Campus Bern: Amazon Web Services

CampusAm kommenden Montag (13. Februar, 1900) findet der Campus zum Thema Amazon Webservices bei Meteotest an der Fabrikstrasse statt.

Bastian Widmer (Liip und Das Recht) gibt uns über einen Überblick über das Cloud-Angebot von Amazon.

Die Veranstaltung ist für alle Interessierte offen und gratis. Anfahrtsinformationen und weiteres wie immer im Campus Wiki.

Freiwillige Anmeldung auf techup.ch.

Zur Vereinsgründung von Opendata.ch

Es ist einfacher an Ideen zu kommen, wenn Daten vorhanden sind, als an Daten zu kommen, wenn man eine Idee hat.

Mit dieser Motivation versucht der neu gegründete Verein Opendata.ch nichts geringeres als eine Revolution der Verwaltung auf Ebenen Gemeinden, Kantone und Bund zu erreichen: Grundsätzlich sollen alle Daten der Regierung, welche dank Öffentlichkeitsprinzip sowieso öffentlich sind, in einer technisch möglichst einfach erreichbaren Form zur Verfügung gestellt werden. Gewisse Studien sprechen von einem Milliardenpotential, welches durch solche offene Daten freigeschaltet wird. Details zum Vorgehen sind im Opendata-Manifest zusammengefasst.

Leider fehlen im Moment noch konkrete Anwendungen welche über einfach Spielereien herausgehen. Beispielsweise sind die Projekte vom letzten Make-Day allesamt nett, grosses wirtschaftliches Potential lässt sich aber nicht direkt erkennen. Das erschwert die Diskussion und das Verständnis für die Anliegen von Opendata.ch. Und sämtliche Bürokraten der Schweiz zu grösserer Transparenz zu erziehen, wird auch kein Zuckerschlecken werden.

Ich persönlich unterstütze die Ziele von Opendata.ch und wurde bereits an der Gründungsversammlung Mitglied. Ich wünsche viel Erfolg. Und viel Geduld.

Cory Doctorow über Urheberrecht in der Informationsgesellschaft

„What the hell are these people thinking?“ war die Frage eines Zuschauers am Schluss von Cory Doctorows Vortrag über die Politik des Copyrights (6. Dezember 2011, im Walcheturm Zürich).

Soweit ich verstehe, ist folgendes passiert:

Die althergebrachten Geschäftsmodelle der Unterhaltungsindustrie sind durch die technische Entwicklung aus dem Lot geraten. Vor 10 Jahren verlor die Musikindustrie ihr Distributionsmonopol. Die Filmindustrie sah zu und wurde wenige Jahre später selber zum Opfer von steigender Bandbreite und den digitalen Verteilungsmechanismen, welche effizienter sind als Plastikscheiben durch die Welt zu schicken. Die Buchindustrie sah zu und hoffte auf den Konservatismus der Leser und nahm den wachsenden E-Book-Markt nicht ernst.

Alle verschlossen die Augen und hofften, dass es nur die anderen trifft.

Und dann kamen die Computerfirmen und übernahmen den Markt. Apple iTunes, Netflix, Amazon Kindle etc. sind jetzt der primäre Zugang für den Medienkonsum. Und haben die Kontrolle übernommen: Apple hat der Musikindustrie DRM ausgeredet, Netflix wird selber zum Produzenten (Weil sie es sich leisten können und ihre Kunden besser kennt, als je ein Filmstudio zuvor.) Und Amazon hat mit 70-80% Marktanteil ein besonderes Problem für Verlage geschaffen: Sie müssen bei Amazon publizieren, aber Amazon hebelt das klassische Verlagsmodell mit ihren selbstpublizierenden Autoren zunehmend aus. Dank dem Kindle-DRM, auf dem die Verlage insistieren, sind die Konsumenten effektiv bereits an Amazon gebunden.

Gleichzeitig erleben die bisherigen Konsumenten eine neue Art von Macht: Die Möglichkeit, mit einfach verfügbaren Mitteln die eigene Kreativität auszuleben. Oder wie es Moby in der Doku Press Pause Play ausdrückt:

In the Olden Days of thirty/fourty/fifthy years ago, people didn’t make things. So people would go to photography exhibits, people would go buy records and there were professional artists. And now everybody is a photographer, everybody is a filmmaker, everybody is a writer, everybody is a musician. […] Anybody can makit it. They know the secrets now.

Und was macht eine ganze Industrie, wenn gleich von zwei Seiten unter Druck gerät? Sie versucht der technischen Entwicklung mit politischem Lobbying Einhalt zu bieten. Das Resultat sind völlig wirklichkeitsfremde Gesetze wie ACTA und SOPA, welche auf nicht-demokratischem Wege durchgepeitscht werden müssen, damit sie überhaupt eine Chance haben, in Kraft zu treten.

Es sind interessante Zeiten, verwirrende Zeiten, aufregende Zeiten, aber die Guten Alten Zeiten werden nicht wieder zurück kommen. Und können nicht per Gesetz erzwungen werden. Davon bin ich überzeugt.

…we’ve moved on.

Den vollständigen Vortrag gibt es auf Allmend.ch.

Lektüre zum Wochenende: The Developer’s Code

Im kurzen Buch The Developer’s Code (Gratis online zu lesen) fasst der Webentwickler Ka Wai Cheung seine Erfahrungen der letzten Jahre Arbeit zusammen.

Wen die technischen Teile nicht interessieren, sollte zumindest das Kapitel Pride lesen. Der fulminante Schluss desselben:

We work miracles with our code, dream, build, and lay down the law.

Booteln

Ein neues Feature von Mac OS X Lion lerne ich erst jetzt gerade zu schätzen: Resume. Das Betriebsystem
merkt sich, welche Applikationen und Fenster wo offen waren, bevor man sich abmeldet oder das System neu startet. Nach dem Anmelden kann man seine Arbeit dort fortsetzen, wo man sie stehen gelassen hat.

Bisher hatte ich das nicht gross beachtet, weil ich mein System selten neu starte. Aber wenn mich gelegentlich die Spiellust packt und ich deshalb Windows booten muss, gestaltet Resume den Wechsel etwas schmerzloser.

Update: Mir ist ein originellerer Titel eingefallen.

Woop Woop

Das war der Name der ersten iPhone-App, welche ich und Kollege Fabian P. schreiben wollten. Inspiriert vom Geräusch, welches jedes respektierliche Personenscan-Gerät von sich gibt, planten wir eine optisch verspielte App, welche es einfach machen sollte, Freunde zu lokalisieren. Die Idee tauchte am Gurtenfestival auf.

Mit Enthusiasmus machten wir uns daran, kamen aber nicht viel weiter als ein cleveres Serverkonzept mit Schutz der Privatsphäre und ein paar kruden Skizzen, bevor wir uns in einem Objective-C-Tutorial verloren.

Aber einmal mehr wurde uns die Arbeit abgenommen: Drei Jahre nach den ersten Woop Woop-Gesprächen hat Apple die App Meine Freunde suchen herausgebracht. Etwas weniger verspielt, aber mit derselben Funktionalität.

Ich habe den Eindruck, dass sich alle meine Ideen mit genügend Geduld bequemerweise von selbst implementieren.

Sicherer

  • Ein neues Passwort für den Laptop, erforderlich nach jedem Aufwachen desselben.
  • Vollständig verschlüsselte Festplatte mit File Vault 2.
  • Ein lokales Backup dank Time Machine und ein geographisch getrenntes zweites Backup, ebenfalls verschlüsselt.
  • Eine korrekt installierte SuisseID. (Zwar noch nie benutzt, aber theoretisch interessant.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung für meinen Google Account und Applikations-spezifische Passwörter.
  • Ca. 40-stellige Passwörter für WLAN und für mein lokales Passworttool.
  • Die zunehmende Verbreitung von SSL im Internet.

Ich fühle mich digital sicherer als auch schon.