Ferien wie echte Schweizer

Die letzten zweisamen Ferien von A. und mir verbrachten wir in Ruhe in einer schönen Wohnung im Tessin. Und erlebten für einmal, was Ferien für echte Schweizer bedeutet: Stundenlanges Autobahnfahren, geschicktes Ausweichen auf die Passstrasse, stockender Kolonnenverkehr auf den Betonstrassen der Magadino-Ebene, Einparkieren zwischen riesigen metallic-grauen und schwarzen Innerschweizern SUVs und dann endlich, der Gemeinschaftspool inkl. Nachbarschaftsintrigen und anonymer Nachrichten. Shoppen in Luino, Gelati am Laufmeter, Grotto und Merlot, Anstehen im Coop Tenero, Feuerwerk auf dem See, Essen im Seven in Ascona, ino in Locarno und dann wieder im Stau vor dem Gotthard.

Entspannend, aber irgendwie extrem gewöhnlich.

Kurzkritik: Camille Redouble

Da wir zufälligerweise während des Festival del Film Locarno in der Nähe unserer Ferien verbrachten, begaben wir uns eines Abends auf die Piazza Molto Grande und sahen uns Camille Redouble von und mit Noémie Lvovsky an.

Diese französische Komödie versprüht mehr rauhe positive Energie als L’amour dure trois ans. Trotz des gedämpften Endes im Schnee, hinterliess sie bei mir ein positives Gefühl: Die Entscheidungen, welche man im Leben trifft, sind integral für die eigenen Persönlichkeit. Sich dagegen zu sträuben, bedeutet sein eigenes Ich zu verleumden; das ganze Universum wird sich dagegen wehren. Und dich im Notfall in der Zeit zurück schicken, um dir diesen Punkt klar zu machen.

Kurzkritik: Cosmopolis

Die seltsame Stimmung, welche in der schallisolierten Limousine sich schon zu Beginn von Cosmopolis eintritt, liess mich bis am Ende nicht mehr los. Trotz der eindrücklichen Stimmung, wurde ich aus dem Film nicht ganz schlau. Vielleicht müsste ich mir die Romanvorlage mal zu Gemüte führen. Schon nur weil die Dialog so intensiv sind und der Film im Kino nicht pausiert werden kann.

Mein Lieblingsspruch: Die Cheftheoretikerin welche wilde Theorien aufstellt und dabei dauernd betont:

I know nothing of these things.

TEDx Bern

Über zwei Jahre ist es her, als ich an einer ersten TEDx Bern-Sitzung teilgenommen hatte. Dieser Versuch, einen lokalen Ableger der TED lokal zu organisieren, war leider versandet.

Dafür freut es mich jetzt umso mehr, dass der zweite Anlauf klappt: Die TEDx Bern findet am 5. September 2012 statt und das Anmeldeprozedere läuft ab heute.

Ich wünsche den Organisatoren viel Erfolg und mir ein Ticket. (Dieses Mal waren die Fragen weniger existenziell als damals bei der TEDx Genf.)