn sicher schnell durchschaut.

Schritt 5: Formel

Mathematische Formel: 473 * 4/3 pi r^3

Es ging weiter mit Mathematik: Die vierte und letzte Karte bestand nur aus einer Formel. Kannst du dich noch daran erinnern für was sie steht? Und was die ganze farbige Rechnung stehen könnte?

Schritt 6: Tresor

Bälllelibad

Inmitten mindestens 473 bunter Bälleli (Mit einem Volumen von vier Drittel Pi mal Radius hoch drei) versteckte sich ein Tresor:

3d-gedruckter bunter Tresor

Um den Tresor zu öffnen, mussten die Rückseiten der gefundenen Karten zu einem QR-Code zusammengesetzt werden. Wenn man ihn scannt, erscheint ein Text mit der richtigen Kombination.

QR-Code zusammengesetzt aus Postkarten

Und schon öffnete sich der Tresor. Als Belohnung zur erfolgreichen Bewältigung des Rätselparcours gab es einen Haufen Süssigkeiten.

Den Tresor hatte ich 3d-gedruckt nach einer bestehenden Vorlage. Weil das Schloss leider nicht ganz funktionierte ist die Rückwand abnehmbar und nur mit einigen Magneten fixiert. In Kombination mit genügend Heissleim war das Modell ausreichend stabil für den Einsatz

Den QR-Code (Hier das effektive Bild) habe ich mit einem spezialisierten AI-Bildergenerator für QR-Codes erstellt (Prompt: swiss mountain range with blue sky). Tipp: Im codierten Text ausschliesslich Grossbuchstaben verwenden, damit wird der QR-Code weniger komplex.

Zuerst wollte ich den QR-Code in einem Bergbild verstecken. Das funktionierte zwar theoretisch, es war aber praktisch unmöglich die Karten wieder so anzuordnen, dass der kleine Code scannbar blieb. Die grosse Version oben hingegen wurde problemlos sofort erkannt.

Abschluss

Die ¨Überraschung war gelungen, alles hat funktioniert. Nur Z war etwas unter Druck, da ihm dauernd ein Dutzend Leute im Nacken sassen und seine Fortschritte kommentierten. Oder mit der Gitarre musikalisch untermalten.

Den Tresor durfte Z als Souvenir mit nach Hause nehmen, ebenso wie alle Karten & Materialien.

Schritt X+1: Im Briefkasten

Am Montag darauf hatte Z seinen eigentlichen Geburtstag. Und eine rätselhafte Postkarte im Briefkasten.

(Tatsächlich war die Post zu schnell: Die Postkarte kam zu früh an und ich musste seine Frau bitten, sie noch zu verstecken.)

Aus meinen initialen Überlegungen, wie sich ein Rätselparcours „remote“ durchführen liesse, blieb mir die Idee eines mehrstufigen Parcours auf dem Postweg im Kopf. Und als ich eine Geheimfach-Erweiterung für den Safe fand, waren die Voraussetzungen für einen genialen Twist gegeben.

🎵🎁🎩🎈🎵🎵    🍷🃏🎈🎩🃏   🌈🎈🃏🍿-🌈🎈🃏🍿

Auf der Postkarte stand einzig eine codierte Nachricht. Z hatte in Schritt 1 bereits bemerkt, dass er nicht alle Emojis zum Entschlüssen gebraucht hatte. Jetzt ergab sich mit Hilfe der restlichen Emojis den Text: „PCtipp Seite Vier-Vier“.

PCtipp Probeexemplar

Unerwarteterweise hatte Z in der Woche zuvor ein Probeexemplar der Zeitschrift PCtipp zugeschickt erhalten. Dieser Brief kam aber nicht vom Verlag, sondern von mir. Der Begleitbrief war zu 100% von ChatGPT generiert. In der Hoffnung, dass er die Zeitschrift nicht sofort entsorgen würde, habe ich ihm auf Seite 44 einen Hinweis mit Bleistift hinterlassen:

Versteckter Hinweis in der Zeitschrift
„So sicher wie ein Safe mit Geheimfach innen rechts“

Z hatte sie noch nicht entsorgt und fand den Hinweis. Im Innern des Tresors befand sich eine mit Magneten fixierte abnehmbare Seitenwand. Und dahinter…

Seitenwand mit verstecktem Geschenk

…das zweite Geschenk.

Es handelte sich dabei um ein Set einer personalisierten Dominion-Karte, zugeschnitten auf Z’s Persönlichkeit und illustriert von Kollegin I. (Der Inhalt der Karte ist zu persönlich, um ihn hier zu veröffentlichen.)

Generiert habe ich die Karte mit dem Dominion Card Generator. Für die Funktion der Karte liess ich mir von ChatGPT helfen (Prompt: Propose custom cards for the board game Dominion representing a male co-player who likes to talk a lot, is covivial and funny and likes to do a lot of actions), passte den Text aber noch an. Die Produktion übernahm wiederum I. Ansonsten wäre ich dieser Anleitung hier gefolgt.

Z hatte an seinem Geburtstag so viel los, dass er erst am Tag darauf auf das ¨Überraschungsgeschenk gestossen ist. Aber auch dieser Teil des Rätselparcours hatte zu meiner grossen Freude geklappt.

Herzlichen Glückwunsch Z. Ich freue mich schon auf das nächste Mal Spielen mit dir!