„I have no memory of this place.“

(Quelle)

Aus aktuellem beziehungstechnischen Anlass haben A und ich in meinem digitalen Kalender fast zwei Jahrzehnte nach hinten geblättert. Mein Archiv geht zurück bis April 2006:

Bildschirmaufnahme Terminkalender, erster Termin am 19.04.2006

An dieses Abendessen kann ich mich nicht erinnern, aber immerhin kenne ich die Personen auf der Gästeliste noch.

Viele Termine aus den nächsten Jahren geben mir hingegen Rätsel auf: Wer oder was war „T.J.“? Wer war Simone zu deren Geburiparty ich in Fällanden eingeladen war? (Fällanden tönt eher nach Norwegen…) War ich wirklich innerhalb einer Woche an einem Sigur Rós-, einem Massive Attack– und einem Sting-Konzert? Warum gibt es da ein „Weihnachtsessen V1“ und keine weiteren Versionen? Und was zum Teufel habe ich beim Termin „Mord Dings“ gemacht?

Und selbst wenn ich mich an die Ereignisse von vor 10 oder mehr Jahren erinnere, sind in meinem Gedächtnis doch kaum mehr Details vorhanden.

Wenigsten nahm ungefähr damals die Handyfotographie Einzug in meinem Leben. So dass nicht all diese Moment wie Tränen im Regen verfliessen.

Persönliche Mobilitätsstatistik September 2025

Die Challenge Cyclomania ruft jährlich zur Erfassung der eigenen Mobilität auf, mit Fokus auf Velo- und Fussverkehr. Mit einem Punkte- und Preissystem wird die Datenerfassung gamifiziert. Die getrackten Strecken fliessen anschliessend (hoffentlich) in die Verkehrsplanung der beteiligten Gemeinden ein.

Für ein solches Projekt werfe ich gerne meine Datenschutzbedenken über den Haufen und lasse mich einen Monat lang orten. Das Resultat:

Cyclomania Mobilitätsstatistik September 2025

Zur Erläuterung: Drei normale Arbeitswochen machen bei mir 120 km Velofahrt aus. Dazu kommt eine Ferienwoche mit etwas Wandern im Jura, in welche wir mit dem Auto gefahren sind (Nicht ganz 100% getrackt). Und dann noch ein Konzertbesuch mit dem Zug in Milano, welchen ich nur bis zur Grenze erfasst habe.

Keine statistische Überraschung für mich.

(Vergleiche auch den Beitrag: Meine persönliche Mobilitätsstatistik 2022-2023)

Kurzkritik: Game Changer

Mit Improtheater habe ich persönlich nicht so viel am Hut, das ziellose Theatern finde ich, nun, ziellos. Zweifellos amüsant die ersten zwei, drei Mal, aber danach habe ich es gesehen.

Die Improshow Game Changer hingegen finde ich endlos unterhaltend. Praktisch jede Folge wartet mit einem neuen Konzept auf, massgeschneidert auf die Kandidaten, und ja, zusammengeschnitten für maximale Effizienz. Ich kann mich gar nicht sattsehen davon.

Game Changer läuft auf dem Nischen-Streamingdienst Dropout welchen ich bereits seit über zwei Jahren abonniere. Einzelne Folgen sind auf YouTube gratis zu sehen.

(Wer mir einen besonderen Gefallen tun will, organisiert mal ein Überraschungs-Escape-The-Greenroom für mich.)

Kurzkritik: Neal Stephenson – Snow Crash

"Snow Crash" Taschenbuch abgenutzt

Vor 20-30 Jahren habe ich mir diese Ausgabe von Neal Stephensons Snow Crash gekauft und seither x-mal gelesen. Eigentlich sollte es das Cyberpunk-Genre parodieren, macht aber dermassen Spass, dass es zum Cyberpunk-Klassiker wurde. Überdrehte Action, visionäre Ideen und viel Sumerische pseudowissenschaftliche Linguistik.

Das Buch dient mir immer wieder mal als leichte Sommerlektüre. Freue mich schon auf die nächste Runde.

Rätselparcours #5: Sport

K2 wurde 8 und wünschte sich einen Rätselparcours zum Thema Sport. Leider hatte die Hitzewelle in den vorangegangene Wochen meine intellektuelle Kapazität dahinschmelzen lassen. So beschränkte ich mich auf eine eher kurze Variante.

Schritt 1: Gedicht

Postkarte von Büro Destruct: Eisbären
Klimatologisch „passende“ Postkarte vom Büro Destruct.

Mein mittlerweile klassischer Parcourseinstieg: Ein selbgedichtetes Gedicht auf einer Postkarte.

Liebe K3, jetzt bist du schon 8!
Du hast es schon weit gebracht,
Dich viel bewegt und gelacht.
Was aber hast du noch wenig gemacht?

  • Fussball spielen
  • Klettern im Baum
  • Box-Sack boxen

Schritt 2: Linienrätsel

Boxsack mit versteckten Couvert
Findest du das versteckte Couvert?

Im Keller hängt ein Boxsack an welchem K3 bisher kaum Interesse gezeigt hat. Daran klebt mit schwarzem Klebeband überklebt ein Couvert mit dem nächsten Rätsel:

Fussball-Linienrätsel

Wie bereits erwähnt hat die Hitze meine Kreativität beeinträchtigt. Als direkte Konsequenz habe ich an dieser Stelle ein Rätsel 1:1 aus einem Rätselbuch meiner Kinder kopiert, im Bildeditor Acorn eine Fotomontage daraus gemacht und ausgedruckt. Von Hand habe ich jeden der Fussbälle mit einem potentiellen Ziel ergänzt (Dusche, Bett, Schrank etc.).

Die korrekte Linie führte zum…

Schritt 3: Welcher Buchstabe passt nicht?

Couvert versteckt im Töggelitisch
Goal!

… versteckten Couvert im Goal des Töggelitisch draussen.

Für dieses Rätsel habe ich auf Wikimedia Commons frei verfügbare Bilder gesucht, heruntergeladen und in MacOS Vorschau-App mit der Funktion Hintergrund entfernen freigestellt. Die Seite gestaltete ich in Apple Pages und druckte sie aus.

Die Bilder nehmen teilweise Bezug auf unser privates Umfeld. Eigentlich wäre es ein Einfaches gewesen, hier das gewünschte Sport-Thema stärker einzubauen, aber eben, es war zu heiss.

Die falschen Buchstaben zusammengesammelt ergaben das nächste Lösungswort.

Schritt 4: Verstecktes Ticket

3d-gedruckter Fussball in der Murmelbahn

In der Märmelibahn lag ein auffälliger Fussball. Mit etwas Geschick liess sich der Fussball öffnen und darin lag noch eine kleinere Version des Fussballs. Und in diesem dann ein Billet mit dem Hinweis wo es mit der Suche weitergeht.

Ticket im Fussbal versteckt

Die Fussbälle sind 3d-gedruckt mit weissem PLA mit Hilfe eines existierenden Modells. Die schwarzen Felder sind von Hand mit Modellbaufarbe aufgemalt. Das Ticket habe ich irgendwo aus dem Internet übernommen und mit Apple Pages angepasst, schlussendlich auf dickem Papier ausgedruckt und ausgeschnitten.

Kleiner Patzer meinerseits: Meine 8-jährige Tochter konnte das viereckige Ding nicht als Billet identifizieren. Sie ist wohl zu jung: Die letzten Kartonbillets wurden bei der SBB 1986 gedruckt.

Schritt 5: Gondelbahn

Gondelbahn aus Lego

Auf dem Balkon hing aufgehängt an einer langen Schnur, ganz unten im Garten, eine Gondel. Ein auffälliger Griff aus Lego lud K3 ein die Kabine hoch zum Balkon zu ziehen. In der Gondel befanden sich neben ein paar Passagieren ein kleiner Zettel…

Beim Bau der Gondel hat mich übrigens K2 tatkräftig unterstützt. Und K1 half beim Spannen der Schnur.

Schritt 6: Emoji-Rätsel

Auf dem Zettel gedruckt war eine Reihe von Emojis:

🌳 🦔 🎈💡 🦔 👂 🎺 🏠 🫏 🐮

Sie fand schnell heraus dass die Anfangsbuchstaben der abgebildeten Gegenstände ein Wort ergeben.

Abschluss

K3's Bibliothek
Geschenk hier nicht abgebildet

In K3’s Zimmer steht eine Kinderbibliothek, in der ich ihr Geschenk versteckt hatte. Sie war happy mit Parcours und Geschenk.

Ich persönlich fand, dass ich einfach das Thema besser einbauen hätte können. Vielleicht ein andermal. K3 hatte es nicht gestört.

Meine API-Datasette ist versehentlich eine KI-Teergrube

Die Metadaten meiner Wetter-APIs (Stationen & Parameter) biete ich unter anderem auf der Seite API-Datasette an. Das ist eine kleine Webapplikation welche SQLite-Datenbanken auf mannigfaltige Arten und Weisen darstellt und durchsuchbar macht. Jede Tabelle wird aus verschiedenen Perspektiven visualisiert, gefiltert, sortiert, arrangiert, facetiert etc. Datasette kommt aus dem Datenjournalismus und ist im Bereich Open Data sehr beliebt.

Letzthin ist mir aufgefallen, dass die API-Datasette überdurchschnittlich viel Systemleistung meines Servers beansprucht. Bei der Kontrolle in den Log-Dateien fand ich die Ursache: Zahlreiche KI-Bots, welche konstant das Internet zum Füttern ihrer Modelle abgrasen, haben die API-Datasette gefunden und kommen jetzt nicht mehr raus: Die zahlreichen Darstellungsarten der Tabellen führen zu Millionen von kombinierten Links welchen diese Bots allesamt folgen.

KI-Bot-Anfragen im Sekundentakt

Ich bin halb amüsiert und halb wütend: Da jede KI-Firma ihre eigenen Bots losschickt, sind es dutzende Bots welche in dieser Teergrube feststecken. Auf der anderen Seite ist das eine unglaubliche Ressourcenverschwendung! Sowohl an elektrischer Energie wie auch an mentaler Energie für Personen, welche öffentliche Systeme betreiben.

20 Jahre Hymnos

Fast wäre mir mein eigenes Jubiläum durch die Lappen: Vor zwanzig Jahren, im Januar 2005 habe ich den ersten Artikel auf meinem Blog veröffentlicht. Im ersten Jahr war ich offenbar ziemlich motiviert: Den Rekord von 245 Texten habe ich seither nie wieder gebrochen. Stattdessen hat sich mein Output im letzten Jahrzehnt auf so 20 Artikel pro Jahr eingependelt.

Bester Jubiläumsbeitrag bisher: 5 Jahre Hymnos.

Auf weitere zwanzig Jahre!

Heute vor 30 Jahren: Björk – Post

Nur ein paar wenige Sekunden vom Videoclip Army Of Me habe ich vor dreissig Jahren in einem Beitrag des Fernsehsenders Euronews erhascht. Das hatte gereicht um in meinem Teenager-Hirn einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Seither war ich Fan der Isländischen Sängerin Björk.

Ich habe nicht Buch geführt wie viele ihrer Konzerte ich in all den Jahrzehnten besucht habe.
Ich weiss nicht wie viele CDs, LPs, Videos, Bücher, Magazine etc. ich gesammelt habe.
Ich weiss nicht wie viel Zeit ich auf obskuren Webseiten und FTP-Archiven verbracht habe.
Ich weiss nicht wie viele Pakete mit selbstgebrannten CDs voller inoffizieller Konzertaufnahmen ich rund um die Welt geschickt habe.
Ich habe meine Mails von damals nicht aufbewahrt und weiss deshalb nicht wie viele Posts ich auf der Blue Eyed Pop-Mailingliste geschrieben habe.

Ich weiss definitiv dass sie der Grund war für unseren Island-Trip 2010.

Gerade die (mittlerweile stillgelegte) Fan-Mailingliste hat mir musikalische Welten eröffnet, welche ich als Teenager zuvor nicht kannte. Es war das Zeitalter von Trip Hop und frischer Elektronischer Musik und es war glorreich: Massive Attack, Tricky, Lamb, Portishead, Air, Lunik, Archive, Chemical Brothers, Cibo Matto, Goldie, Gus Gus, Moloko, Morcheeba, Sigur Rós, Talvin Singh, Múm, Swandive, Kruder & Dorfmeister, Kemistry & Storm, Mich Gerber

(Irgendwann hatte ich einen persönlichen Berater im CD-Laden der meinen Geschmack kannte und mich ständig mit frischem Material versorgte.)

Ich bin dieser internationalen Community von obsessiven Music-Nerds für meine kulturelle Erziehung unendlich dankbar.

Björk - Post - Pink LP
Mein Lieblingssammelstück: Björk – Post auf einer pinken Langspielplatte

Und das alles danke ein paar Sekunden aufgeschnappter Musik. Herzlichen Dank.

(Ironischerweise mochte ich Army Of Me nie besonders. Mein Lieblingstrack auf diesem Album und überhaupt ist noch immer Modern Things.)

Aare.guru-API: Saison 2025 Newsletter

Dank der rapide steigenden Temperaturen von Luft & Wasser habe ich heute meine persönliche Aare-Schwumm-Saison 2025 eröffnet. Das letztjährige Motto No Nid Einisch wird sich nicht nochmals wiederholen.

Neue API: Historische Aare-Daten

Für die neue Statistikseite vom Aare.guru benutzen wir die neue API-Methode history. Wassertemperatur, Abfluss und Lufttemperatur können über jahrzehntelange Zeitperioden abgefragt werden. Die zurückgegeben Frequenz (10 Minuten, Stunden- oder Tageswerte) wird dabei automatisch anhand des abgefragten Zeitraumes gewählt.

Je nach Standort sind über 20 Jahre Daten verfügbar!

Intern werden die Daten aus der Existenz-InfluxDB geliefert, hier einfach etwas einfacher abzufragen.

Neue MeteoSchweiz-Open Government Data-Daten

Apropos Langzeitarchiv: Ich bin daran, das neue OGD-Datenarchiv der MeteoSchweiz (Mai 2025) in die InfluxDB zu importieren. Geplant ist es die wie bis anhin angebotenen Hauptparameter des Bodenmessnetzes SwissMetNet rückwirkend vom Jahr 2000 bis zur Gegenwart zu importieren. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind werde ich hier informieren.

Ein grosses Lob an die MeteoSchweiz für deren seriösen OpenData-Effort.

Aktualisiertes Aare.guru-Techstack-Webinar

Die Guild42 hat mich eingeladen, mein Webinar vom Dezember 2021 zu aktualisieren und erneut vorzutragen. Dieses Mal vor einer Live-Audienz.

Wenn du mit dabei sein möchtest: Am 1. September 2025, 18:00 im Best Western Hotel Bern. Eintritt frei. Anmeldung erforderlich auf Meetup.com.

Birebitzeli nervös bin ich schon.

Schlechte Saison, schönes Plakat

Unser Grafiker Käspu hat die miserable letztjährige Saison (Ständig zu viel Wasser…) wieder in Plakatform verewigt, erhältlich in unserem Onlineshop oder in seinem Plakatkeller.

Gute Nacht und guten Schwumm.