Wochenendprojekt eskaliert

Es regnet. Die Wohnung sieht akzeptabel aus. Und ich habe eine neue Idee für eine Webseite. Und das eskaliert dann folgendermassen:

  • Idee!
  • Hmm, wenn ich alles so machen will, dann könnte ich gleich mal Backbone.js ausprobieren.
  • Hmm, ist kompliziert. Egal, ich fange einfach mal an.
  • Hmm, eine neue Version von Eclipse PDT ist erschienen, ich installier erst mal.
  • Hmm, eine neue Version vom Framework ist erschienen, ich aktualisiere mal.
  • Hmm, ich habe noch nicht genug Erfahrung damit, um mein NoSQL-Modul für MySQL zu bauen, vielleicht fange ich mal mit einem einfacheren Projekt an.
  • Hmm, dafür könnte ich meine HTML-Tabellenbibliothek benutzen, wenn sie fertig wäre.
  • Hmm, zuerst mal eine Git-Einführung lesen, ich erinnere mich an gar nichts mehr.
  • Was denn, der Tag ist schon vorbei?

Fast aus Versehen weggeworfen

Zügeln heisst hoffentlich auch immer grosszügiges und lustvolles Wegwerfen. Gestern fuhren wir zum Entsorgungshof und hatten unseren Spass mit den Müllcontainern dort.

Zum Gluck hatte ich zuvor beim Sortieren aufgepasst, sonst wären einige Dinge in den Abfall gewandert, welche ich bereut hätte:

  • Ein alter Plastiksack mit Elektronikschrott, in dem ich zufällig die Videospiele Final Fantasy 7 bis 9 entdeckt habe.
  • Meine knapp 5-jährige HD-Videokamera, die kürzlich aufgehört hat zu funktionieren. Vorgestern fand ich die Garantieverlängerung auf 5 Jahre.
  • Mein Sturmgewehr.

Persönliche Geschichten gehören nicht in den Abfall

Mitten im Zügel-Prozess habe ich realisiert, dass diese ganze Cult Of Less-Idee sehr schwierig ist. Natürlich wollte ich nie mein Hab und Gut auf nur einen Laptop und ein Mobiltelefon reduzieren, aber etwas weniger Sachen zu besitzen, fühlt sich irgendwie befreiend an. Und erleichtert das Zügeln.

Eine weniger radikale Variante hat Bruce Sterling in einer Präsentation an der Reboot 11 vorgeschlagen (Von Morten Just gibt es ein Flussdiagramm dazu, allerdings ein etwas kompliziertes): Er anerkennt, dass nicht aller Besitz nützlich sein muss. Zu vielen Dingen haben wir eine emotionale Verbindung. Sie sind mit einer persönlichen Geschichte verknüpft und deshalb derart wertvoll, dass man sie nicht wegwerfen kann.

Und so habe ich mir diesen Ansatz zu Herzen genommen und sortierte in den letzten Wochen aus, woran ich nicht so stark hänge. Einiges weniges habe ich verkauft, vieles verschenkt. (Der Rest ist noch immer auf der Liste.)

Mögen sie anderen Personen ebensoviel Freude bereiten wie einst mir.

Besser keinen Sport

Nach zwei Wochen zu Hause hat mich mein Doktor beim letzten Gespräch zurück in die Gesellschaft der Gesunden und Produktiven geschickt. Nur ein letztes Verbot gab er mir mit auf den Weg:

Er: Ihre Leber ist noch empfindlich, treiben Sie noch eine Woche oder zwei keinen Sport, bei dem Sie hinfallen könnten.

Ich: Grins, ok.

Er: (Misstrauisch) Was für Sport machen Sie?

Ich: Ähm… Gleitschirmfliegen… Schon gut, ich bliebe am Boden…