Die Zukunft entriegeln

Die Zukunft entriegeln

(Linguistischer Hinweis: Der Titel soll ein Wortspiel darstellen.)

Ich hatte bereits vor einigen Wochen ein Apple iPad in meinen Händen, deshalb kann ich jetzt nicht überrascht darüber berichten, wie schwer und schnell es sei. Und dass es sich wie materialisierte Zukunftsmusik anfühlt, davon habe ich schon am Tag nach der Präsentation geschrieben.

Mein Exemplar ist seit heute Morgen in meinen Händen. Die Zukunft hat einmal mehr begonnen.

Ich glaube, ich habe soeben ein OSS-Projekt zerstört

Vielleicht nicht zerstört, aber dessen Reputation stark beschädigt.

Vor einigen Monaten bekam ich den Auftrag, einen Onlineladen einzurichten. Da wir vorwiegend PHP-Webapplikationen betreiben, sah ich mich nach einer Open Source-PHP-Lösung um. Der Platzhirsch Magento ist Overkill, das klassische osCommerce sieht langweilig aus, andere Lösungen kosten ein Vermögen oder haben ein komisches Preissystem.

Übrig blieb das nett aussehende OpenCart. Du kannst dir unsere Instanz unter http://www.meteo-shop.ch/ ansehen.

Ah, wie ich vom Design und vom Backend geblendet wurde: Der Code hat einige gravierende Schwächen in seiner Objekt-orientierten Architektur. Er funktioniert zwar, macht aber den Entwicklern von Erweiterungen (In meinem Fall eine Saferpay- und eine Postcard-Zahlungslösung) das Leben schwer.

Open Source-Projekte leben vom Feedback und Austauch, also poste ich im Community-Forum von OpenCart einen längeren Artikel mit Verbesserungsvorschlägen, sowie in einem anderen Thread eine Vorlage für weitere Erweiterungen. Ich bin der Meinung, dass ich dabei differenziert und sachlich argumentiert habe, sowie meinen Willen zur Mitarbeit aufzeigte.

Die Antwort des Entwicklers: Idiot. Plus noch ein paar Beleidigungen und Vorwürfe mehr.

Damit war das Projekt für mich gestorben und diese Geschichte eigentlich abgeschlossen.

Einen Tag später, allerdings, hat jemand einen Linke auf den Thread auf der populären Diskussionsseite auf Reddit gepostet veröffentlicht, inklusive Screenshot des Dialoges. Mit der Konsequenz, dass das Forum dem Ansturm nicht standhielt und offline gehen musste. Und dass die Reputation des OpenCart-Projektes jetzt ziemlich angeschlagen ist…

Tut mir leid, das war nicht Absicht. Aber etwas Schadenfreude verspüre ich trotzdem: Die Antwort des Entwicklers war völlig unqualifiziert und das negative Karma hat zu Recht eingeschlagen.

Link zum Wochenende: Portal

Gemäss verschiedenen Statistiken ist der durchschnittliche Videospielspieler männlich (60%) und um die 30 Jahre alt. Da passe ich wunderbar hinein. Zwar hat die absolute Menge an investierter Freizeit bei mir in den letzten zehn Jahren abgenommen, aber spielen tue ich immer wieder gerne. (Wenn ich nicht wieder mal in Final Fantasy festsitze und meine jüngeren Kollegen um Hilfe bitten muss.)

Wer an diesem verregneten Wochenende Lust auf Spiel hat, dem kann nur eines empfehlen: Portal.

Es handelt sich um ein preisgekröntes 3D-Rätselspiel: Mithilfe einer Portal-Kanone versucht man aus dem Labor einer wahnsinnigen Künstlichen Intelligenz zu entkommen. Sowohl Spielmechanik als auch Aufmachung und Spielführung sind einfach genial.

Das Spiel ist circa vier Stunden lang, neu auch für Mac via Steam erhältlich und aktuell bis am 24. Mai gratis!

Es stehen nur noch ein 5gb-Download zwischen dir und dem Kuchen. ;-)

Real artists ship.

Der Erfolg von Apple gründet in einer einfachen Tatsache: Apple-Produkte kann man kaufen.

Prominentestes und aktuellstes Beispiel ist das iPad: Apple hat im Januar 2010 ihre Idee eines Tablets vorgestellt. Als Reaktion hatte Microsoft damals ein Konzeptvideo ihrer Vision online gestellt: Das Courier.

Drei Monate später hat Apple bereits hundertausende iPads verkauft.

Und Microsoft? Sie haben das Courier-Projekt still und nur mit einer scheinheiligen Begründung abgebrochen.

Am gleichen Tag tauchen Gerüchte auf, dass HP ihr prominentes Tablet Slate ebenfalls in den Papiereimer befördert hat.

Die Existenz des Neofonie WePads wurde bis vor kurzem auch angezweifelt, diese scheinen sich aber wieder erholt zu haben.

Vom Google Chrome OS hört man seit Monaten nichts mehr.

„Real artists ship.“ ist eines der berühmtesten Zitate von Steve Jobs. Und nur wer Produkte verkauft, kann auch Produkte verkaufen. Das ist kein mythisches realitätsverzerrendes Feld, welches den Apple-Chef umgibt, sondern einfachste Marktwirtschaft.

Ergänzung: Zum gleichen Them publizierte Counternotions 2008 einen Artikel darüber weshalb Apple keine Konzeptstudien erstellt. Und verlinkt das letzte öffentliche Konzeptvideo von Apple aus 1987: Der Knowledge Navigator.

Aktuelles Dokument aus Eclipse im Finder zeigen

Eclipse und Finder
Gelegentlich ist es praktisch, den Ordner einer Datei, welche man in Eclipse offen hat, im Finder zu zeigen. Dies kann einfach über Run external tool realisiert werden. Eine Anleitung für Windows gibt es bei EclipseZone.

Für Mac OS X kann anstelle von explorer.exe einfach der /usr/bin/open-Befehlt benutzt werden. Mit verschiedenen Variablen wie ${container_loc} oder ${resource_loc} kann das Verhalten etwas personalisiert werden, jenachdem wie sich das Tool genau verhalten soll: Soll der Ordner einer Datei geöffnet werden oder das Öffnen-Kommando des Finders auf die Datei ausgeführt werden.

Veranstaltungshinweise für iPhone & iPad-Entwickler

In den kommenden Wochen gibt es einige interessante Veranstaltungen für Apple-Entwickler in der Schweiz: Macprime hat sie gesammelt.

Wie schon zuvor, sind die Preise und Ziele sehr unterschiedlich:

Der Schweizer Google Maps-Klon: Geo.admin.ch

Ein wenig technischer ging es beim Vortrag an der OpenExpo 2010 über das Geoportal des Bundes vor: David Oesch und Hanspeter Christ stellten die Seite map.geo.admin.ch vor. Sie soll als zentrales Portal für alle Geodaten des Bundes dienen und steht anderen Bundesämtern gratis zur Verfügung. Private Institutionen können auf Anfrage ebenfalls die Karten via API einbinden und benutzen. Der Anstoss gab das Geoinformationsgesetz von 2007.

David Oesch berichtete über die organisatorischen Probleme dieses Mammutprojektes: Wie kann er es innerhalb eines Jahres mit knappen Budget zu Stande bringen, wenn alleine der Serverbeschaffungsprozess für Bundesämter 3 Monate dauert? Wie soll mit diesen Frist eine flexible Infrastruktur entstehen, ohne dass genau absehbar ist, wieviel Nachfrage es geben wird.

Die Lösung war ein Hack: Anstelle der zeitaufwändigen Beschaffung von Servern, hat sich das Team einfach bei Amazon EC2-Server und S3-Speicherplatz gemietet.

Hanspeter Christ konnte auf dieser Infrastruktur mit konsequenter Anwendung von Open Source-Software wie OpenLayers und MapFish innerhalb von kürzester Zeit ein flexibles Kartensystem aufziehen, welches der Konkurrenz in keiner Weise nachsteht. Sein Lieblingsvorteil von Open Source: Es sind keine mühsamen Vertragsverhandlungen notwendig und es entstehen somit keine Anschaffungskosten.

Ich habe mir das Angebot des Bundes etwas angesehen: Das Kartenmaterial besteht aus den legendär guten swisstopo-Karten, gepaart mit denselben Luftaufnahmen, wie man sie bereits von Map Search.ch kennt. Die Kombination dieser zwei Ebenen ist allerdings bei der privaten Konkurrenz besser gelöst. Das Bundesangebot richtet sich demnach auch eher an Benutzer der zahlreichen öffentlichen Geodatensätze.

Trotzdem, ich war sehr positiv überrascht von der Seite. Wer hätte dem Bund schon eine derart agile Entwicklung zugetraut?

Hohe Ansprüche an Apple (Oder: Kein Copy & Paste für Windows Phone 7 Series)

Letzte Woche hat Microsoft bestätigt, dass die kommende Version ihres mobilen Betriebssystemes, Windows Phone 7 Series, über keine Copy & Paste-Funktionalität verfügt*.

Nachdem zahlreiche Blogs und Medien jahrelang auf das Apple iPhone eingeprügelt hatten, weil dieses bis zu einem Softwareupdate Anfangs 2009 ebenfalls kein Copy & Paste konnte, kommt nun Microsoft und verkündet dasselbe.

Die Reaktion? Keine**.

Ich habe drei Thesen hierzu:

  1. Niemand benutzt Copy & Paste. Diese Funktionalität tönt auf dem Papier zwar gut und wurde von uns Kunden gewünscht, aber nicht benötigt.
  2. Niemand interessiert sich für Windows Phone 7 Series.
  3. An Apple werden höhere Ansprüche gestellt, als an ale anderen Hersteller.

Ersteres glaube ich nicht. Persönlich benutze ich Copy & Paste auf meinem intensiv genutzten iPhone auch selten. Die Implementation ist aber derart unauffällig, dass das Interface keinen Platz durch zusätzliche Menus oder Knöpfe wegnimmt. Das iPhone OS muss dazu keinen Kompromiss eingehen und somit stört die Anwesenheit von Copy & Paste nicht.

Das Interesse an Microsoft neuestem Versuch ist da. Es sieht überraschend gut aus.

Also bleibt noch These Drei: Apple als revolutionäre Ideenschmiede wird derart bewundert, dass damit auch die Ansprüche an die Firma ins Unermessliche steigen. Liest man Artikel wie „Es lebe die Apple-Diktatur!“ der TA Media, so habe ich den Eindruck, dass uns Appleprodukte regelrecht aufgewungen werden. Und dass jede Einschränkung von seiten Apple direkt unser eigenes Leben einschränkt.

So ein Unsinn.

In den letzten Jahren hat sich einiges getan auf dem Mobiltelefoniemarkt: Mit Android, WebOS und Maemo sind würdige Konkurrenten aufgetreten (Drei Jahre später, aber immerhin). Das iPhone ist nicht mehr das einzige brauchbare Telefon am Markt.

Bei den iPods und bei den Laptops, bei den TV-Settopboxen und beim Online-Musikkauf, überall gibt es Konkurrenten welche ähnliches leisten und das meistens für weniger Geld.

Wir kaufen bei Apple ein, nicht weil wir müssen, sondern weil wir es uns leisten können.

* = Multitasking übrigens auch nicht.
** = Neuerdings.com, ich rede von dir!