Ostergästeflüge im Wallis

Meine eigene Flugschule führte über Ostern einen Grundkurs durch und begleitete keine Höhenflüge, deshalb sah ich mich nach Alternativen um. Und lud mich spontan bei meinem Arbeitskollegen Andreas ein um in seinem Heimatfluggebiet zu fliegen: Vom Kühboden unterhalb vom Eggishorn hinunter nach Fieschertal.

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Ich fuhr am Ostersonntag morgen mit dem Zug so früh wie möglich rauf und wurde gleich darauf dem Klischee eines Berners gerecht: Zu spät am Briefing, zu langsam beim einpacken, als letzter oben und als letzter gestartet.

Über den ersten Flug möchte ich nicht reden: Holpriger Start, Flugmanöver mehr schlecht als recht (Doppelkreis war so schnell dass ich überschoss und zu pendeln begann, meine Acht danach glich mehr einer 11) und die Landung nicht eindeutig und daneben. Ich hinterliess schon mal einen schlechten ersten Eindruck beim Hansi, dem Fluglehrer vom Flyingcenter Oberwallis.

Ich war ziemlich erleichtert als der zweite Flug dafür extrem gut ging: Die Manöver waren noch etwas zu langsam, aber wenigstens in der richtigen Richtung. Und gelandet bin ich gerade mal drei Meter vom Zielpunkt. Entsprechend konnte ich den Flug auch besser geniessen, die über 1000m Höhendifferenz erlauben einen spektakulären Ausblick über die Gletscher, Berge und Täler vom Goms. Das tolle Osterwetter tat sein übriges. Ich wurde ziemlich neidisch auf meinen Kollegen der ein solches Fluggebiet genau vor der Haustüre hat. (In Bern können wir nicht mal vom Gurten fliegen ohne zuerst beim Flughafen Belp betteln zu gehen.)

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Leider kamen am Mittag dann schon Wolken auf die gefährlich rauf zogen und so blieben die Flugschüler nach zwei Flügen am Boden und guckten schadenfreudig zu wie andere Piloten mit der heftigen Thermik zu kämpfen hatten. Wie schon einmal gesagt: Runter kommen sie nicht immer.

Nach einem kurzen Abstecher zur Osterparty nach Visperterminen (Dem geheimen Oberwalliser Partymekka) und einer kurzen Nacht gings am Ostermontag wieder rauf. Die Wettervorhersagen waren ausgezeichnet und so freuten wir uns auf einen weiteren wunderschönen Flugtag.

Der Wind auf dem Startplatz war etwas schwieriger als am Tag zuvor und so hatte ich mit zwei Startabbrüchen zu kämpfen. Eigentlich nicht weiter tragisch, aber das wieder-rauf-laufen im Schnee war wesentlich anstrengender als erwartet. Zum Glück schaffte ich es beim dritten Mal ziemlich souverän. Der Flug war ok, die Landung knapp an einem Baum vorbei ca. 20 Meter zu kurz. Schade, aber mit jedem Anflug gewinne ich an Erfahrung und kann die Höhe für das Landemanöver besser einschätzen. Und damit auch weniger oft im Schlamm lande als bei diesem Versuch.

Beim zweiten Flug startete ich auf Anhieb, legte wieder einen guten Flug und landete zu weit: Unerwartete Steigung im Anflug und etwas zu zögerliches Bremsen und ich landete schon wieder fast im Schlamm.

Das Wetter entwickelte sich schlechter als vorhergesagt und aufgrund der stärker werdenden Turbulenzen brach der Fluglehrer auch an diesem Tag die Schulung nach zwei Flügen ab. Noch den ganzen Tag konnten wir danach Schirme und Deltas am Himmel sehen die sich mühsam runter kämpfen mussten. Definitv keine Verhältnisse die man unerfahren erleben möchte.

Fazit nach zwei Tagen: 4 Flüge, exzellentes Essen (Eine 15-Gault-Millau-Punkte-Käseschnitte), Gastfreundlichkeit, haufenweise Sonne getankt und wieder mal echtes Walliserdeutsch gehört…

A propos Fazit: Ich habe am 9. März begonnen zu fliegen, jetzt am 9. April habe ich bereits 26 Höhenflüge hinter mir. Damit rückt das Ziel mein Brevet noch in diesem Jahr zu machen in realistische Nähe. Ich habe mich zumindest schon fast für die Theorieprüfung angemeldet…

Link zum Osterwochenende: Warum wir alle frei haben

Hast du dich schon mal gefragt warum dieses Wochenende besonders lang ist? Und dich nicht getraut zu fragen was denn eigentlich los ist? Sind Fachbegriffe wie Gründonnerstag (Gestern), Karfreitag (Heute), Ostersam/sonn/montag dir gänzlich fremd?

Dann wird es Zeit sich in der Wikipedia schlau zu machen: Das Portal zu Ostern. Die Gelegenheit dazu hast du ja.

Ich wünsche allen meinen 83 Lesern ein entspanntes Wochenende und ein gesegnetes Osterfest.

Unboxing: Das Ostergeschenk der Firma

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Das diesjährige Ostergeschenk der Firma erzeugt bei mir gemischte Gefühle:

Positiv: Es ist was zu essen.
Positiver: Es ist aus Schokolade.

Negativ: Ich verzichte in der Fastenzeit auf Süsses.
Negativeres: Bis Ostern ist der Hase wohl schon meinen Mitbewohnerinnen zum Opfer gefallen.

Positiv: Es ist was zu essen.
Negativ: Die aufwändige Verpackung produziert einen Müllhaufen der in keinem Verhältnis zum Inhalt steht.

(Dennoch Danke, sollte mein Arbeitgeber mit seinen Argusaugen auch mein Blog überwachen.)

Was machen 3 Komponisten nach dem Konzert?

Vergange Woche besuchte ich das Konzert des Chors des Gymnasium Neufeld, ebenfalls zum Thema Sandor Veress. Seine Musik und die Werke seines Lehrers Béla Bartók gehören wohl zum unterhaltsamsten was es in der modernen europäischen Musik gibt, dagegen hörte sich Bach fast langweilig an. (Die Konzertkritik vom Bund stimmt da mit mir überein.)

Speziell am Konzert war dass einige der aufgeführten Komponisten noch leben und anwesend waren: Urs Peter Schneider, Heinz Holliger und Jürg Wyttenbach hörten zu oder nahmen aktiv am Konzert teil.

Ich wundere mich was die drei wohl nach dem Konzert gemacht haben? Gehen die noch zusammen in die Beiz und reden? Über was? Fachsimpeln die auf hohem Niveau über Harmonien & Stimmungen oder reden sie wohl über solche profanen Dinge wie SUISA-Gebühren und Notenpapierpreise?

Meta-Aprilscherz in der Flugschule: Chrigel Maurer und Joya Rennt

Die besten Aprilscherze sind diejenigen, die realistisch wirken und deren Scherzhaftigkeit bis am Schluss nie bestätigt ist.

Gestern Sonntag erlebte ich einen solchen, als am Tag zuvor auf unserem Flugprogram für den 1. April folgende Ankündigung stand:

Für die Sat 1 Sendung Joya Rennt führen wir morgen Tandemflüge für die Kandidaten durch. Dabei werden wir von Chrigel Maurer (PWC Sieger 2006, Weltrekordhalter, Europameister 2004, Acrocrack) unterstützt. Er wird die Kandidaten um 13.00 mit ein paar tollen Acromanövern begrüssen.

Das war zwar halbwegs realistisch, aber irgendwie… Da das ganze in Schwarzsee mit seinen 400 Meter-Flügchen stattfand, fand ich das ganze etwas suspekt. Jürg, der Fluglehrer und seine Freundin amüsierten sich köstlich als sie uns bei der Hinfahrt mit wiedersprüchlichen Informationen zu der Ernsthaftigkeit der Ankündigung versorgten.

Und so ging das den ganzen Tag weiter. Ich war mittlerweile ebenfalls verwirrt und harrte der Dinge die da kamen, bzw. konzentrierte mich mal auf meine eigenen Flüge von der Riggisalp herab in den blauen Himmel.

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Als ich unten war hiess es tatsächlich das Chrigel Maurer oben auf dem Startplatz sich bereitmacht. Das Joya Rennt-Auto tauchte ebenfalls auf und zerstreute damit alle Zweifel am Aprilscherz: Es handelte sich um einen Meta-Aprilscherz, die Verpackung als Scherz war der Witz an sich.

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Auf diesem Foto nicht ersichtlich sind die spektakulären Manöver mit denen Chrigel Maurer den Joya-Kandidaten Angst einjagte, bevor sie selber hinauf mussten und zwei Tandemflüge tätigten.

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Die Entschlusslosigkeit der Kanditaten liess einen Teil des Tages leider zu einer Geduldspartie werden, aber schlussendlich schafften sie es doch noch sich zu überwinden und abzuheben. Zusammen mit dem Kamerateam flogen sie zusammen den Berg hinunter.

Trotz intensiven Versuchen meinerseits (Nein, nicht wirklich) werde ich in der Anfangs Mai ausgestrahlten Sendung nicht zu sehen sein.

Als der ganze Rummel dann endlich zu Ende war, konnten wir noch in Frieden weiter unsere Runden drehen. Heute kam ich auf 4 Höhenflüge und 0 Bruchlandungen, dafür ist der Schirm jetzt wieder feucht und dreckig. Der Schnee von letzer Woche war mittlerweile geschmolzen und hatte den Landeplatz in eine Schlammpfütze verwandelt. Zum Glück hatten wir wenigstens tolles Wetter…

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Wunderbares Wetter zum Skifahren (5 Höhenflüge)

Im Unterland mag es ja nicht so schön gewesen sein, aber im Freiburger Oberland dafür umso mehr: Beim Schwarzsee scheinte am vergangenen Sonntag praktisch den ganzen Tag die Sonne am blauen Himmel. Frisch gefallener Schnee hätten das zu einem wunderbaren Skitag gemacht.

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Aber wir waren nicht zum Skifahren da, nein, Fliegen war wieder angesagt: Früh am Morgen fuhren wir zusammen mit den Wintersportlern hinauf auf die Riggisalp, gleich neben der Sesselbahn machten wir uns dort auf der Skipiste breit. Normalerweise ist das untersagt und tendenziell auch eher dumm (Skis und ausgelegte Gleitschirme mögen sich nicht), aber da es sich beim Schwarzsee um das Stammfluggebiet unseres Fluglehrers Jürg handelt, hat er eine stehende Abmachung dort im Gebiet.

Die Flüge waren eher kurz und nicht besonders hoch, gerade mal 420 Höhenmeter ging es vom Startplatz runter. Es blieb kaum Zeit um in der Luft Manöver zu machen, gerade einmal in meinen 5 Flügen konnte ich einen Doppelkreis probieren. Und musste darauf auch gleich wieder landen. So haben wir an diesem Tag vorallem das geübt: Starten und Landen.

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Lustigerweise lag auf dem Landeplatz ca. 40cm Neuschnee. Das gab ein paar lustige Szenen dank den versteckten ‚Glunggen‘ und Bächlein quer durchs Feld. Auch ich hatte bei meiner ersten Landung eher Pech: Ich wurde zwar nicht nass, war aber so überrascht im Schnee festzustecken, dass ich keinen Schritt mehr tat und sich mein Schirm vorne in den Schnee grub, mit der Kalottenöffnungen voran. Ich durfte aus 38 Luftzellen Schnee rauskramen. Und bei der dritten Landung fiel der Schirm halb über mich, was mir die Leinen heftig verknüpfte. Zu zweit haben wir darauf während 20 Minuten die Schlaufen wieder zu lösen versucht. Selber überrascht hat mich dass ich nie im See gelandet bin.

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Und da war dann noch das Anstehen: Die Skifahrer stolpern mit ihren Brettern rum und wir Gleitschirmflieger erschlagen dafür mit unseren riesigen Rucksäcken fast die kleinen Kinder.

Alles in allem war der Tag unspektakulär verlaufen. Ich habe etwas mehr Übung im Abschätzen der Höhe beim Landeanflug erhalten, aber treffe den Kreis dennoch kaum mehr. Irgendwie war das als blutiger Anfänger noch einfacher. Jetzt hocke ich zu Hause, mit Sonnenbrand, und habe meinen Schirm zum Trocknen quer durchs Zimmer aufgehängt. In freudiger Erwartung aufs nächste sonnige Wochenende.

Gedanke zum Wochenende: Bloggender Bundesrat

Ich glaube ich habe in meinen 28 Lebensjahren noch nie eine Ansprache, eine Rede oder einen Auftritt eines Bundesrates komplett gesehen.

Aber wenn einer von ihnen bloggt, so lese ich seine Artikel mit Interesse. Und freue mich über die Nähe und das Gefühl von Ehrlichkeit die dieses Medium vermittelt.

Runter kommen sie fast immer

Das alte Fliegersprichwort ist nicht ganz korrekt wie ich heute herausgefunden habe. Es geht nicht zwangsläufig abwärts mit mir. Aber dazu später mehr.

Die etwas starken Winde bewogen unseren Fluglehrer heute dazu von Flügen über den Schwarzsee zu verzichten und wir begaben uns des morgens nach Mürren wo wir mit Seil- und Sesselbahn zum Startplatz auf dem Schiltgrat begaben. Ich breitete freudig meinen neuen alten Schirm aus und wenig später gings los. Starten war auf der leicht abschüssigen schneebedeckten Piste nicht so ein Problem, nur ich brauchte zwei Anläufe: Beim ersten Mal lief ich zuwenig schnell und der Schirm fiel hinter mir wieder zu Boden. (Grmbl, ein vollbesetztes Restaurant sah dabei zu…) Von dort flogen wir zwischen den Skifahrern hindurch einen spektakulären Flug knapp 1200m tiefer zurück zum Landeplatz bei der Talstation der Luftseilbahn.
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Das Tal besteht quasi aus zwei senkrechten Felswänden, dort ist das Fluggefühl etwas eingeschränkter als bei den letzten Flügen über dem Thunersee. Es war spannend, aber auch ziemlich ruhig da die erwarteten Aufwinde in der Thermik ausblieben. Zuerst rechneten wir noch mit einem stündigen Flug, geblieben waren davon ca. 20 Minuten.

Für den zweiten Flug entschlossen wir uns zurück nach Interlaken zu fahren und dort wieder vom Luegisbrüggli zu starten. Dort blies der Wind im Moment angenehm zügig und so war das Starten für dieses Mal kein Problem. Die Thermik war ziemlich stark und so konnte ich zum ersten Mal etwas aktiv an Höhe gewinnen indem ich mich am Berg hochhangelte. Leider war ich nicht ganz alleine am Himmel und ich entschloss mich bald einmal wieder Richtung Landeplatz zu fliegen. Die Landung war ok, der jetzt etwas stärkere Talwind machte das Einschätzen des Landeplatzes etwas komplizierter: Man bleibt streckenweise quasi in der Luft stehen und kaum dreht man sich weg vom Wind, bläst einen dieser quer übers Feld. Und das heisst hier: In Richtung Schiessstand wo zu dem Zeitpunkt scharf geschossen wurde.

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Beim zweiten Start vom Luegibrueggli war der Aufwind etwas schwächer, dafür war am Grund der Talwind in der Zwischenzeit sehr stark geworden. Jürg fand dass wir dennoch fliegen können, die Gefahr im See zu landen war in dieser Situation gering, wir mussten uns eher Sorgen machen erschossen zu werden.
Das war allerdings dann mal für 20 Minuten nicht mein Hauptproblem: Ich kam nämlich gar nicht erst runter. Die Thermik war so stark dass ich schon bald nach dem Start weiter über dem Startplatz meine Kreise drehte und dabei kaum Höhe verlor. Für gewöhnlich reicht Kurvenfliegen einfach aus um hinunter zu kommen, aber bei diesen Aufwinden blieb ich mit diesem Manöver nur mehr oder weniger auf der gleichen Höhe. Zum Glück gibt es in diesen Situationen Fluglehrer die per Funk Ratschlag geben. Und zum Glück hat meiner letzte Woche schon mit mir Ohren einklappen geübt: Indem ich künstlich die Gleitschirmfläche verkleinere, verliere ich viel schneller als normal an Höhe. Mehrere Minuten musste ich die äussersten Flügelenden mit den sogenannten A-Leinen herunterziehen um endlich in Bodennähe zu gelangen. Als ich endlich mal unten war, erschwerten turbulente Bodenwinde eine saubere Landung: Wieder hängte ich in der Luft, wenige Meter über Grund, kaum vorwärtskommend, der Schiessstand unangenehm nah.

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Die endgültige Landung erfolgte dann doch sanfter als erwartet. Aber selbst die alten Hasen vor Ort fanden dass sie noch selten derartige Windverhältnisse im Lehn gesehen hätten. Einer der Deltaflieger hatte weniger Glück als ich, kam aber mit Materialschäden davon. Zeit und Wind war in diesem Moment schon soweit fortgeschritten dass wir diskussionlos einpackten und uns auf den Rückweg machten.

Die Erfahrung war trotzdem gut, derartig an Höhe gewonnen hatte ich zuvor noch nie. Und ich kann jetzt die Angst der Piloten vor Cumulonimbus-Wolken verstehen: Aus solchen Thermikverhältnissen lebendig herauszukommen, grenzt an ein Wunder.