Die letzten Flüge vor der Prüfung

Nachträglich möchte ich hier noch meine letzten Flugtage vor der praktischen Gleitschirmprüfung zusammenfassen.

Am 28. und 29. Juli begaben wir uns bei nicht ganz einwandfreiem Wetter nach Grindelwald um dort von der First zu starten. Leider waren die Athleten vom Red Bull X-Alps zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Wendepunkt Eiger angekommen und so konnten wir dem Spektakel nicht beiwohnen.

Der Samstag verlief in Grindelwald relativ unspektakulär, bis auf den abschliessenden Ausflug auf die Schynige Platte.

20070728_bahn_schynigeplatte

Wie die Touristen benahmen wir uns beim Hinauffahren. Das gemütliche Bähnchen tuckerte gemächlich über eine Stunde den Berg hinauf. In Breitlauenen stiegen wir aus und marschierten noch eine Viertelstunde bis zum Startplatz Kreuterwiese.

20070728_startplatz_breitlauenen

Einmal mehr: Grandiose Aussicht aufs Berner Oberland. Kein Wunder wird Interlaken und Umgebung derart oft von ausländischen Gästen besucht.

Der Flug von der Platte hinunter zum ehemaligen Flughafen Interlaken gelang mir wieder nicht: Die Aufwinde waren nur schwach, aber dennoch nutzbar (Wie die erfahreneren Piloten eindrucksvoll zeigten). Ich hingegen geriet schnell in einen Lee-Rotor und wurde hintergedrückt, so dass ich ziemlich bald mal landen musste.

20070729_angriff_der_kuehe

Tags darauf, wieder zurück in Grindelwald, wurden wir plötzlich von Kühen umzingelt welche unseren leuchtenden Schirmen nicht wiederstehen konnten und unbedingt daran knabbern wollten. Unser Starthelfer fragte noch schwach ob sich jemand mit Kühen auskennt und ich versuchte mich an meinen letzten Hüteinsatz zu erinnern, damals war ich wohl noch nicht mal 10 Jahre alt. Glücklicherweise zogen die Viecher dann bald einmal von dannen und wir konnten zu fliegen beginnen.

20070729_warten_auf_der_first

Fast hätte ich aufgrund des krassen Seitenwindes wieder mit der Seilbahn runter müssen, glücklicherweise haben wir etwas gewartet. Natürlich hatte der Wind aber erst aufgegeben als wir bereits unser ganzes Material zusammengeräumt haben. Wir legten also erneut aus und flogen runter. Und hatten derart Gegenwind dass wir es alle nur knapp bis zum Landeplatz schafften. Jürg hatte bereits raufgefunkt dass wir nach alternativen Wiesen Ausschau halten sollten. Das war aber schlussendlich nicht notwendig, alle erreichten den Landeplatz Grund.

20070801_kandersteg20070801_startplatz_allmenalp2

Am 1. August fuhren wir für einmal nach Kandersteg. Auf dieses Fluggebiet freute ich mich besonders: Als Kind sah ich beim Warten auf den Autoverlad dort zum ersten Mal Schirme am Himmel kreisen. Darum konnte ich es kaum erwarten jetzt selber über die Klippen rauszuspringen. Wunderschönes Wetter, leichte Thermik und eine gemütliche Gruppe machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis.

Am folgenden Wochenende fuhr ich an den Schwarzsee um ein letztes Mal für die Prüfung vorzubereiten. Am Samstag erlaubte die strahlendes Sonne einen wunderschönen Thermikflug vom Hohmattli herunter. Selbst unsere blutigen Anfänger konnten dort aufdrehen, sehr zum Missfallen von Andi dem mehrfach der Vortritt abgeschnitten wurde. Auch mir wurde es dann langsam zu bunt und ich ging landen.
Tags darauf, allerletzte Chance um zu üben, tat ich was ich in solchen Situationen immer tue: Sämtliche Vernunft am Boden lassen und trotzt Fieber und Durchfall schleppte ich mich auf den Berg. Schliesslich besann ich mich doch noch und brach diese Übung nach 2 Flügen ab.

Im Hinsicht auf die Prüfung hatte ich zwiespältige Gefühle: In den Doppelkreisen fühlte ich mich recht wohl, die Kreislandung wollte dennoch nur die halbe Zeit gelingen. Ich war wirklich gespannt auf das Resultat.

Gratiszeitungen unterbieten sich gegenseitig

Der Konkurrenzkampf um die inhaltsloseste Gratiszeitung ist voll entbrannt: Nachdem 20 Minuten die Latte schon mal tief angelegt hatte, wurde diese erfolgreich mit noch kürzeren Artikeln im Heute unterboten. Das zweitneueste Produkt hat sogar nur noch einen halben Namen: .ch und die neueste Ankündigung verfügt überhaupt noch über keinen Namen: ???.

Ich weiss ja dass Matthias anderer Meinung ist, aber wenn es so weitergeht werden Blogs zumindest diese Art von journalistischen Publikationen mit Leichtigkeit ersetzen.

Die Sirenen brüllen über Bern

Es ist komisch durch die Stadt zu laufen und von überall her Sirenen zu hören. Die Situation in den vom Hochwasser betroffenen Quartieren mag dramatisch sein, in der Stadt selber aber aber bleibt es bis auf das Heulen ruhig.

(Die Wege im Bereich Altenberg und Lorraine sind soweit ich sah schon alle überflutet; ich hoffe dass das Mattequartier diese Nacht gut übersteht.)

Blatante Werbung: The Simpson Movie

Christian Simpson
Christian Simpson

Ok, dann versucht man das eigene Blog rein von Werbung zu halten. Und man sagt sich: Gucken wir uns heute Abend einen dieser verwackelten, kulturell wertvollen europäischen Kunstfilmen an?

Und dann kommt das Simpsons Movie und alles ist verloren und vergessen. Ich habe mich an der gestrigen Premiere sehr gut unterhalten und auch den Avatargenerator auf der Webseite beschäftigte mich länger als ich mir das wahrhaben wollte. Das ist das Ende meiner kulturellen und kommerziellen Unschuld. (Aber es macht halt einfach so viel Spaaaaass. Und jetzt nach Hause Harry Potter getarnt lesen und Transformers Musical-Tickets besorgen.)

Rückblick auf das Gurtenfestival 2007

Am letzten Abend meinte ein befreundeter Musiker dass das wohl sein erwachsenster Gurten-Besuch gewesen sei: Rosinenpicken beim Programm und regelmässige Rückkehr ins traute Heim. Auch ich bin dieses Jahr dem Regen ausgewichen und habe mich eher auf die Musik konzentriert. Ich habe mich gefreut bei Basement Jaxx und den Scissor Sisters, ich sang wie fast jedes Jahr bei Patent Ochsner mit, ich entdeckte Tomazobi.

Und dennoch: Das Gurtenfestival ist mehr als die Summe der Bands die auftreten. Freunde, Verwandte und Bekannte sorgen für zusätzliche Atmosphäre. Man trifft sich auf dem Berg. Man lebt auf dem Berg.

Das Essen war erstaunlich gut und günstig für ein Festival.

Und dann der Sonntag Abend: Tomazobi: Endlich bekam ich als ‚Junger‘ mal auch das vielbeschworene Gurtenfeeling wenigstens im Ansatz mit: Diejenigen die das ganze Festival durchhielten versammelten sich vor der schrägen und glitschigen Waldbühne um Berner Folksgesang zu hören. Etwa so muss es sich vor 20 Jahren angefühlt haben. Schön.