Der Aare.guru und Open Data

Ein Nachtrag zur Erfolgsgeschichte des Aare.guru: Das Projekt wäre nicht ohne grösseren Aufwand möglich gewesen, ohne die unkomplizierte Unterstützung durch das Bundesamt für Umwelt.

Die Temperatur-Prognose benutzt zusätzlich Daten, welche die MeteoSchweiz auf dem Open Data-Portal des Bundes veröffentlicht.

Für die Aare-Daten betreibe ich bereits seit einigen Jahren eine kleine API. In Kürze werde ich die Version 2 dieser API fertig gestellt haben, ergänzt mit den Tageswerten extrahiert aus den PDFs der Jahrestabellen. Ich hoffe damit einen sauberen Zugang zu den Daten zu bieten, welcher einfach zu integrieren ist und gleichzeitig die Infrastruktur des Bundes nicht unnötig belastet.

Meine API wird bereits von mehreren Apps und Webseiten zu unterschiedlichen Zwecken benutzt. Beispielsweise gestaltete der Matte-Bewohner Marc Beekhuis eine Wasserstandsanzeige für sein gelegentlich von Hochwasser bedrohten Quartier.

Rückblick Open Data Date

Am 21. Februar trafen sich Open Data-Interessenten zum Open Data Date um sich über den aktuellen Zustand der Bewegung in der Schweiz auszutauschen. Aus meinen Notizen die wichtigsten Punkte:

Ich würde die Stimmung als verhaltenen Optimismus bezeichnen. Der erwünschte Mentalitätswandel in der gesamten Bundes-, Kantons- und Gemeindeverwaltung scheint sich noch nicht wirklich einzustellen. Alle warten noch auf den Bundesrat, welcher im April eine Gesamtstrategie zu Open Data veröffentlichen will.

Derweil schreitet das Experiment Open Government-Portal wacker weiter (Und bittet um Feedback).

Das Problem welches sich immer noch stellt: Es fehlt eine Killerapplikation, welche den Wert der Open Data-Strategie veranschaulicht. Aber Killerapps entstehen nicht von alleine und benötigen vielleicht Daten, welche noch nicht veröffentlicht wurden. Eine Veröffentlichung hingegen wäre einfacher, wenn es eine anschauliche Killerapp dazu gäbe…

Auf allen Ebenen (Bund, Kanton, Presse) wird deshalb hingewiesen, dass sich mit konkreten Anfragen nach spezifischen Daten eine Behörde eher dazu bereit ist, deren Daten zu publizieren. Fragen kostet nichts, kann aber gewinnbringend sein.

A propos Presse: Tags darauf lancierte Tamedia den Datenblog. Und schreibt seither fast täglich neue Datenanalysen. Ich bin gespannt, wie lange sie das durchhalten. Viel Spass bei der Lektüre.

iPollution

Der dritte Opendata.ch-Hackday ist vorbei und ich schaffte es endlich mal teilzunehmen, wenn auch nur am ersten der zwei Tage.

Es machte unheimlich Spass, mit dieser speziellen Sorte von Entwicklern und Designern zu arbeiten. Wir haben zu dritt iPollution erschaffen (Zusätzliche Informationen) und uns dabei innerhalb kürzester Zeit über unsere technischen Grenzen hinweggesetzt. Obwohl wir jeweils aus dem Java-, dem Python- und dem PHP-Ecken stammten, kommunizieren moderne Webworker doch schlussendlich nur in einer Sprache: HTTP.

Eine Übersicht über die weiteren Projekte gibt es im Opendata-Wiki.

OpenData.ch-Hackdays zum Thema Gesundheit

Der Verein OpenData.ch organisiert dieses Wochenende am Freitag und Samstag Hackdays zum Thema Gesundheit in Basel und Genf.

Das ist das erste Mal in der Geschichte von OpenData.ch, dass ich keiner Terminkollision erleide und ich werde morgen nach Basel reisen. Ich freue mich darauf.

Eröffnet wird die Veranstaltung übrigens schon heute Donnerstag Abend in Basel mit einer Podiumsdiskussion zum Thema Offene Gesundheitsdaten, ein Rezept für gesunde Innovation?.

Zur Vereinsgründung von Opendata.ch

Es ist einfacher an Ideen zu kommen, wenn Daten vorhanden sind, als an Daten zu kommen, wenn man eine Idee hat.

Mit dieser Motivation versucht der neu gegründete Verein Opendata.ch nichts geringeres als eine Revolution der Verwaltung auf Ebenen Gemeinden, Kantone und Bund zu erreichen: Grundsätzlich sollen alle Daten der Regierung, welche dank Öffentlichkeitsprinzip sowieso öffentlich sind, in einer technisch möglichst einfach erreichbaren Form zur Verfügung gestellt werden. Gewisse Studien sprechen von einem Milliardenpotential, welches durch solche offene Daten freigeschaltet wird. Details zum Vorgehen sind im Opendata-Manifest zusammengefasst.

Leider fehlen im Moment noch konkrete Anwendungen welche über einfach Spielereien herausgehen. Beispielsweise sind die Projekte vom letzten Make-Day allesamt nett, grosses wirtschaftliches Potential lässt sich aber nicht direkt erkennen. Das erschwert die Diskussion und das Verständnis für die Anliegen von Opendata.ch. Und sämtliche Bürokraten der Schweiz zu grösserer Transparenz zu erziehen, wird auch kein Zuckerschlecken werden.

Ich persönlich unterstütze die Ziele von Opendata.ch und wurde bereits an der Gründungsversammlung Mitglied. Ich wünsche viel Erfolg. Und viel Geduld.