Minarette sind keine Moscheen

Ich bin etwas irritiert: Die SVP lancierte soeben eine Volksinitative mit dem einfachen Text: Der Bau von Minaretten ist verboten.

Ist unseren lieben Rechten entgangen dass Minarette keine Moscheen sind? Haben sie diese zwei Begriffe verwechselt? Ihre Politik der Ausgrenzung und Paranoia müsste doch eigentlich ein komplettes Verbot aller Nicht-Christlichen Institutionen fordern.

(Sorry, wenn diese ganze Angelegenheit nicht so peinlich und traurig wäre, würde dieser Artikel sicher wesentlich witziger sein…)

Kurzmeinung: Sunshine

Ah, Sunshine, echte harte Science-Fiction aus England! Kühl und rational entscheidet die Crew der Ikarus II darüber wie sie mit ihren Problemen bei der Neu-Initalisierung der Sonne fertig werden. Bei schwierigen Entscheidung werden Emotionen ausgeblendet und die Demokratie wird zugunsten der Technokratie aufgehoben. Als der Sauerstoff auszugehen droht, diskutieren sie ruhig darüber wieviele von ihnen sterben müssen damit der Vorrat bis zum Missionsende reicht.

Toller Look, eiskalt gespielt, ein sanfter Soundtrack von Underworld und starke, d.h. positive 2001-Einflüsse würden diesen Film zu einem uneingeschränkten Spektakel machen.

Wäre da nicht dieses blöde letzte Drittel. Schade um den Film.

Sie hei d’Sunnä im Gsicht u Wind i de Haar…

Gleitschirmflieger sind professionelle Smalltalker: Es gibt schlichtwegs kein anderes Thema als Wetter, Wetter, Wetter… Und dieses war letztes Wochenende einhellig super: Sonne und Wind zum träumen.

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Am vergangenen Wochenende fuhren wir an den Neuenburgersee um dort in Mauborget zu fliegen. Traumhaftes Panorama (Welches leider auf dem Bild nicht so zur Geltung kommt.) Zum Glück tauchten wir schon früh am Samstag Morgen auf, der Startplatz ist offenbar extrem beliebt. Tatsächlich sah es am Mittag folgendermassen aus:

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Über 30 Gleitschirme und ein knappes Dutzend Deltaflieger tummelten sich auf der Wiese und hoben einer nach dem anderen ab. Etwas rechts vom Startplatz gab es angenehme Aufwinde und dorthin verzogen sich die Profis währenddem wir Schüler uns Richtung Landeplatz verzogen.

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Die 3 heutigen Flüge waren technisch wenig spektakulär, aber das warme Wetter machte alles irgendwie… leichter. Schöne Aussicht, man fliegt nicht komplett vermummt und eingepackt rum und fühlt sich noch einen Deut freier als zuvor.

(Ich habe mich prompt erkältet.)

Den dramatischsten Zwischenfall habe ich verpasst: Einer der Mitschüler hat es nicht geschafft in der Thermik zu drehen und fand sich plötzlich in Baumwipfelhöhe über dem Wald. Zum Landeplatz reichte es ihm nicht mehr, aber er befand sich zufälligerweise über einer Strasse und konnte so mitten im Berg landen. Unglaubliches Glück.

Am Sonntag fuhren wir ins Freiburgerland nach Plaffeien. Trotz des wunderschönen Tages gestern im Jura waren die Bisen-Prognosen etwas schlecht und wir entschieden uns aufs Gurli zu kraxeln.

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Und wurden dafür oben mit dieser Aussicht belohnt:

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Wow. Der Startplatz war ein bisschen steiler, holpriger und kürzer als die bisherigen, nicht ganz ungefährlich. Glücklicherweise lief alles gut, ein, zwei knifflige Startabbrüche inbegriffen, aber ich kam ohne Probleme weg.

Auch dieses Mal waren meine 3 Flüge wenig spektakulär, trotz der einmal mehr tollen Aussicht. Ich versuchte mich am Prüfungsprogramm und probierte das erste Mal meinen Beschleuniger aus (Eine Art Gaspedal welches ca. 10 km/h mehr an Geschwindigkeit herausholt auf Kosten erhöhtem Sinkens).

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Deshalb sass ich schon bald wieder am Boden und durfte warten: Zwar herschte viel Aufwind über dem Wald unter dem Startplatz, aber irgendwie traff ich die richtigen Zonen nicht bzw. war noch etwas zu früh dran. Alle die nach mir starteten kamen praktisch nicht mehr runter und brauchten sich gar nicht erst um die Thermikschläuche zu kümmern: Es ging einfach überall rauf. Ausser bei mir…

Fazit: Zwei Supertage und eine Erkältung, freue mich schon wieder auf die nächsten Flüge, ärgere mich dass ich jetzt gleich zwei Wochenenden ausgebucht bin und hoffe darum auf schlechtes Wetter.

Kurzmeinung: The Boss Of It All

Europäischer Film ist einfach der witzigste. Besonders wenn sich ein sonst so oberseriöse Filmemacher wie Lars Von Trier an eine Komödie heranwagt. Und gleich mehrmals selber im Film auftaucht und betont dass sein Werk sinnlos sei, ohne Relevanz oder inhaltliche Absicht.

Unsinn! In The Boss Of It All wird der Büroalltag 1:1 abgebildet: Die psychotische Mitarbeiter, der überforderte Chef, der tobende Investor und dazwischen der verträumter Schauspieler sind seit der TV-Serie The Office wohl das realistischste Büropersonal auf der Leinwand. Damit empfehle ich diesen Film einer jeden Bürodrohne die ihr Alltagsleid mit fiktiven Firguren teilen möchte. Es ist wunderbare Unterhaltung ohne peinliche Schenkelklopferwitze, Feierabend pur.

Ostergästeflüge im Wallis

Meine eigene Flugschule führte über Ostern einen Grundkurs durch und begleitete keine Höhenflüge, deshalb sah ich mich nach Alternativen um. Und lud mich spontan bei meinem Arbeitskollegen Andreas ein um in seinem Heimatfluggebiet zu fliegen: Vom Kühboden unterhalb vom Eggishorn hinunter nach Fieschertal.

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Ich fuhr am Ostersonntag morgen mit dem Zug so früh wie möglich rauf und wurde gleich darauf dem Klischee eines Berners gerecht: Zu spät am Briefing, zu langsam beim einpacken, als letzter oben und als letzter gestartet.

Über den ersten Flug möchte ich nicht reden: Holpriger Start, Flugmanöver mehr schlecht als recht (Doppelkreis war so schnell dass ich überschoss und zu pendeln begann, meine Acht danach glich mehr einer 11) und die Landung nicht eindeutig und daneben. Ich hinterliess schon mal einen schlechten ersten Eindruck beim Hansi, dem Fluglehrer vom Flyingcenter Oberwallis.

Ich war ziemlich erleichtert als der zweite Flug dafür extrem gut ging: Die Manöver waren noch etwas zu langsam, aber wenigstens in der richtigen Richtung. Und gelandet bin ich gerade mal drei Meter vom Zielpunkt. Entsprechend konnte ich den Flug auch besser geniessen, die über 1000m Höhendifferenz erlauben einen spektakulären Ausblick über die Gletscher, Berge und Täler vom Goms. Das tolle Osterwetter tat sein übriges. Ich wurde ziemlich neidisch auf meinen Kollegen der ein solches Fluggebiet genau vor der Haustüre hat. (In Bern können wir nicht mal vom Gurten fliegen ohne zuerst beim Flughafen Belp betteln zu gehen.)

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Leider kamen am Mittag dann schon Wolken auf die gefährlich rauf zogen und so blieben die Flugschüler nach zwei Flügen am Boden und guckten schadenfreudig zu wie andere Piloten mit der heftigen Thermik zu kämpfen hatten. Wie schon einmal gesagt: Runter kommen sie nicht immer.

Nach einem kurzen Abstecher zur Osterparty nach Visperterminen (Dem geheimen Oberwalliser Partymekka) und einer kurzen Nacht gings am Ostermontag wieder rauf. Die Wettervorhersagen waren ausgezeichnet und so freuten wir uns auf einen weiteren wunderschönen Flugtag.

Der Wind auf dem Startplatz war etwas schwieriger als am Tag zuvor und so hatte ich mit zwei Startabbrüchen zu kämpfen. Eigentlich nicht weiter tragisch, aber das wieder-rauf-laufen im Schnee war wesentlich anstrengender als erwartet. Zum Glück schaffte ich es beim dritten Mal ziemlich souverän. Der Flug war ok, die Landung knapp an einem Baum vorbei ca. 20 Meter zu kurz. Schade, aber mit jedem Anflug gewinne ich an Erfahrung und kann die Höhe für das Landemanöver besser einschätzen. Und damit auch weniger oft im Schlamm lande als bei diesem Versuch.

Beim zweiten Flug startete ich auf Anhieb, legte wieder einen guten Flug und landete zu weit: Unerwartete Steigung im Anflug und etwas zu zögerliches Bremsen und ich landete schon wieder fast im Schlamm.

Das Wetter entwickelte sich schlechter als vorhergesagt und aufgrund der stärker werdenden Turbulenzen brach der Fluglehrer auch an diesem Tag die Schulung nach zwei Flügen ab. Noch den ganzen Tag konnten wir danach Schirme und Deltas am Himmel sehen die sich mühsam runter kämpfen mussten. Definitv keine Verhältnisse die man unerfahren erleben möchte.

Fazit nach zwei Tagen: 4 Flüge, exzellentes Essen (Eine 15-Gault-Millau-Punkte-Käseschnitte), Gastfreundlichkeit, haufenweise Sonne getankt und wieder mal echtes Walliserdeutsch gehört…

A propos Fazit: Ich habe am 9. März begonnen zu fliegen, jetzt am 9. April habe ich bereits 26 Höhenflüge hinter mir. Damit rückt das Ziel mein Brevet noch in diesem Jahr zu machen in realistische Nähe. Ich habe mich zumindest schon fast für die Theorieprüfung angemeldet…

Link zum Osterwochenende: Warum wir alle frei haben

Hast du dich schon mal gefragt warum dieses Wochenende besonders lang ist? Und dich nicht getraut zu fragen was denn eigentlich los ist? Sind Fachbegriffe wie Gründonnerstag (Gestern), Karfreitag (Heute), Ostersam/sonn/montag dir gänzlich fremd?

Dann wird es Zeit sich in der Wikipedia schlau zu machen: Das Portal zu Ostern. Die Gelegenheit dazu hast du ja.

Ich wünsche allen meinen 83 Lesern ein entspanntes Wochenende und ein gesegnetes Osterfest.