Temporale Hilflosigkeit

In meiner neuen Funktion als Wettermacher/Umweltinformatiker darf ich mich tagtächlich mit den verschiedensten Zeitsystemen herumschlagen. Und ich bin nicht der einzige der sich fragt wie wir uns unser kompliziertes Sekunden-Minuten-Stunden-Tage-Woche-Monate-Modell antun konnten. (Mir graut insbesondere vor der Zeitumstellung nächste Woche). Folgendes Zitat fand ich im GNU get_date-Handbuch:

Our units of temporal measurement, from seconds on up to months, are so complicated, asymmetrical and disjunctive so as to make coherent mental reckoning in time all but impossible. Indeed, had some tyrannical god contrived to enslave our minds to time, to make it all but impossible for us to escape subjection to sodden routines and unpleasant surprises, he could hardly have done better than handing down our present system. It is like a set of trapezoidal building blocks, with no vertical or horizontal surfaces, like a language in which the simplest thought demands ornate constructions, useless particles and lengthy circumlocutions. Unlike the more successful patterns of language and science, which enable us to face experience boldly or at least level-headedly, our system of temporal calculation silently and persistently encourages our terror of time.

… It is as though architects had to measure length in feet, width in meters and height in ells; as though basic instruction manuals demanded a knowledge of five different languages. It is no wonder then that we often look into our own immediate past or future, last Tuesday or a week from Sunday, with feelings of helpless confusion. …

— Robert Grudin, Time and the Art of Living.

Abgehängt

Schon zu lange habe ich hier keine Lobeshymne auf die Ingenieursleistungen von Apple mehr publiziert. Ich nehme die gestrige Vorstellung der neuesten Mac-Laptops zum Anlass meine Begeisterung einmal mehr kund zu tun.

Apple hat sie alle abgehängt.

Wenn ich heutzutage mein iPhone benutze oder wenn ich schon nur Bilder des neuen MacBook Pros sehe, bekomme ich den Eindruck dass das zeitgemässe Hardware ist. Fertig mit billigen Plastikteilen à la Dell & IBM, wir können es uns heutzutage leisten solides Aluminium und hochwertiges Glas zu verbauen. So fühlt sich High-Tech an.

Die neuen MacBooks und MacBook Pros sind keine Revolution, aber sie machen einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung. Kaum habe ich sie gesehen, will ich eines davon besitzen. Völlig irrational, einfach nur weil sie so unglaublich attraktiv sind. Dabei stimme ich mit einer Aussage von Chm überein: Das iPhone ist ein derart gutes mobiles Datenverarbeitungsgerät, dass auch ich meinen Laptop kaum mehr unterwegs nutze. Schade eigentlich.

Künstliche Künstlichkeit im Autofriedhof

Vergangenen Sonntag nutzten wir die letzte Gelegenheit den faszinierenden Autofriedhof in Kaufdorf zu besuchen. Danke gutem Timing kamen wir genau vor dem grossen Ansturm in den Friedhof hinein und konnten gemütlich durch die Wracks schlendern. (Fotos habe ich keine gemacht, es waren genügend andere Personen mit Stativen & Spiegelreflexen zugegen. Oder guck mal bei Rouge vorbei.)

Das Publikum war ebenfalls extrem spannend: Autoenthusiasten wechselten sich ab mit Documenta-Taschen-tragenden Kulturinteressierten. Und diese zwei Gruppen vertrugen sich nicht: Die manchmal etwas schwer verständlichen Kunstinstallationen im Friedhof wurden von ersteren als störend empfunden, was von verbalen Ausrufen bis hin zu Vandalismus führte.

Ich denke diese Leute sind sich der Ironie ihrer Meinung nicht ganz bewusst: Sie beklagen sich dass künstliche Elemente in die völlig natürliche Umgebung (Autowracks in einem Wald) eingebracht wurden, welche die natürliche Ordnung stören.

In diesem kunstfeindlichen Umfeld waren Annina & Amayi mit ihrer Campingwageninstallation die mutigsten. Im Gegensatz zu den anderen Kunstschaffenden waren die beiden Studentinnen selber Teil ihres Werkes und haben auch gleich vor Ort übernachtet. Der Umstand dass sie Kaffee & Zuckerwatte verkauften hat den Zorn der 4-Rad-Fans etwas besänftigt.

Der ehemaligen Kulturminster Heinrich Gartentor hatte die beiden zu dieser Nationalen Kunstaustellung eingeladen, noch bevor A&A ihre kriminelle Laufbahn eingeschlagen hatten. Annina hatte mit uns Bergwärts letzte Woche geleitet, musste wegen dieser Installation früher abreisen und hat sich dementsprechend gefreut als wir sie besuchen kamen. Und wir sagten an diesem sonnigen Tag auch nicht Nein zu etwas frischer Luft und altem Rost.

Wirklich ein toller Sonntagsausflug.

Und tschüss

Und tschüss

Und tschüss, originally uploaded by christian st..

Erfolgreicher Abschluss eines erfolgreichen Lagers. Die Müdigkeit
sitzt mir tief in den Knochen, aber der Aufwand lohnt sich jedes Jahr.


http://hymnos.existenz.ch
(In Wirklichkeit gar nicht anwesend.)

Kurzangebundenheit und allfällige Tippfehler sind zu entschuldigen;
diese Mail wurde auf einem iPhone verfasst.