Kurzkritik: Reamde

Mein Lieblingsautor Neal Stephenson hat sich dieses Mal mächtig ins Zeug gelegt und ein derart rasantes Buch geschrieben, welches keine Pause zulässt um über die absolut übertriebene Geschichte zu reflektieren: An einer Stelle bemerkt sogar die Protagonistin dass sie innerhalb einer Woche von der russischen Mafia, von islamischen Terroristen und kanadischen Bären bedroht wurde.

Die unwahrscheinliche Handlung wird mit Stephenson-typischen geekigen kleinen Ausflügen zerpflückt, welche in Reamde allerdings im Gegensatz zu seinen früheren Werken etwas in den Hintergrund geraten. Dadurch empfand ich das Buch mehr als Popcornliteratur denn Gedankenfutter. Ist manchmal auch ganz schmackhaft.

Konzert: Wunsch Traum Utopie – Der Chor

Wunsch Traum Utopie Flyer

Diese Jahr bietet Der Chor ein Acappella-Programm quer durch die Musikgeschichte, von Orlando di Lasso bis zu Sting.

Donnerstag, 10. Mai 2012 in der Petruskirche, Bern
Freitag, 11. Mai 2012 in der Kirche Oberstrass, Zürich
Samstag, 12. Mai 2012 in der Petruskirche, Bern

Tickets können für die Aufführungen in Bern online reserviert werden.

Gute Unterhaltung, ich freue mich auf deinen Besuch.

Video zum Wochenende: An Invocation for Beginnings

Ze Frank hat dank der Unterstützung durch ein paar Tausend Fans auf Kickstarter (mich eingeschlossen) seine legendäre Show neu gestartet.

Begonnen hat sie mit der Beschwörung für Anfänge:

This is an invocation for anyone who hasn’t begun,
Who’s stuck in a terrible place between zero and one.
Let me realize that my past failures at followthrough are no indication of performance.
They’re just healthy little fires that will warm up my ass.

Vollständiger Text bei Knitmeapony.

Kurzkritik: Mass Effect 3

Trotz aktueller Vierfachbelastung (1, 2, 3, 4) konnte ich mich in den vergangenen Wochen Stück für Stück durch Mass Effect 3 durchkämpfen. Der dritte Teil meiner heissgeliebten Science Fiction-Videsopielreihe bringt nach einer intensiven Tour-de-Force den Epos zum Abschluss.

Ich bin und bleibe begeistert: Die drückende Stimmung, welche sich besonders im letzten Drittel aufbaute, hielt bis zu den letzten Minuten an. Ich verlasse das Mass Effect-Universum nur mit schwerem Herzen.

(Danach folgte die spektakulär schlechte Endsequenz, welches mir aber wenig ausmachte. Die ca. 60 Stunden Spielzeit zuvor waren wirklich wirklich wirklich gut.)

Kurzkritik: The Best Exotic Marigold Hotel

Ein solider Gut-Fühl-Film in einem klassischen Kulturschock-Szenario. Jeder einzelne Handlungsstrang resultiert in einer positiven Auflösung. Etwas übertrieben, aber auf eine naive Art unterhaltsam. Ich nehme an, dass ich den Film in wenigen Wochen wieder vergessen haben werde.

Video zum Wochenende: Sunne

Freund und Kupferstecher Dabu Fantastic hat gestern den Swiss Music Award 2012 in der Kategorie Talent gewonnen. Herzlichen Glückwunsch.

In den Credits zum neuen Clip Sunne entdecke ich neben Dabu eine Reihe weitere mir bekannte Namen aus unserem Kollegenkreis: Ich hatte in der Vergangenheit die Freude mit vielen dieser Personen zusammen Ausbildungslager geleitet zu haben (Oder auch nur als Teilnehmer dabei gewesen zu sein). Wer auf ein solches Netzwerk zurückgreifen kann, darf sich wirklich glücklich schätzen.

(Dabus neuestes Album gibt’s bei iTunes und anderswo: Disco Titanic.)

Kurzkritik: Once Upon A Time In The West

Wow.

Ich habe mich noch nie gross für Western interessiert, und schon gar nicht für Western mit zweieinhalb Stunden Laufzeit. Aber der Klassiker Once Upon A Time In The West (Für einmal mit einem sinnvollen deutschen Titel: Spiel Mir Das Lied Vom Tod) ist zu gutem Recht ein Klassiker: Wunderbare Bilder, geduldige Einstellungen und gute Schauspieler. Ein toller Film.

Kurzkritik: Star Wars Uncut

Alle 15 Sekunden ein abrupter Stilwechsel: Für Star Wars Uncut haben knapp 500 Personen das Original Schnipsel für Schnipsel neu verfilmt, animiert oder wasauchimmer. Jede erdenkliche Technik kam dabei zum Einsatz. Das Endprodukt ist nun erschienen und kann online betrachtet werden.

Was mich dabei erstaunt hat, ist dass der Originalfilm auch in dieser eher konfusen Form dank seiner kompakten Erzählstruktur immer noch erstaunlich unterhaltsam ist. Trotz einer Dauer von zwei Stunden.

Kurzkritik: The Mongoliad (Season 1)

Neal Stephenson produziert zusammen mit Greg Bear und einer Gruppe von Mittelalterfreaks seit über einem Jahr einen Epos zur Zeit der mongolischen Invasion von Europa namens The Mongoliad. Es handelt sich um historische Fiktion, sie versuchen zwar die Kämpfe möglichst detailgetreu nachzustellen, nehmen sich aber bei der Geschichte Freiheiten heraus. Ungefähr im Wochentakt erscheinen neue Kapitel, soeben ist die erste Season abgeschlossen und die zweite angekündigt. Abgerundet wird das Werk mit Illustrationen, Videos, Entwürfen etc. Die Erscheinungsform ist ein grösseres Publikationsexperiment.

Ich bekomme nie genug von Neal Stephenson und verfolge die Story mit Vergnügen. Wahrscheinlich nicht sein grösstes Werk, aber spannend allemal.