Kurzkritik: Ancillary Mercy

Ancillary Mercy, der dritte und letzte Teil der Radch-Trilogie von Ann Leckie bringt die Serie mit einem fulminanten und action-geladenen Abschluss. Nach dem wunderbaren ersten Band und dem eher ruhigen zweiten Teil geht es zum Schluss noch einmal richtig zur Sache.

Absolut empfehlenswert. Ich werde mir die ganze Serie nochmals zu Gemüte führen und ein zweites Mal am Stück durchlesen.

Wer ebenfalls durch ist (Und durch gewisse Anspielungen in den letzten Kapitel verwirrt wurde), sollte sich danach auf die Kurzgeschichte She Commands Me and I Obey stürzen.

Video: Der Chor – tierisch!

Nach mehreren Jahren der „passiven“ Teilnahme im Chor ergab sich für mich 2014 die Möglichkeit die Videoaufnahme eines unserer Konzerte zu schneiden. Die Aufnahmen wurden von Adrian Scherzingers edprojects in brillantem HD gemacht. Die separat entstandene Tonaufnahme war leider defekt, wir mussten mit einer bereinigten Aufnahme der eingebauten Mikrofone vorlieb nehmen. Zum Schnitt verwendete ich erstmals ernsthaft Final Cut Pro X und fand das Arbeiten damit selbst auf meinem älteren Mac sehr angenehm.

Selbstkritik: Der Ausschnitt oben stammt aus dem Finale des Konzerts und ich liess mich gegen Ende zu etwas schnellen Schnitten hinreissen. Ausser dieser Extravaganz habe ich meiner Meinung nach aber einen soliden Schnitt abgeliefert und bin entsprechend stolz darauf.

Science Fiction zum Wochenende: The Man Who Lost the Sea & The Day the World Turned Upside Down

Mein Lieblingspodcast Escape Pod feierte vor kurzem die 500erste Episode und brachte eine klassische Kurzgeschichte: The Man Who Lost The Sea (1959) von Theodore Sturgeon. Schon lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so berührt wie diese.

Etwas lockerer und dafür umso absurder geht es im diesjährigen Hugo Awards 2015-Gewinner für Noveletten zu und her: The Day the World Turned Upside Down von Thomas Olde Heuvelt. Ich habe persönlich nicht viel von der Kontroverse um die diesjährigen Nominationen mitgekriegt und konnte die Geschichte deshalb neutral und als leichte Unterhaltung geniessen.

Kurzkritik: H.P. Lovecraft – At the Mountain of Madness et al.

Über die exzellente Artikelreihe zur Geschichte von Videspielen The Digital Antiquarian von Jimmy Daher bin ich dank eines kleinen Exkurses seinerseits nach langer Zeit mal wieder bei einem Klassiker gelandet: Dem Horrorautor H.P. Lovecraft.

Drei Werke werden von Maher empfohlen und sind allesamt als Volltext frei verfügbar:

Alle drei gespenstischen angsteinflössenden, wenn auch etwas übertriebenen nostalgisch-machenden Erzählungen sind ungeheuerliche angereichert mit einer grossen unzähligen Anzahl prägender Adjektivsammlungen, welche jedem modernen gewöhnlichen Leser nur noch ein gelangweiltes und müdes Augenrollen unwillkürlich zu entlocken vermag.

Das soll den Charme von Lovecraft ausmachen, argumentieren seine Fans. Ich finde hingegen einzig seine Kurzgeschichten verdaulich. Alles längeren Text wie der erwähnte At the Mountain of Madness wirken in ihrer Schwerfälligkeit auf mich nur noch einschläfernd.

Nachtrag zur Ästhetik und Szene von Android: Netrunner

Leider viel zu selten komme ich zum Spielen von Android: Netrunner, dem Cyberpunk-Kartenspiel von Richard Garfield. Vielleicht ist es das Thema, vielleicht auch das anspruchsvollen Regelwerk, (vielleicht ist es die begrenzte Freizeit meinerseits), auf jeden Fall finde ich trotz koordinierender Mailingliste nicht so viele Mitspieler, wie ich möchte.

Der Artikel How Card Games Became Cool Again von Kim Nguyen spricht genau diese Problemfelder an. Gleichzeitig zeigt sie aber auch auf wie die Spieldesigner von Fantasy Flight Games bewusst versucht haben, gängige Klischees zu vermeiden und damit eine offene Spielszene anzuregen.

Lesenswert für alle Spieler von Video- und Brettspielern.

Fortschritt Literatur Oktober

Nach ereignissvollen Monaten dann endlich zwei Wochen Ferien inkl. Zeit zum Lesen.

  • Gödel Escher Bach: Seite 241 von 791
  • A Song Of Ice And Fire: A Game Of Thrones: Seite 744 von 780, Band 1 von 7
  • You’re Never Weird On The Internet (Almost): Seite 273 von 273

George R.R. Martin liest sich definitiv flotter als Robert Jordan.

Kurzkritik: Hanabi

Ein auf einfache Regeln basierendes Kartenspiel, bei welchem man zusammen ein Feuerwerk hochgehen lässt. Der Clou: Die eigenen Karten sieht man nicht, man erhält aber vage Tipps von den Mitspielern. Das Resultat ist eine wunderschöne Illustration von Informationstheorie und menschlichen Missverständnissen.

Ich habe lange nicht realisiert, dass meine Spielgruppe auf der höchsten Schwierigkeitsstufe spielt. Kein Wunder habe ich mir jeweils den Kopf zerbrochen. Dafür ist Hanabi äusserst befriedigend, wenn die Rechnung aufgeht.

Zitat zum Wochenende: Neues Medium

Whatever you now find weird, ugly, uncomfortable and nasty about a new medium will surely become its signature. CD distortion, the jitteriness of digital video, the crap sound of 8-bit – all of these will be cherished and emulated as soon as they can be avoided. It’s the sound of failure: so much modern art is the sound of things going out of control, of a medium pushing to its limits and breaking apart. The distorted guitar sound is the sound of something too loud for the medium supposed to carry it. The blues singer with the cracked voice is the sound of an emotional cry too powerful for the throat that releases it. The excitement of grainy film, of bleached-out black and white, is the excitement of witnessing events too momentous for the medium assigned to record them.

Brian Eno