Kurzkritik: Makers

Cory Doctorows neuestes Buch Makers handelt von einer industriellen Revolution vor dem Hintergrund einer Finanz- und Sinnkrise der 1. Welt. Aktueller kann man kaum sein: Mit unserer Wirtschaft geht’s runter und wir haben das revolutionäre Produkt, den 3D-Drucker, bereits zu Hause stehen. Eine klassische moderne Story über den ewigen Krieg zwischen Ingenieuren und Anwälten. Gefällt mir immer; ratet mal wer dabei gewinnt.

Das Buch ist wie alle Werke von Doctorow frei herunterladbar. Spenden will er dafür nicht erhalten, dafür solle man lieber seine Bücher kaufen und an Bibliotheken abgeben. Meine Kopie ist nach Schweden unterwegs.

Kurzkritik: Mass Effect

Ich investiere kaum mehr Zeit zum Spielen. Deshalb kaufe ich Spiele auch immer etwas spät ein. Anfangs Jahr konnte ich Mass Effect für einen Bruchteil des Originalpreises erwerben und gestern war ich mit dem 2008 erschienenen Werk durch.

Im ersten Drittel erfreute ich mich am detailierten Universum und der ausgezeichneten Synchronisation. Im zweiten Teil ärgerte ich mich ein wenig über die vorhersehbare Geschichte, nur um im in den letzten Stunden einige Momente der uneingeschränkten Begeisterung zu erleben. Wow.

(Seufz, kann ich jetzt warten bis das frisch erschienene Mass Effect 2 billiger wird, oder muss ich für einmal den Vollpreis für ein Spiel zahlen?)

Link zu Montag Abenden: Rauschdichten

Nicht vergessen: Seit ein paar Wochen läuft im Musigbistrot in Bern wieder der Nachfolger vom Tintensaufen: Jeweils am Montag Abend ab 2100 gibt’s Rauschdichten.

Wir waren letzte Woche mit dem BLGMNDYBRN dort, als Spezialgast war Markus Kohle aus Wien dabei, welcher als Höhepunkt innert einer halben Stunde ein Werk mit zufällig vom Publikum gewählten Wörtern verfassen musste. Einmal mehr erfasst mich Neid über das Talent anderer Leute. Egal, wenn ich Zeit dafür finde, werde ich meinen Stolz schlucken und wieder hingehen.

TV-Serientipp: Being Erica

Im Moment herrscht noch gerade Winterpause in den Amerikanischen Fernsehstudios. Wessen BitTorrent-Client sich langweilt, für den habe ich hier einen kleinen Tipp: Die Kanadische TV-Serie Being Erica.

In bisher zwei Staffeln wird die Geschichte von Erica erzählt, welche, geplagt durch schlechte Entscheidungen und ewige Reue darüber, ziellos durch ihr Leben stolpert. Bis sie eines Tages die Chance erhält, ihre Entscheidungen zu revidieren.

Ich mag die Serie. Sehr sogar. (Und lass dich nicht vom Trailer abschrecken, es ist keine Science-Fiction.)

Auktion zum Wochenende: Selbstverkauf

Der Kubus A Tool To Deceive And Slaughter von Caleb Larsen kann für über 2500$ ersteigert werden.

Gehört er dir, bist du verpflichtet ihn ständig am Internet angeschlossen zu lassen. Früher oder später wird er versuchen, sich selber wieder weiter zu versteigern.

Der Kubus lungert quasi im quantenphysischen Besitzeszustand: Er kann gleichzeitig dir gehören und trotzdem nicht dir gehören.

Beste Mulholland Drive Vorführung ever

(Dieser Beitrag ist nur lustig, wenn man David Lynchs Mulholland Drive gesehen hat.)

Nach der Vorführung des Film in der Cinématte kommt die Operatrice in den Zuschauerraum und folgender Dialog spielt sich ab:

Sie: Es tut mir schrecklich leid, aber der Film war falsch zusammengesetzt. Es sind noch zwei Akte übrig. Sie können entweder das Geld zurück haben, oder ein Ticket für eine anderer Vorführung haben.
Wir: Was?
Sie: Zwei Akte haben gefehlt.
Wir: Sind Sie sicher? Wir haben das Gefühl, dass das der ganze Film war.
Sie: Das liegt in der Natur des Films. Der Schluss ist so, aber vorher haben Teile gefehlt.
Wir: Ähm, wir glauben nicht.
Sie: Doch, doch, da hat was gefehlt. Normalerweise ist der Film auch zweieinhalb Stunden lang.
Wir: Es ist halb zehn, das waren zweieinhalb Stunden.
Sie: Ähm, Moment bitte…
Sie geht kurz raus und kommt eine Minute später wieder.
Sie: Alles ok, das war der ganze Film. Sorry.
Wir müssen lachen.

(Das laufende Programm der Cinématte ist einmal mehr umwerfend.)