Das Problem einer multikulturellen Hochzeit

Vergangenes Wochenende hatte ich das Vergnügen der kirchlichen Trauung meines griechischen Studienfreundes G. mit seiner albanischen Freundin E. beiwohnen zu können. Die orthodoxe Zeremonie fand in Tirana, der Hauptstadt Albaniens statt. Für das anschliessende Fest fuhren wir nach Durrës ans Meer.

Es war die fröhlichste und unterhaltsamste Hochzeitsparty die ich je gesehen habe.

Das einzige Problem: Ich habe keine Ahnung welche Traditionen albanischer Herkunft ist und welche zur griechischen Kultur gehören. Und welche davon an diesem Abend durch interkulturelle Missverständnisse erst entstanden sind.

Weltuntergangshype in Mode

In wenigen Stunden wir der First Beam ausgestrahlt (Live Webcast ab 0830), die ersten Teilchen werden im LHC des CERNs beschleunigt. Ein Wunderwerk des Ingenieurwesens, internationale Kooperation, unglaubliche Organisation und die möglichen Konsequenzen für die Forschung sind für mich als Laie praktisch unfassbar.

Also überlasse ich die Physik den Experten und amüsiere mich über die entstehenden Internetphänomene: Die ganze Welt denkt mehr oder weniger ernsthaft an den bevorstehenden Weltuntergang. XKCD schreibt was wir alle denken. Die Skeptiker toben im Netz und die Physiker geben entnervt auf zu versuchen eine rationale Diskussion mit ihnen zu führen. Und wieder andere mach sich Gedanken zur musikalischen Untermalung der letzten Stunden auf Erden.

Schönen Tag noch, man sieht sich morgen.

Drawing Restraint #9

Ich dachte nichts könne mich noch erschüttern.

Die zynische Abgeklärtheit unserer Generationen lässt uns besonders im Bereich moderner Medien emotionslos über allen Dingen stehen (Mein Deutschlehrer nannte das mir gegenüber abschätzig den ‚direktorialen Habitus‘). Selten dringt noch etwas durch und anmerken lassen wollen wir uns erst recht nichts.

Es gibt wenig was mich emotional herausfordern kann, eine Ausnahme ist beispielsweise die letzte Episode der TV-Serie Six Feet Under. Oder aber einige Alben der Sängerin Björk und natürlich ihren Film Dancer In The Dark zusammen mit Lars Von Trier. Dieser Film im speziellen liegt bei mir auf DVD zu Hause, aber ich habe es nicht mehr gewagt ihn mir seit der Premiere noch einmal anzusehen.

Björk lebt mit den amerikanischen Künstler Matthew Barney zusammen. Aus dieser Beziehung ging nicht nur eine Tochter hervor, sondern auch der Experimentalfilm Drawing Restraint #9. Die Handlung…

…nun, ich fürchte mich davor diesen Film zu interpretieren. Nur schon der Gedanke an die Teezeremonie lässt mich nervös werden und in meinem Magen kommen komische Gefühle auf.

Drawing Restraint #9 zu sehen war ein Erlebnis. Anstrengend, aber überraschend bewegend. Ich bin doch noch nicht völlig emotionslos geworden.

Links zum Wochenende: Trailer für Bücher

Es existiert eine Subkultur die bis jetzt an mir vorbeigegangen ist: Trailer für Bücher.

Seiten wie Bookscreening.com oder Book-Trailers.net sammeln diese Werke: Werbeclips, Nachrichten von Autoren, Diashows in unterschiedlichsten Qualitäten. Von hochpoliert bis zum charmanten und ehrlichen hangemachten.

Dabei fällt mir vor allem etwas auf: Die Videos sind sehr textlastig.

Gefunden habe ich diese Szene bei der Suche nach den neuesten Informationen über Neal Stephensons neuestes Werk Anathem welches er in diesen Tagen veröffentlicht. Trailer? Na klar, hier!

Britisches Misstrauen

20080830_dvd_terrorism
Egal wohin man sich in London bewegt, die beobachtend lauernden Kameras sind überall. Die Polizei ist nicht so auffällig, aber wenn sie sich zeigt, dann schwerbewaffnet und gut gepanzert. Dazu kommen dauernde Sicherheitsdurchsagen und Warnsignale.

Die Stadt versinkt in ihrer Paranoia. Die Furcht vor jedem und allem ist allgegenwärtig.

Das Poster das ich hier fotografiert habe wirkt dafür entlarvend: DVDs kopieren wird mit Terrorismus und Kinderhandel verglichen. Zynisch benutzt die Konsumindustrie die staatlich verordnete Angst für ihre eigenen Zwecke.

Ich hoffe ernsthaft dass es bei uns nie so weit kommt.

Links zum Wochenende: Informatik & Björk

(Was gibt’s schöneres?)

Schade bin ich ausser Landes dieses Wochenenende: Heute finden sowohl der Tweakgrill als auch das Blogcamp (Inkl. Föderationsblogger Moritz) im Rahmen der Informatica 08 statt. (Frage: Blogger unter sich Dutzen sich konsequent. Wie spricht man nun Blogger an welche gleichzeitig Staatsoberhäupter sind?)

Kulturell verpasse ich morgen die Einführung in Drawing Restraint #9, einem Filmprojekt meiner Lieblingsisländerin Björk und deren Partner Matthew Barney. Zum Glück zeigt das Kino im Kunstmuseum wenigstens den Film noch an weiteren Tagen. So komme ich auch noch in den Genuss dieses… hmm… was ist es eigentlich?

Schlussendlich: Kommentarlos ein Link über das Selbstverständnis von Email-Signaturen auf Mobilgeräten.

Päng.

20080829_obligatorisches

Jedes Jahr dasselbe Theater: Man sagt sich bereits Monate im Voraus dass man es dieses Mal schnell erledigt, nicht bis zum letzten Augenblick wartet. Die Deadline ist heute, 29. August. Gestern war ich. Zusammen mit allen anderen die es bis jetzt hinausgezögert haben.

Und das schlimmste ist: Mir missfällt diese Aktivität abgrundtief. Und bin trotzdem gut darin.

Egal, Hauptsache das Unding verschwindet wieder für ein Jahr auf den Estrich. Noch ein, zwei Mal und danach bin ich es endlich los.

Wortdefinition: Soziale Bahnhofsdiametrie

Soziale Bahnhofsdiametrie, die: Beschreibt den Umstand dass man bei längeren Wartezeiten am Bahnhof kaum jemanden aus dem Freundeskreis antrifft. Beeilt man sich hingegen einen Zug zu erwischen, läuft man mehreren Personen über den Weg mit welchen man sich längere Zeit nicht mehr unterhalten hat.

(Sorry Roger & Adi…)