HD-DVD und Blu-Ray-Verschlüsselung ist passé

Das hat fast länger gedauert als ich gedacht habe: Offenbar sind die Processing Keys unverschlüsselt im Speicher aufgefunden worden. Und wie Boing Boing korrekt feststellt braucht es für die künstliche Verhinderungstechnologie DRM nur einen Fehler und das ganze System liegt darnieder.

Wen wird das jetzt wirklich stören? Ausser der üblichen Empörung der Filmindustrie werden sich wohl beonders Gerätehersteller freuen: Die ganzen DRM-Geschichten und Formatkriege haben die Konsumenten schon zu lange verunsichert und Investitionen in High-Def-Apparaturen verzögert. Jetzt dürfte sich die Verbreitungsgeschwindigkeit etwas beschleunigen.

Als Anekdote dazu: Der rumänische Staatspräsident Basescu wies auf den positiven Effekt von Windows-Raubkopien auf die nationale Informatik hin, an einer Pressekonferenz und neben ihm sass Bill Gates.

In Davos war WEF und niemand hat’s bemerkt

Ich weiss nicht ob es nur mein Eindruck ist, aber bis auf ein paar wenige Demonstranten in Basel (Man beachte die letzten zwei Abschnitte im NZZ-Artikel) scheint niemand bemerkt zu haben dass letztes Wochenende in Davos das Weltwirtschaftsforum stattfand. Dieses Jahr war die Resonanz in den Medien und auf der Strasse eher gering.

Die einzigen interessanten Artikel habe ich bei Bruno Giussani (Lunch Over IP) verlinkt gefunden: Man (wunsch-) denkt dass sich das globale Machtgefüge verändert, nicht zuletzt fliesst auch Macht over IP zu den Individuen, den einzelnen Benutzern des oft zitierten Web 2.0.

Unglaubwürdiger wirkt Bill Gates der behauptet dass in 5 Jahren das Fernsehen aufhört zu existieren. Für mich persönlich mag das schon jetzt stimmen, aber ich sage diesem Medium noch ein langes Leben voraus, insbesondere weil Bill ja auch so ein grossartiger Prognostiker ist: Vor 3 Jahren hat er behauptet dass Spam seit letzem Jahr Geschichte ist. Und da gibt es noch das Thema Spracherkennung

Eine kleine Moschee auf der Prärie

Hoffnung! Der Glaube an ein gutes TV-Programm ist wiederhergestellt. Zwischen all den Autobahnpolizisten und attraktiven Ärztinnen mit ihren Beziehungsneurosen findet sich doch von Zeit zu Zeit wieder etwas Neues.

Diese Woche ist es die kanadische Serie Little Mosque on the Prairie: Ein islamischer Clan in einem kleinen Kaff mietet sich in der lokalen Kirche einen Raum und benutzt diesen fortan als Moschee. Zweierlei Konflikte treten dabei auf: Das Misstrauen gegenüber den Muslimen und die internen kulturell-regligiösen Streitigkeiten der Gemeinde. Etwas überzeichnet, sicher, aber doch charmant.

Zwei Ausschnitte: Protestanten und Terroristen.

(Natürlich läuft die Serie erst gerade in Kanada an und ist weit und breit hier noch nicht zu sehen. Aber auf Youtube findet sich mindestens die erste Episode komplett, der Rest ist eine Frage des Suchens.)