Kreislandungen à discretion (3 Höhenflüge)

Es gibt Tage da geht einfach alles unerwartet perfekt auf.

Schon früh zeichnete sich am Donnerstag morgen bei der Arbeit ab dass wenig laufen würde. Ich kompensierte etwas von meinen Überstunden und beschloss schon um 10:00 wieder Feierabend zu machen, mit der Absicht zu Hause etwas private Pendenzen zu erledigen. Oder einfach an die Sonne zu liegen. Einen mehr zufälligen Blick auf das Programm der Flugschule zeigte unverhofft ein Alternativprogram auf: In einer halben Stunde würden der Flugbus nach Interlaken aufbrechen. Ein kurzes Telefonat zeigte aber auf dass sie schon unterwegs waren, also packte ich mein Material und nichts wie hinterher. Mit dem Zug war ich schon wenig später in Interlaken und lief dort zum Landeplatz Lehn, gerade rechtzeitig zum zweiten Flug. Nach diesem gehetzten Start ging’s nur noch aufwärts:

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In der Sorge über einen potentiellen Wetterumschwung und Niederschlag eilten wir hinauf zum Startplatz Lueggibrüggli. Die Thermik war nur schwach, mein brandneues Vario zeigte einfach ein geringeres Sinken als normal an. Zum soaren reichte das definitv nicht, aber die Flüge waren dementsprechend auch ruhig und ich genoss die Aussicht übers Tal und den Thunersee.

Und dann: Einen wunderbaren Anflug mitten in den 30m-Kreis, nur gerade einen Meter oder zwei vom Punkt entfernt! Das ist mir seit Monaten nicht mehr gelungen! Yay me!

Rauf und wieder runter und auch beim zweiten Mal wieder im Kreis gelandet.

Das Wetter hielt unerwarterterweise noch immer und so fuhren wir nochmals rauf und flogen runter. Wieder landete ich im Kreis, souverän und ohne gross murksen zu müssen.

Wow, endlich das Erfolgserlebnis das ich brauchte. Damit kann ich nun definitv eine Anmeldung an die praktische Prüfung ins Auge fassen.

Das Wetterglück an diesem Tag hielt übrigens noch länger an. Bei der Rückfahrt im heissen Bus beschloss ich danach noch kurz in die Aare zu gehen. Nach einigem hin & her mit Einkaufen und Velo am Bahnhof holen gehen, schaffte ich doch noch einen kurzen Schwumm neben dem Lorrainebad kurz bevor dann die Regenzeit gestern Abend wieder begann.

Über Stock und Stein (3 Höhenflüge in Schwarzsee)

Nach zwei Monaten Abstinenz und ein bisschen Terminschiebereien hat es vergangenen Samstag unerwarterterweise geklappt: Ich konnte wieder in die Luft gehen.

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Um den Nachmittagsgewittern möglichst aus dem Weg zu gehen fuhren wir schon am Morgen früh an den Schwarzsee und flogen dort von der Riggisalp hinunter ins Tal. Das sind etwas über 400 Meter Höhendistanz die man in 5 bis 6 Minuten zurücklegt. Nichts spektakuläres, aber ideal um wieder in Übung zu kommen. Jürg schickt uns sonst ab drei Monaten Abwesenheit wieder zurück an den Übungshang.

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Über die Flüge selber gibt es nicht viel zu berichten: Ausser für die halbwegs gelungenen Doppelkreise blieben bei diesen Höhen keine Reserven um weitere Manöver zu fliegen. Die Landungen waren allesamt daneben, da darf ich definitiv noch etwas länger herumüben. Thermik war eher schwach, wer zu lange vergebens versuchte an Höhe zu gewinnen landete danach fast im See.

Die Wolken und die aufkommenden Winde haben nach den drei Flügen leider weitere Starts verhindert. Noch als wir auf dem Sessellift waren rief uns der Starthelfer hinauf dass für heute Schluss ist. Etwas enttäuscht wollten wir schon wieder herunterfahren als Päscu, ein weiterer Flugschüler, spontan die Abfahrt mit den Monster-Trottinetten vorschlug. Interessante Teile: Extrem belastend für die Hände & Arme da man nicht absitzen kann, dafür kann dank der grossen Pneus praktisch jedes Gelände bezwungen werden. Über Wiesen und Schotterstrassen gings staubend hinunter zur Talstation, wo unsere Schirme schon wieder auf uns warteten. Und mit denen wir uns danach ins Restaurant verzogen um dort noch die Sonne zu geniessen. Fast so schön wie fliegen.

Im Gespräch im Restaurant bemerkte ich aber anschliessend doch noch wie praktisch in solchen Situationen mit unklarer und schwacher Thermik ein Vario ist. Da ich mein ausgeliehenes Flytec 5020 wieder zurückgab und es trotz der coolen GPS-Funktionen für zu teures Spielzeug halte, kaufte ich mir diese Woche ein günstigeres, kleineres und einfacheres Flytec 6005. Typisches Schweizer Elektronikprodukt: Solide und hochpräzis, aber immer diese fürchterliche Benutzerführung. Ich hoffe es bis nächste Woche beim Trekkingkurs der Flugschule Jura im Griff zu haben. Die Sommerferien stehen an und das Wetter spielt hoffentlich für möglichst viele Flugtage mit.

Zitat zum Wochenende: I Don’t Exist

1PM Mr. Ness Monster, How Kind of You to Make It Today

Trainer during computer training class: Now, everyone use their last name and first initial as their user name and password.
Trainee #1: I did that and it says I don’t exist.
Trainee #2: Me, too.
Trainee #3: Same here.
Trainer: Raise your hand if you don’t exist. [Almost entire class raises their hands.]
Meek voice from the back: I exist.

1515 Broadway
New York, New York

Overheard by: Jas

via Overheard in the Office, Jun 7, 2007

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein schönes Wochenende. Meines werde ich definitiv geniessen: Fliegen, Singen, Festen… (Nicht vergessen: Heute Abend ist die letze Chance unser Konzert zu besuchen, 20:30 in der Dreifaltigkeitskirche in Bern.)

Theoretische Gleitschirmbrevetprüfung bestanden

Nach ein, zwei Wochen fleissigem Durchklicken des SHVTest-Programms (einer alten, biederen Windows-only-Applikation, erstaunlich effektiv) hatte ich mich gestern Abend zusammen mit rund 25 Personen weiteren Personen im Uni Bern-Sportzentrum eingefunden um die Theorieprüfung für das Gleitschirmbrevet abzulegen.

Der Test umfasst je 20 Fragen in den Gebieten Fluglehre (Yay! Physik!), Wetterkunde (Argh, Wolken…), Materialkunde, Gesetze (Das BAZL lässt grüssen) und Flugpraxis. In friedlicher Multiple Choice-Manier durfte ich Fragen zur Thermik in einer Region mit ausgeprägtem Talwindsystem im August um 11:00 Uhr morgens beantworten. Oder wer den nun Vortritt hat: Der Fesselballon, der Militärhelikopter oder ich. Oder wann Berggeissen ihre Kitzen werfen. Alles mehr oder weniger lebenswichtige Informationen.

Ah, die Euphorie des Adrenalins einer Prüfung!* Schon zu lange durfte ich das nicht mehr erleben. Mit einer Mischung von Nervösität und Überdrehtheit setzte ich mich ans kreuzeln. Leider war es viel zu schnell vorbei und mit 94 richtigen und 6 falschen Antworten hatte ich die Prüfung souverän bestanden und kann jetzt… Naja, eigentlich kann ich nichts mehr ausser dass ich mich ab jetzt an die praktische Prüfung anmelden darf; flugtechnisch macht die Theorieprüfung auf jeden Fall keinen Unterschied.

Wenn ich doch mal wieder zum fliegen käme, jeder Tag am Boden wird langsam zur Qual.

* = Notiz an mich selber: Erzähl nie wieder wie sehr ich das Prüfungshigh an der Uni vermisse, besonders nicht wenn ein Dutzend Studenten mitten in den Semesterabschlüssen anwesend sind.

Die persönliche allgegenwärtige Datenbank

Am gestrigen BLGMNDYBRN hatte ich eine kurze Konversation mit Roger über den tollen GMail Mobile Client, einer kleinen Java-Applikation fürs Natel mit der man einfach, unkompliziert und extrem schnell auf sein Google Mailkonto zugreifen kann.

Was Roger bewusst macht und ich mir eher unbewusst angeeignet habe, ist der Prozess des Sich-Selber-Mails-Schicken: Informationen die ich gerne überall zur Verfügung habe schicke ich mir selber in meinen Briefkasten. Da man in GMail über knapp 3 Gigabyte Speicherkapazität verfügt und nie etwas zu löschen braucht, kann ich mit Hilfe der bewährten Googlesuche immer auf meine persönliche und passwortgeschützte Datenbank zugreifen. Sei es vom Natel aus via der obengenannten Applikation oder von einem beliebigen PC via Webmail, wobei ich in letzterem Falle noch zusätzlich Zugriff zu allen Dateien & Dokumenten habe welche ich in meinen Mails gespeichert habe.

Endlich unbeschränkter Zugang zu all meinen Daten. Das ist der Segen und zugleich der Fluch der allwissenden Datenkrake Google. Ich mag dessen Services nicht missen und bin durchaus bereit bezüglich meiner Privatsphäre dadurch Kompromisse einzugehen. Welcher Kompromiss der Tropfen sein wird der das Fass zur kompletten Transparenz verführt, weiss ich auch nicht.

Déjà Vu: Zwei Höhenflüge in Plaffeien und im Fieschertal

Die anstehenden Chorkonzerte, schlechtes Wetter in der Vergangenheit und ein entspanntes Pfingstweekend im Engadin verhindern leider im Moment das Abheben vom Boden.

Und so bleibt mir und meinen 113 Lesern nichts anderes übrig als sich in der Erinnerungen an längst vergangene Flüge zu wonnen. Also Google Earth installieren und los gehts:

Fiesch, 18. April 2007 (Blogbeitrag)
Plaffeien, 15. April 2007 (Blogbeitrag)

Evt. muss man auf die Links rechtsklicken und Speichern unter… wählen.

Die Flugdaten stammen aus dem ausgeliehenen Flytec 5020, im 1-Sekunden-Interval aufgezeichnet und mit einem Haufen grauenhafter Software ausgelesen & konvertiert.

Und jetzt wieder zurück zum Theorie büfflen, nächste Woche habe ich Prüfung und muss jetzt alle meine verdrängten Geographieunterrichtstunden zum Thema Klimatologie wieder hervorkramen.

1:30:16 (Mein erster Grand Prix Bern…)

Angekommen nach 1:30:16. Dass ich mein persönliches Ziel um 16 Sekunden verfehlt habe ist mir ziemlich egal, dabei zu sein war alles. Und da mein Bruder krankheitshalber nicht teilnehmen konnte ersparte mir eine moralische Niederlage was fast so gut wie ein moralischer Sieg ist.

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Vor zwei Monaten begann ich für den GP zu trainieren und bin jetzt müde aber glücklich über meine Leistung. Noch in der Nacht auf Samstag war ich so nervös dass ich kaum schlafen konnte. Aufgedreht nahm ich an dem ganzen Rummel teil: Einlaufen mit tausenden anderen Läufern, ein Stretching mit hunderten von Teilnehmern und ganz einfach der Umstand dass sich dort über 20’000 Leute zum gemeinsamen Sport versammelten.

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Da war ich direkt froh dass mein Arbeitsgeber für die Firmentrophy sich die Champions Lounge im Stade De Suisse reserviert und ich dort kurz vor dem Rennen noch ein paar ruhige Minuten verbringen konnte.

Und dann ging’s los: Im 16:24 im Startblock 16, gemütlich in der Masse mitjoggen, plaudern mit Sarah, den Aargauerstalden hinab und vor dort aus durch die Altstadt, ins Marzili, die erste Steigung vom Dälholzli hinauf in den Wald hinein, im Kirchenfeldquartier rumkurven, dort die Aussicht geniessen (Spektakulär: Man sieht hinunter auf die Monbijoubrücke, ca. 2000 Läuferinnen und Läufer darauf am joggen…) und dann den langen Weg zurück über den Bundesplatzteppich, die Altstadt wieder hinab und den Aargauerstalden wieder hinauf. Ich schaffte es durchzujoggen und musste nicht laufen und hielt auch den langen Schlusslauf zurück zu den Bea-Hallen durch. Und dann das Hochgefühl nach der letzten Kurve auf das Ziel einzuschwenken und die Endlinie kurz vor mir zu sehen. Und die letzten Meter flog ich nur noch so dahin, ich freue mich schon auf das Video vom Zieleinlauf das ich hier in einigen Tagen publizieren werde.

In der Zwischenzeit hier mal die Auswertung meines Nike+-Sportkits:

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In der vergrösserten Ansicht sieht man die Geschwindigkeit in Funktion der Zeit, die Höhe der Kurve hat nichts mit der Höhe der Strecke zu tun sondern zeigt nur wie schnell ich zu diesem Zeitpunkt gerannt bin. Ideal wäre eine einigermassen gerade Linie. Die Unterschiede in Zeit & Strecke kommen von der Messungenauigkeit her: Ich hatte vergessen das Ding abzustellen als ich bereits im Zielraum war und der Sensor ist nicht 100% exakt.

Alles in allem ein gelungener Anlass und auch ein persönlicher Erfolg für mich. Egal wenn Ale, Jean, Natalie und Habi alle schneller waren (Sarah habe ich ein paar Minuten hinter mir gelassen), nächstes Jahr ist wieder ein neuer GP und eine neue Herausforderung. (Merkt euch das, Roland, Matthias, Isa…)

Und an dieser Stelle möchte ich noch schnell auf die Fotos von Lord Lance verweisen. Wow.

Mit High-Tech an den Grand Prix Bern

Morgen ist es soweit, der 26. Grand Prix von Bern findet statt und ich nehme zum ersten Mal auch daran Teil. Ich freue mich bereits extrem denn nach jahrelanger sportlichen Lethargie habe ich mich endlich aufgemacht und werde mit 16’000 weiteren Personen die 16 Kilometer quer durch Bern sekkeln. Das selbstgesteckte Ziel einer Laufzeit von unter 1h 30min werde ich wohl erreichen, das Wettrennen mit meinem Bruder fällt aufgrund seiner Grippe leider aus.

Imposant sind die technischen Features des Laufes: Am Start wird man mit RFID-Chip exakt und individuell getimt, unterwegs sorgen Foto- und Videokameras für Kontrolle und Souvenirs und am Schluss wartet bereits die SMS mit der Einlaufzeit. Ah ja, die Strecke gibt’s natürlich als Google Earth-Link auf der Webseite vom GP.

Ich habe sogar ein Spielzeug mehr dabei: Das Nike+ Sport Kit für den Apple iPod misst dank einem Beschleunigungssensor am Fuss meine eigene Geschwindigkeit und bereitet sie am Schluss wunderschön grafisch auf. Das kleine und billige Sensorpaket (40.- SFr.) ist vollgepackt mit Features, unterwegs wird der zwingend notwendige iPod Nano sogar zur Ansage der Laufdaten (Zeit, Strecke, Geschwindigkeit und verbrannte Kalorien) benutzt. Damit machte das Training extrem viel mehr Spass, jede Leistung wird dokumentiert. Ich werde am Sonntag hier meine GP-Leistung publizieren, im Moment kann ich nur auf Rouges Beispiel verweisen.

Wearable Computing ist hier. Und ich werde es morgen mit der Startnummer #16570 mit mir rumtragen. Mal sehen wie weit ich komme…

Meinungsumfragen ansteller technischer Expertise?

Die NZZ berichtet heute über die Pläne des VBS zur Einführung eines elektronischen Dienstbüchleins für die Angehörigen der Armee.

Und wie geht das VBS diese eher technische Frage an? Mit der Konsultation von Fachleuten? Mit Offerten? Mit dem Einholen von Vorschlägen von Firmen auf dem Gebiet der Dokumentenverwaltung?

Nein, sie machen eine Meinungsumfrage.

Das ist gelebte Milizarmee! Ich glaube zwar kaum dass aus der Umfrage, abgewickelt über ein externes Unternehmen, produktive Resultate entstehen, aber hauptsache wir haben darüber geredet. Und wetten dass später kaum Geld für Usabilitytests mit den Benutzern übrig bleibt und darum das Projekt unter Druck gerät.