Maywa Denki – Japanische Mechaniker im Walcheturm
Im Sommer 2004 bin ich und ein Mitreisender in Hiroshima im Museum of Modern Art über eine interessante und witzige Ausstellung von Maywa Denki gestolpert. Und finde gerade über den Digital Brainstorming-Newsletter raus dass die Gruppe ihre irrwitzigen Instrumente auch in der Schweiz aufführen: Am 2. Juli im Walcheturm in Zürich. Ich sehe mich schon mit einem riesengrossen Smile im Publikum hocken.
Die offizielle Beschreibung:
Das Unternehmen Maywa Denki Limited baute 10 Jahre lang Staubsaugerrohre, bis der Betrieb der Rezession zum Opfer fiel und 1979 seine Tore schliessen musste. 1993 stellten die beiden Söhne des Firmengründers das Unternehmen wieder auf die Beine und machten daraus eine Art Kunstfactory: Einen Handwerksbetrieb, spezialisiert auf präzise Massarbeit, der die verrücktesten Kunstobjekte und -instrumente herstellt und gleichzeitig schräge, clownesk anmutende Shows organisiert, deren Inspirationsquelle in den Verkaufsstrategien für Staubsauger und Nudeln zu finden ist. Die Bühnendarbietungen von Maywa Denki verstehen sich als Demonstrationsvorführung der produzierten Instrumente, abgehalten vom Präsidenten, vom Buchhalter und ein paar Assistenten. Diese tragen eine blaue Firmenuniform, wie es sich für eine Factory-Crew gehört. Musikalisch reicht die Palette vom Japan-Rock bis zum Elektropop, mit Gitarren, die alleine spielen, ferngesteuerten Schuhen, die sich anhören, als würden sie steppen, mit Hupensaxophonen, singenden Robotern usw. Unvergessliche und unvergleichliche High-Tech-Shows, zwischen Militärparade und Monthy Python.
Zürich, 02. Juli 2006, 21 Uhr – Kunstraum Walcheturm – www.walcheturm.ch
Livepapierblogging und Ferien, spendiert von der BAZ
Soeben auf dem SBB-Blog entdeckt: Die Basler Zeitung offeriert Jugendlichen unter dem Namen Schweizweit eine Woche Ferien quer durch die Schweiz wenn diese täglich Mails & Bilder zurückschicken. Der kreative Output wird dann in der BAZ verwertet und gedruckt.
Witzig: Quasi ein Offline-Live-Blog. Und anstelle eines RSS-Feeds muss man die ganze Zeitung abonnieren.
2x Theater: Der Kleine Horrorladen und Metropolis
Nach jahrelanger Abwesenheit meinerseits in den Theatersäälen dieser Welt war ich diese Woche zufälligerweise gleich zweimals als Schauspielgast unterwegs. Und hatte zwei sehr unterschiedliche Abende verbracht:
Am Dienstag lief im Stadtheater Bern eine Adaption des Filmmusicals Der Kleine Horrorladen. Trotz ausserordentlicher Gesangsleistung, technischer gut gelöster Produktion und toller Beleuchtung war die Vorführung letztendlich einfach… hmm… gewöhnlich. Wer den Film kannte, für den bot diese Fassung keine Überraschungen.
Und dann gestern Abend: Im Schauspielhaus Zürich wurde ebenfalls eine Filmadaption gezeigt: Metropolis, Fritz Langs Stummfilm von 1920.
Ah, was für eine Aufführung! Laut! Chaotisch! Multimedial! Die vierte Wand durchbrechend!* Mein Deutschlehrer hätte es inbrünstig gehasst, mit aller Leidenschaft. Und ich liebte jede Minute davon…
Ein spektakuläres Bühnenbild, Schauspieler die sich der Ironie ihrer Situation bewusst sind, ein Regisseur der sich mehr für das WM-Spiel Deutschland – Polen interessiert, eine brütend heisse Fabrikhalle und Pyrotechnik, ein Happy-End, was will man mehr?
Und tatsächlich haben sie es geschafft die Story des Filmes dennoch zu erzählen. Wer den Film kannte, konnte so wenigstens der Geschichte folgen.
Und darum mein plumpes Fazit (So plump wie die Moral in den beiden Stücken aufgedrückt wurde): Lieber etwas neues, überdrehtes, verkrampft modernes riskieren als sich mit altbewährtem langweilen.
* = Breaking the fourth wall. Falls dieser Ausdruck in der deutschen Sprache nicht existieren sollte, führe ich ihn hiermit ein.
Meine Religion verbietet mir heute zu arbeiten
Dummerweise habe ich vergessen dass heute Fronleichnam ist und hocke darum trotzdem an meinem Arbeitsplatz.
Und das als Katholik und Walliser.
Rumantsch ist witzig…
Nach einem erholsamen Pfingstwochenende in La Punt – Chamues-ch bin ich einmal mehr überzeugt dass Rumantsch die witzigste Landessprache von allen ist:

Mein Mörder und meine Datenspur im Internet
Am nächsten Montag startet in der Stadt Bern eine neue Runde Killer. Infos & Anmeldung gibt’s unter Fatamorgana.ch/killer.
Als ich in der letzten Runde nach meinem Ableben mit dem Mörder ein kurzes Gespräch geführt habe, war ich doch etwas überrascht: Er hat mich ausführlich gegoogelt (Die Spieler erhalten den vollen Namen & Adresse ihres Opfers) und wusste einiges über mich: Wohnsituation, Hobbies, alles bis auf meinen Arbeitsplatz.
Woher? Er hat es sich aus dem Blog zusammengereimt, aus alten Forums- und Useneteinträgen, von verschiedenen Webseiten die ich über die Jahre hinweg erstellt habe. Natürlich waren nicht mehr alle Informationen aktuell und weil mein Name leider kein Unikat ist bezogen sich auch nicht alles auf mich. Aber dennoch: Mein Mörder wusste viel.
Dabei achtete ich doch bewusst darauf was ich hier veröffentliche. Nur scheinen sich die Informationshäppchen die in den einzelnen Beiträgen zu finden sind, sich langsam zu einem wahrhaften Informationsschinken zusammen zu häufen.
Beruhigend zu wissen dass diese Informationen nichts mit meinem Ableben zu tun hatte. Mein Mörder erhielt die physikalische Adresse meines Domizils von der Spielleitung und passte mich einfach ab.
Auf dem Weg zum neuen Arbeitsplatz…
…um 04:00:

Der Sommer ist nur noch ein paar Grad entfernt

13° C.
Übrigens: Das Marzili hat einen SMS-Blog. Nett & sinnlos & ohne RSS.
Und nicht vergessen: Mein Marzili-Aareschwummindex-Widget (Mac OS X) funktioniert noch immer. Zeit es wieder auszugraben.
Live-Beichte von den Swiss Blog Awards in Biel
Mit schlechtem Gewissen harre ich den Dingen die da kommen im Volkhaus in Biel: Die ersten Swiss Blog Awards finden statt und mein letztes Posting ist schon über eine Woche her… Vergib mir Blogosphäre, denn ich habe gesündigt.
Technorati Tag: sbawlive
