Hohe Ansprüche an Apple (Oder: Kein Copy & Paste für Windows Phone 7 Series)

Letzte Woche hat Microsoft bestätigt, dass die kommende Version ihres mobilen Betriebssystemes, Windows Phone 7 Series, über keine Copy & Paste-Funktionalität verfügt*.

Nachdem zahlreiche Blogs und Medien jahrelang auf das Apple iPhone eingeprügelt hatten, weil dieses bis zu einem Softwareupdate Anfangs 2009 ebenfalls kein Copy & Paste konnte, kommt nun Microsoft und verkündet dasselbe.

Die Reaktion? Keine**.

Ich habe drei Thesen hierzu:

  1. Niemand benutzt Copy & Paste. Diese Funktionalität tönt auf dem Papier zwar gut und wurde von uns Kunden gewünscht, aber nicht benötigt.
  2. Niemand interessiert sich für Windows Phone 7 Series.
  3. An Apple werden höhere Ansprüche gestellt, als an ale anderen Hersteller.

Ersteres glaube ich nicht. Persönlich benutze ich Copy & Paste auf meinem intensiv genutzten iPhone auch selten. Die Implementation ist aber derart unauffällig, dass das Interface keinen Platz durch zusätzliche Menus oder Knöpfe wegnimmt. Das iPhone OS muss dazu keinen Kompromiss eingehen und somit stört die Anwesenheit von Copy & Paste nicht.

Das Interesse an Microsoft neuestem Versuch ist da. Es sieht überraschend gut aus.

Also bleibt noch These Drei: Apple als revolutionäre Ideenschmiede wird derart bewundert, dass damit auch die Ansprüche an die Firma ins Unermessliche steigen. Liest man Artikel wie „Es lebe die Apple-Diktatur!“ der TA Media, so habe ich den Eindruck, dass uns Appleprodukte regelrecht aufgewungen werden. Und dass jede Einschränkung von seiten Apple direkt unser eigenes Leben einschränkt.

So ein Unsinn.

In den letzten Jahren hat sich einiges getan auf dem Mobiltelefoniemarkt: Mit Android, WebOS und Maemo sind würdige Konkurrenten aufgetreten (Drei Jahre später, aber immerhin). Das iPhone ist nicht mehr das einzige brauchbare Telefon am Markt.

Bei den iPods und bei den Laptops, bei den TV-Settopboxen und beim Online-Musikkauf, überall gibt es Konkurrenten welche ähnliches leisten und das meistens für weniger Geld.

Wir kaufen bei Apple ein, nicht weil wir müssen, sondern weil wir es uns leisten können.

* = Multitasking übrigens auch nicht.
** = Neuerdings.com, ich rede von dir!

Gedanken zu den anstehenden Berner Kantonswahlen

  • Wie freundlich vom Kanton, alle Parteiwerbung treffend als Propagandamaterial bezeichnet, in eine separat zu verpacken. So wandert es einfach und kompakt direkt in die Papiersammlung.
  • Smartvote ist der Untergang der Parteipolitik: Ich wähle nur noch sachorientiert und nicht mehr nach vorgefertigten Listen. Dabei höre ich allerdings die Stimme meines Staatskundelehrers am Gymnasium: Eine Proporzwahl ist eigentlich als Parteiwahl konzipiert, und nicht als Personenwahl. Mein von Hand ausgefüllter Grossratswahlzettel ist somit demokratisch nicht ganz korrekt. Und ärgert die Stimmenzähler.
  • Smartvote ist auch der Untergang all deren Politiker, welche ihr Profil auf dieser Webseite nicht eingetragen haben.
  • Ich stehe mit meinem ideologischen Profil ziemlich alleine in der Gegend. Nur gerade 80% Übereinstimmung mit meinen Topkandidaten.
  • Habe ich Lukas H. jemals mitgeteilt, dass er seit einigen Jahren mein Erzfeind ist?

Veranstaltungshinweis: OpenExpo Bern

Kommenden Mittwoch/Donnerstag (24./25. März 2010) ist es wieder soweit: Im Rahmen der Softwaremesse Topsoft (Schwerpunkt: Gähnen), findet dieses Jahr wieder die OpenExpo statt.

Besonders interessant finde ich die Vorträge zu Geodaten am Mittwoch Nachmittag. Inbesondere möchte ich hören, was die Swisstopo zu freien Geodaten zu erzählen hat.

Der Eintritt ist wie immer frei, Tickets können online generiert und ausgedruckt werden.

Zufälliger Link zu diesem Thema: Strassenkarten als Ohrringe. Wunderschön.

Web 2.0 und Web 3.0

Eine Kollegin ist bei ihrer Stellensuche auf folgende Anforderung gestossen und hat mich nach deren Bedeutung gefragt:

Kenntnisse mit Web 2.0/Web 3.0

Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen: Web 2.0 kann ich in einem Stelleninserat sehr gut verstehen, aber Web 3.0? Entweder ist die entsprechende Firma einem Sozialen Netzwerk-Berater auf den Leim gekrochen oder sie ist tatsächlich in einem extrem progressiven Umfeld tätig. Ich tippe eher auf ersteres.

Meine Antwort lautet wie folgt:

Web 2.0 ist ein Sammelbegriff für moderne Webseiten, welche nicht nur noch Inhalte verbreiten (Klassisches Verlegermodell), sondern die Benutzer mitschreiben lässt. Darunter fallen solche Systeme wie Wikis (Siehe Wikipedia), Blogs (Jeder publiziert, was er will), Soziale Netzwerke (Facebook ist gefüllt mit Texten und Bildern von Benutzern), sowie auf der technischen Ebene die ganzen Webservices, welche verschiedene Systeme verschiedener Anbieter miteinander kommunizieren lassen (Spiele bei Facebook, alle Seiten welche Google Maps benutzen um z.B. Hotels und Empfehlungen von anderen Benutzern anzuzeigen).

Der Begriff Web 2.0 ist etwas unscharf und je nachdem wer ihn benutzt, heisst er auch etwas anderes. Ich für mich finde den Aspekt von ‚Jeder schreibt, fotographiert, komponiert, filmt mit und veröffentlicht was ihm gefällt‘ am wichtigsten.

Das Web 3.0 existiert noch nicht. Es ist ein Konstrukt, an welchem seit über 60 Jahren herumgeforscht wird und noch immer keine Resultate aufzeigt. Der Schlüsselbegriff ist vor etwa 20 Jahren entstanden: Semantisches Web. Informationen auf Webseiten sollten derart mit Metainformationen beschrieben werden, dass Maschinen ohne Hilfe von Menschen diese verstehen und interpretieren können. Theoretisch sollte es dann möglich sein, dass Computer neue Fakten aus bestehenden Daten erzeugen können.

Web 2.0 ist ein Modebegriff, Web 3.0 hingegen ist akademisch geprägt.

Sudoku-Weltmeisterschaft 2010

Ah, Sudoku. Gerade in der Zeit, als ich unterfordert bei der Arbeit rumlungerte, waren diese Zahlenrätsel ein willkommener Beleg für das andauernde Funktionieren meines Gehirns.

Kollega C., seines Zeichen im Vorstand der Swiss Puzzle Federation, hat mich gebeten, doch mal rumzufragen ob noch jemand Lust hätte an die Sudoku-Weltmeisterschaft mitzukommen. Im Schweizer Team sind noch Plätze frei.

Der Anlass findet vom 29. April bis am 3. Mai in Philadelphia in den USA statt.

Ich wünsche schon mal viel Erfolg! ;-)

Ehemaligenchor live: Vrruckt-Minifestival

vrruckt Mini-Festival Flyer

Mit dem Ehemaligenchor des Gymnasium Neufeld haben wir uns dieses Jahr etwas ganz besonderes eingebrockt: Das mit Abstand komplizierteste Stück Musik, welches ich in 15 Jahren Chorsingen zu Gesicht bekommen habe.

Jürg Wyttenbach ist Berner Komponist und veranstaltet zu seinem 75-jährigen Geburtstag das Mini-Festival Vrruckt in der Dampzentrale in Bern. Wir tragen mit der Aufführung von Fragmenten seiner Rabelais-Oper dazu bei.

Wer akute Lust auf modernste Chormusik hat, hört uns im Rahmen des Festivals kommenden Sonntag, 14. März 2010 um 1800 in der Dampfzentrale. (Tickets bei Starticket.)

Eine zweite Aufführung der musikalischen Werke findet danach am folgenden Dienstag, 16. März um 2000 im Gare Du Nord in Basel statt. (Tickets beim Gare Du Nord.)

Es wird… interessant.

Weinbau März: Schneiden

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Die erste Arbeit im Jahr: Das Schneiden. Wir schneiden die letztjährigen Zweige auf wenige Centimeter über dem Rebstock zurück, um pro Horn jeweils nur zwei Treibe wachsen zu lassen.

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(Die unscharfen weissen Knospen am linken Ast werden dereinst die Trauben tragen.)

Je weniger Treibe wachsen, desto weniger Trauben können wir ernten werden. Dafür konzentriert sich der für die Gärung wichtige Zucker in diesen Trauben. Und damit beginnen wir mit dem ewigen Balancieren zwischen Quantität und Qualität. Zuviel Ernte mit zuwenig Zucker führt zur Deklassifikation und zu enormen Einsatzeinbussen. Seit einigen Jahren patrouilliert die Kellerei gelegentlich sogar in den Parzellen. Nach der grossen Fendantschwemme, welche bis 1982 anhielt und den Weinbau im Wallis fast in den Untergang trieb, hat sich in den letzten Jahrzehnten ein extreme Qualitätssensibilisierung eingestellt.

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Bei uns stellte sich letzten Samstag aber nur noch der Winter ein: Schneefall vertrieb uns nach getaner Arbeit ziemlich schnell aus dem Berg und heim in die warme Stube.

Weinbau in Visperterminen

Wappen Visperterminen Gelegentlich habe ich in diesem Blog schon darüber berichtet, oder vielleicht hast du auf meinem Lebenslauf schon mal das Wort Winzer entdeckt: Meine Grosseltern waren Bergbauern in Visperterminen. Vom Hof bleibt nur noch wenig übrig, das einzige was wir als Sippe noch intensiv bewirtschaften, sind unsere Rebfelder.

Durch die Erbteilung laufend zerstückelt, besitzen meine Eltern und ihre Geschwister zusammen eine Vielzahl von Parzellen am höchstgelegenen Weinberg Europas.

Weinbau ist das ganze Jahr über sehr arbeitsaufwendig und beschränkt sich leider nicht nur aufs Degustieren. In der Form, wie wir es praktizieren, ist es mehr Freude an der Sache als profitorientiert: Wochenende für Wochenende schuften, hegen und pflegen wir unsere Rebstöcke; im Herbst lesen wir die Trauben und verkaufen diese der St. Jodern-Genossenschaftskellerei. Die Kellerei kümmert sich um die professionelle Produktion, um das Abfüllen und den Weiterverkauf des Weins. Wir dürfen diesen zu einem Vorzugspreis zurückkaufen.

Ich werde dieses Jahr die Arbeiten in unserem Rebberg hier dokumentieren. Wer es etwas weniger trocken mag, darf im Herbst Wimden helfen kommen. (Die kommerzielle Alternative, das Wii-Grill-Fäscht, ist schon lange ausgebucht…)