Swisscom publiziert iPhone-Tarife und verlangt überraschend wenig

Jetzt sind sie da: Zehn Tage vor der offiziellen Lancierung des iPhones in der Schweiz publiziert die Swisscom ihre Tarife.

Und es sieht gut aus: Zwar keine Datenflatrate, aber nur 55.- SFr. für 1gb/Monat ist wesentlich günstiger als ich es mir persönlich erhofft hatte. Ich rechnete mit mindest Abokosten von 60-70.- SFr. Und muss jetzt mal bei Habi und Chm nachfragen wieviel Daten sie so bisher pro Monat verbraten haben. 250mb oder 1gb, das ist die Frage.

Mit 16.7m/s dem Boden entgegen

(Mami, falls du das hier liest: Ich weiss (meistens) was ich mache. Du kennst mich, ich suche nicht den Kick, nicht den Adrenalinrush. So etwas mache ich sicher nicht mit Absicht.

Vielleicht solltest du diesen Artikel einfach überspringen. Zusammenfassung: Ausser ein paar Beulen nichts passiert.)

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Alternative Titel für diesen Artikel:

Mehr Glück als Verstand

oder

Aus der Reihe: Knapp am Tod vorbei

oder

Ich bin unkaputtbar, ich bin Superman

oder

Notfallschirm amortisiert

Ich bin unzerstörbar. Noch jedes Mal hatte ich bei meinen Unfällen Glück, noch nie habe ich mir auch nur einen Knochen in meinem Körper gebrochen, kein Band überdehnt, keinen Muskel gerissen. Gestern hatte ich meinen ersten Gleitschirmunfall und einmal mehr: Bis auf ein paar Prellungen und Schrammen habe ich mir nichts ernsthaftes eingebrockt.

Der Ort des Geschehens war Grindelwald, ein schöner Tag mit dem Versprechen auf Thermik und Streckenflugmöglichkeiten. Viele Piloten auf und über der First, etwas windig war’s, dennoch nicht extrem. Angedacht war von Grindelwald aus Richtung Faulhorn zu fliegen und von dort aus dem Grat entlang nach Interlaken zu kommen. Das ist kein schwieriger Flug und eine beliebte Aufgabe für Streckenfluganfänger wie mich.

Ich startete um 13:18 und konnte zügig aufdrehen. Die Luft war etwas unruhig aber meiner Meinung nach nicht speziell turbulent. Über dem sogenannten Waldspitz etwas westlich von der First konnte ich bereits 300 Meter an Höhe gewinnen und ich flug ständig ca. 100 bis 200m über dem Grund langsam aber sicher den Berg hinauf.

Etwa um 13:31 passierte es.

Ich fahre eine Klapper ein. Eine Seite meines Schirmes hat aufgrund der Luftverhältnisse kurzzeitig nicht mehr genügend Staudruck an der Vorderkante um die Kammern aufgebläht zu halten. Der Flügel verliert seine Form welche mir den Auftrieb verschafft. Das ist für gewöhnlich kein Problem, insbesondere da mein Schirm (Ein Pro Design Effect II, DHV 1) sehr gutmütig ist und sich schnell in von solchen Klappern erholt. Weiterfliegen ist auch kein Problem, man sinkt zwar etwas schneller, aber selbst grosse Klapper lassen einem nicht direkt vom Himmel stürzen. Wenn man richtig darauf reagiert.

Und so kam es zu meinem Absturz: Der Klapper ging nicht sofort wieder auf. Ich reagierte zuerst korrekt und bremste etwas dagegen an. Als nach wenigen Sekunden sich die Situation immer noch nicht löste, machte ich den klassischen Anfängerfehler und guckte nach oben in den Schirm: Die ganze rechte Seite war eingeklappt (50-60% asymetrischer Kollaps). Und genau hier müsste man nach vorne gucken um zu merken dass der Schirm zu drehen beginnt. Ich bremste zu wenig und war bevor ich mich versah in einer Steilspirale.

In einer Steilspirale geht es abwärts: Der Schirm und Pilot gucken beide direkt Richtung Boden und drehen sich um die horizontale Achse (Welche hier vertikal hinunter zeigt). Dabei handelt es sich eigentlich um ein Standardmanöver mit dem man schnell bis zu 20m/s Höhe abbauen kann, z.b. um eine Gewitterwolke zu entkommen. Aber nicht etwas das man so nah über dem Boden ausübt.

Nun, ich habe noch wenig Erfahrungen mit Steilspiralen und wusste dass ich mich nicht weit über dem Boden befand. Mein Vario zeigte bei späterer Betrachtung ein maximales Sinken von 16.7m/s an, das sind ziemlich genau 60km/h mit denen ich auf den Grund zuraste.

Wenig Zeit zum Überlegen was denn nun genau im Theoriebuch in dieser Situation empfohlen wird. Auch wenig Zeit für Panik. Die einzige Grundsatzregel die noch übrig bleibt heisst: Wenn der Flugzustand unkontrollierbar scheint, Notschirm werfen.

Nach einigen bangen Sekunden in denen ich wegen der starken Fliehkräfte nicht sofort zum Griff meines Notschirmes gelang, war der Fallschirm endlich draussen. Aus den Augenwinkeln sah ich das rot-weisse Tuch aufgehen und ich segelte die letzten Meter zu Boden. Augenzeugen berichteten dass ich schätzungsweise 5 bis 6 Spiralen geflogen bin bevor der Notschirm zu sehen war. (Diejenigen die den Klapper nicht mitkriegten dachten schon dass ich sehr mutig sei so nah am Boden zu spiralen.)

Flach mit dem ganzen Körper schlug ich auf einem Grasstück auf, verfehlte jeden einzelnen Stein auf der Wiese und stand nach wenigen Sekunden schon wieder auf den Beinen. Um 13:32 war das ganze vorbei.

Phew.

Als erstes losgeflucht.

Als zweites das Foto oben geschossen und mir begonnen Gedanken zu machen wie ich das in meinem Blog beschreiben werde.

Als drittes den übrigen Piloten in der Luft zugewunken. Bin noch ganz.

Als viertes meinen ehemaligen Fluglehrer angerufen und ihm erzählt dass er mir den Notschirm falten muss.

Als fünftes mich geärgert dass ich soweit von einer Strasse weg abgestürzt bin.

Als sechstes mich gewundert ob die ersten fünf Reaktionen in einer solchen Situation normal sind.

Und dann angefangen zusammen zu packen. Roger, ein Pilot vom Jungfrau-Tächi Club brach freundlicherweise seinen Wettkampf ab und kam mir helfen. Nochmals herzlichen Dank für die Begleitung und Organisation vom Transport.

Flugdetails gibt’s bei Leonardo, dort kannst du dir einen Google Earth-Track erstellen lassen mit meiner spektakulären Aktion.

Und jetzt? Erst mal meine Prellungen verdauen.

Mittelfristig muss ich wieder Vertrauen in meinen Schirm gewinnen. (Bisher nannte ich in Luftschiff. Gross, träge und stabil. Jetzt bin ich mir nicht so sicher.)

Längerfristig bzw. eigentlich kurzfristig ist ein Sicherheitstraining zu absolvieren sicher keine schlechte Idee.

Und kürzestfristig hänge ich mich für den Rest vom Tag ins Marzili, geniesse die Sonne und versuche nicht daran zu denken was sein hätte können.

Perfekter Sound für perfekte Tage: Sigur Rós

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Dank akutem Sommereinbruch weilt ganz Bern zurzeit im öffentlichen Bad Marzili oder auf ähnlichen Plätzen an der Aare (Siehe bei Chm 1, 2, 3 und Rouge).

Und dazu auf dem iPod das neue Album der isländischen Band Sigur Rós: með suð í eyrum við spilum endalaust. Die Band welche eher bekannt ist für epische-enigmatischen Sound (Hörtipp: Svefn-G-Englar vom wunderschönen Album Ágætis Byrjun) hat pünktlich auf den Sommer sich in ungezwungenere Gefilde begeben und bietet den perfekten Begleitsound für diese perfekten Tage jetzt und hier.

Alles ist gut.

Accidentellement Fussballhymne

Nanananananaaanaa! Nebenwirkungen der Euro 2008: Das 5 Jahre alte Seven Nation Army das in allen Stadien, Fanzonen, Fanmeilen, Öffentliches Gucken-Plätze und überhaupt permanent gesungen wird, du weisst schon, das Na, na na na na naaa naa…, rückt in der Hitparade vor und vor.

Ein weitere Beleg dafür das stadionweite Mund-Zu-Mund-Propaganda mehr wirkt als das ganze Marketingbudget der Musikindustrie. Muss doch einfach sein: Eine Band wie die White Stripes hat sich sicher dabei überlegt: Was wäre das perfekte Lied für europäische Fussballfans? Et voilà…

Bilder zum Wochenende: Thermik

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Am Samstag oberhalb von Meiringen, mit Ausblick auf den Brienzersee.

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Tags darauf über Marbach, klare Sicht kilometerweit.

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>>I gah ufe ufe ufe immer höch & höcher ufe, aber oben abe chumen I nümm […] für mys grinse wär e breitliinwang no z äng<<

Flugberichte und Tracklogs gibt’s dann irgendwann in meinem Flugbuch, einzelne weitere Fotos kannst du dir auf Flickr ansehen.

Link zum Wochenende: Cory Doctorow-Comics

Einige Kurzgeschichten des SF-Autors Cory Doctorow wurden als Comics interpretiert: Futuristic Tales Of The Here And Now. Ein toller Einstieg in seine manchmal hyperrealistische und manchmal einfach herrlich schräge Welt.

Wie bei allen anderen Texten von Cory ist auch dieses Werk unter Creative Commons frei erhältlich, zum PDF- und CBZ-Download geht es hier via Archive.org. (Englisch.)

Ich weiss nicht wie ich das verpassen konnte, herzlichen Dank an Jan@Piecoplastic für den Link.

Meta-Medien: Orange Farbenflut in Bern

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Das Medien- und Anwohnerinteresse am gestrigen Spieltag der EM2008 hier in Bern war gewaltig: Mittlerweile gehen die Schätzungen von 60’000 holländischen Fans und insgesamt 150’000 Personen an der Aprés-Spiel-Party aus.*

Wow, ich hätte nicht gedacht dass sich die Stimmung vom vergangenen Montag noch einmal heben lassen liesse: So etwas hat die Stadt noch nicht erlebt, das vielzitierte Bernfest von Weiss-Nicht-Mehr-Wann wird von diesem Anlass in den Schatten gestellt. Jetzt noch kommenden Dienstag das letzte Spiel überleben und diese Stadt wird nichts mehr verwüsten können.

*=Bern hat ca. 138’000 Einwohner.

iPhone-Euphorie zum zweiten

Geduldig warte ich schon über ein Jahr seit der Original-Ankündigung auf mein iPhone. Und jetzt ist es soweit: Ab 11. Juli ist das frisch überarbeitete iPhone 3G offiziell auch in der Schweiz erhältlich.

Nachdem ich mir Steve Jobs Präsentation zu Gemüte geführt habe frage ich mich einmal mehr was in den Köpfen der Konkurrenz jetzt vorgeht. Was will man denn für Kritik anbringen an einem Gerät das derart viele Features brauchbar zusammen vereint und gerade mal 200$ kostet, ohne dabei in kleinkarierte Nörgelei zu versinken?

Vom Gefühl her und statistisch belegt führt dieses Gerät die breite Masse an Konsumenten ans mobile Internet heran: Die Vorzüge von mobiler Datenkommunikation werden auf einen Schlag sichtbar gemacht. In Zukunft wird sich kaum mehr ein Hersteller kleine kümmerliche Displays mehr leisten wollen, anständige Browser und angepasste Clients müssen endlich her um dem iPhone Paroli zu bieten. Wer heutzutage noch MMS-Unterstützung als Mehrwert anpreist, gehört ausgelacht und über sein WAP wollen wir gar nicht erst reden.

Lustigerweise sind die Enttäuschungsbekundungen welche sich jetzt gerade im Internet sammeln grundsätzlich von einer Natur: Das iPhone kann alles, aber das ist irgendwie nicht genug. Diese Einschätzung teile ich gar nicht, ich freue mich auf den Quantensprung an Bedienbarkeit und Durchdachtheit welcher mir das Iphone 3G bescheren wird.

Die 10-Millionen-Marke die sich Apple bis Ende Jahr gesetzt hat werden sie höchstwahrscheinlich mit Leichtigkeit durchbrechen. Für mich stellt sich am 11. Juli eigentlich nur noch eine Frage: Schwarz oder Weiss?

EM2008: Lokalisiertes Orange

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Gestern Nachmittag, kurz vor dem Fussballspiel Holland-Italien: Oben die Beundenfeldstrasse. Unten der Breitenrainplatz, keine 100m weit entfernt.

Wer sich von der EM2008-Atmosphäre partout nicht anstecken will, kann dem ganzen Anlass ohne Probleme aus dem Weg gehen. Ich verwehre mich ihm nicht und geniesse den ganzen Trubel.