In den Abgründen von Bern

20080602_bahnhofsunterfuehrung

Unter dem eleganten und offenen Baldachin findet sich dann der neue Abgrund von Bern: In der soeben renovierten Bahnhofunterführung glänzen frisch polierte schwarze Oberflächen neben bedrückend tief hängenden Industrieleuchten und verbreiten eine düster klinische Atmosphäre.

Ich nehme an das war Absicht und geschah aus Sicherheitsüberlegungen: Keine normale Person verbringt freiwillig längere Zeit in dieser Passage. Wer stehen bleibt macht sich verdächtig. Ich persönlich werde die Alternativroute via Baldachin vorziehen.

Knapp dem Gifttod entkommen

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Gestern lockte das warme Wetter nicht nur mich in unseren Weinberg, sondern offenbar auch diese Kreuzotter. Welche ich erst bemerkte nachdem ich ihr fast mitten ins Gesicht gegriffen hatte.

Meine zwei ersten Gedanken: Was meint wohl die Wikipedia zur Giftigkeit dieser Schlange? Und: Cool, jetzt weiss ich schon was ich als nächstes in meinen Blog schreibe…

Link zum kommenden Wochenende: Baldachin ’08

20080523_baldachin

Mir gefällt der neue Baldachin über den Bahnhofplatz hier in Bern sehr gut: Hell und transparent drängt er sich nicht auf und macht die ganze Gegend um den Bahnhof offener.

Und nächsten Samstag wird ordentlich eingeweiht: Am 31. Mai findet von 0900 bis 0130 das Eröffnungsfest statt. Bis dann…

Heimat Flughafen

Es sind Figuren wie Hollis Henry in Gibson’s Spook Country, Cayce Pollard in seinem Pattern Regognition oder Randy Waterhouse aus Stephenson’s Cryptonomicon von denen ich immer sehr fasziniert bin. Nicht wegen ihrer Jobs als Coolhunter oder Datenhafen-Ingenieure, sondern wegen ihres Heimatverständnisses: Zuhause ist dort, wo man seine Freunde hat. Mehr oder weniger eingebettet in internationale Gemeinschaften haben sie ihr Geburtsland weit hinter sich gelassen, eilen von Kontinent zu Kontinent um dort zu sein, wo sie gebraucht werden. Oder sein wollen. Heimat Flughafen, die dauernden Bewohner der Lounges und Wartehallen. Gepaart mit einem ewigen Jet Lag, dem Problem dass die Seele nie ganz aufschliessen kann.

Und das ist auch der Grund weshalb meine Faszination dafür sicherlich fehlplaziert ist. Die wenigen Leute welche ich kenne und die so leben oder lebten, klagten schon nach wenigen Monaten über Orientierungslosigkeit und Vereinsamung. Wahrscheinlich steht und fällt die ganze Idee des internationalen Arbeitstiers mit dem Vorhandensein der weltweiten Gemeinschaft. Fehlt diese, läuft man Gefahr als Passagier zwischen zwei Flugzeugsitzen zu verschwinden und für ewig als seelenloses Wesen die Welt umrunden zu müssen.

(Inspiration für diesen Artikel: Lektüre von Spook Country und der Umstand dass ich demnächst für ein Wochenende nach London fliege, nur um jemanden Zügel zu helfen. Und das Wochenende darauf in Tirana an einer Hochzeit bin.)