Nachtrag zur Ästhetik und Szene von Android: Netrunner

Leider viel zu selten komme ich zum Spielen von Android: Netrunner, dem Cyberpunk-Kartenspiel von Richard Garfield. Vielleicht ist es das Thema, vielleicht auch das anspruchsvollen Regelwerk, (vielleicht ist es die begrenzte Freizeit meinerseits), auf jeden Fall finde ich trotz koordinierender Mailingliste nicht so viele Mitspieler, wie ich möchte.

Der Artikel How Card Games Became Cool Again von Kim Nguyen spricht genau diese Problemfelder an. Gleichzeitig zeigt sie aber auch auf wie die Spieldesigner von Fantasy Flight Games bewusst versucht haben, gängige Klischees zu vermeiden und damit eine offene Spielszene anzuregen.

Lesenswert für alle Spieler von Video- und Brettspielern.

Fortschritt Literatur Oktober

Nach ereignissvollen Monaten dann endlich zwei Wochen Ferien inkl. Zeit zum Lesen.

  • Gödel Escher Bach: Seite 241 von 791
  • A Song Of Ice And Fire: A Game Of Thrones: Seite 744 von 780, Band 1 von 7
  • You’re Never Weird On The Internet (Almost): Seite 273 von 273

George R.R. Martin liest sich definitiv flotter als Robert Jordan.

Kurzkritik: Hanabi

Ein auf einfache Regeln basierendes Kartenspiel, bei welchem man zusammen ein Feuerwerk hochgehen lässt. Der Clou: Die eigenen Karten sieht man nicht, man erhält aber vage Tipps von den Mitspielern. Das Resultat ist eine wunderschöne Illustration von Informationstheorie und menschlichen Missverständnissen.

Ich habe lange nicht realisiert, dass meine Spielgruppe auf der höchsten Schwierigkeitsstufe spielt. Kein Wunder habe ich mir jeweils den Kopf zerbrochen. Dafür ist Hanabi äusserst befriedigend, wenn die Rechnung aufgeht.

Zitat zum Wochenende: Neues Medium

Whatever you now find weird, ugly, uncomfortable and nasty about a new medium will surely become its signature. CD distortion, the jitteriness of digital video, the crap sound of 8-bit – all of these will be cherished and emulated as soon as they can be avoided. It’s the sound of failure: so much modern art is the sound of things going out of control, of a medium pushing to its limits and breaking apart. The distorted guitar sound is the sound of something too loud for the medium supposed to carry it. The blues singer with the cracked voice is the sound of an emotional cry too powerful for the throat that releases it. The excitement of grainy film, of bleached-out black and white, is the excitement of witnessing events too momentous for the medium assigned to record them.

Brian Eno

Kurzkritik: The Peripheral

William Gibsons neuester Roman ist wieder Science Fiction: The Peripheral spielt gleichzeitig in naher wie in mittelnaher Zukunft. Ich finde für gewöhnlich die Mechanik des Zeitreisens eine billige Notlösung für Autoren, aber in diesem Werk wurde sie relativ sanft und vernünftig angewendet. Das führt zu einer Welt, welche gerade interessant zu werden beginnt und dann ist das Buch auch schon wieder vorbei.

Zu kurz das Ganze, schade. Aber Gibson hat einen Hang zu Trilogien, vielleicht kommt da noch was…