Meta-Aprilscherz in der Flugschule: Chrigel Maurer und Joya Rennt

Die besten Aprilscherze sind diejenigen, die realistisch wirken und deren Scherzhaftigkeit bis am Schluss nie bestätigt ist.

Gestern Sonntag erlebte ich einen solchen, als am Tag zuvor auf unserem Flugprogram für den 1. April folgende Ankündigung stand:

Für die Sat 1 Sendung Joya Rennt führen wir morgen Tandemflüge für die Kandidaten durch. Dabei werden wir von Chrigel Maurer (PWC Sieger 2006, Weltrekordhalter, Europameister 2004, Acrocrack) unterstützt. Er wird die Kandidaten um 13.00 mit ein paar tollen Acromanövern begrüssen.

Das war zwar halbwegs realistisch, aber irgendwie… Da das ganze in Schwarzsee mit seinen 400 Meter-Flügchen stattfand, fand ich das ganze etwas suspekt. Jürg, der Fluglehrer und seine Freundin amüsierten sich köstlich als sie uns bei der Hinfahrt mit wiedersprüchlichen Informationen zu der Ernsthaftigkeit der Ankündigung versorgten.

Und so ging das den ganzen Tag weiter. Ich war mittlerweile ebenfalls verwirrt und harrte der Dinge die da kamen, bzw. konzentrierte mich mal auf meine eigenen Flüge von der Riggisalp herab in den blauen Himmel.

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Als ich unten war hiess es tatsächlich das Chrigel Maurer oben auf dem Startplatz sich bereitmacht. Das Joya Rennt-Auto tauchte ebenfalls auf und zerstreute damit alle Zweifel am Aprilscherz: Es handelte sich um einen Meta-Aprilscherz, die Verpackung als Scherz war der Witz an sich.

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Auf diesem Foto nicht ersichtlich sind die spektakulären Manöver mit denen Chrigel Maurer den Joya-Kandidaten Angst einjagte, bevor sie selber hinauf mussten und zwei Tandemflüge tätigten.

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Die Entschlusslosigkeit der Kanditaten liess einen Teil des Tages leider zu einer Geduldspartie werden, aber schlussendlich schafften sie es doch noch sich zu überwinden und abzuheben. Zusammen mit dem Kamerateam flogen sie zusammen den Berg hinunter.

Trotz intensiven Versuchen meinerseits (Nein, nicht wirklich) werde ich in der Anfangs Mai ausgestrahlten Sendung nicht zu sehen sein.

Als der ganze Rummel dann endlich zu Ende war, konnten wir noch in Frieden weiter unsere Runden drehen. Heute kam ich auf 4 Höhenflüge und 0 Bruchlandungen, dafür ist der Schirm jetzt wieder feucht und dreckig. Der Schnee von letzer Woche war mittlerweile geschmolzen und hatte den Landeplatz in eine Schlammpfütze verwandelt. Zum Glück hatten wir wenigstens tolles Wetter…

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Eine kleine Moschee auf der Prärie

Hoffnung! Der Glaube an ein gutes TV-Programm ist wiederhergestellt. Zwischen all den Autobahnpolizisten und attraktiven Ärztinnen mit ihren Beziehungsneurosen findet sich doch von Zeit zu Zeit wieder etwas Neues.

Diese Woche ist es die kanadische Serie Little Mosque on the Prairie: Ein islamischer Clan in einem kleinen Kaff mietet sich in der lokalen Kirche einen Raum und benutzt diesen fortan als Moschee. Zweierlei Konflikte treten dabei auf: Das Misstrauen gegenüber den Muslimen und die internen kulturell-regligiösen Streitigkeiten der Gemeinde. Etwas überzeichnet, sicher, aber doch charmant.

Zwei Ausschnitte: Protestanten und Terroristen.

(Natürlich läuft die Serie erst gerade in Kanada an und ist weit und breit hier noch nicht zu sehen. Aber auf Youtube findet sich mindestens die erste Episode komplett, der Rest ist eine Frage des Suchens.)

Langeweile im Abstimmungsstudio

Urs Leuthard und Claude Longchamp stehen sich aus Langweile die Beine in den Bauch; die Resultate waren schon lange zu erwarten und die Hochrechnungen und Trendanalysen sagen bereits seit Stunden dasselbe. Weder sind die Verlierer überrascht noch die Gewinner wirklich begeistert. Dementsprechend gleichgültig sind die Interviews. Der einzige Lichtblick bilden die CVP und die Kirchen die sich gegenseitig ein bisschen auf die Kappe geben.

Ich schalte enttäuscht ab, schliesse mein Zattoo-Fenster und flüchte in Richtung Sonne.

Noch eine Prophezeiung: Betty TV wird scheitern

Weil meine prophetischen Fähigkeiten schon im vorangegangenen Artikel bestätigt wurden, hier eine weitere Prophezeiung:

Betty TV, das ‚interaktive Fernsehangebot‘ der Swisscom, wird in wenigen Monaten schon still und leise wieder vom Markt verschinden. Sowohl der zu kleine Mehrwert als auch die komplizierte Installation (Ein zusätzlicher Infrarot-Empfänger muss am TV und an der Telefonleitung angeschlossen werden) werden für eine zu geringe Benutzerschar sorgen.

Die Swisscom wird nach Abbruch des Projektes darauf hinweisen dass es zwar innovativ, zukunftsweisend und eine wichtige Erfahrung war, aber dass die Zeit dafür noch nicht reif ist.

(Und sie wird auch nie reif sein; wer Interaktivität will benutzt das Internet.)