Selektive Wahrnehmung 2: Accessibility & Mac OS X

Umgekehrt fallen mir seit dem Vortrag über Behinderte am Computer aber mehr Dinge über behindertengerechte Technologien auf. So verfügt das soeben erschienene Mac OS X Snow Leopard schon von Werk aus über eine Vielzahl von Bedienungshilfen wie zum Beispiel Screenreader oder Bildschirmlupen. Bei anderen Betriebssystemen muss dies mit Software für viel Geld nachgerüstet werden.

Irgendwie finde ich das an Apple ziemlich sympathisch. Deren Engagement geht im ganzen Kritikgeschrei gegen den ehemaligen Underdog leider etwas unter.

Versteckte Dateien unter Eclipse PDT anzeigen (Z.B. .htaccess)

Eclipse versteckt in der Standardansicht artig Dateien welche mit einem Punkt beginnen, so zum Beispiel auch die Apache-Konfigurationsdatei .htaccess.

Um diese Dateien unter den PHP Development Tools finden und editieren zu können, muss man die View Navigator benutzen. Diese kann über das Menu Window -> Show View -> Navigator aktiviert werden.

Wie Blinde surfen

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Gestern durfte ich dem extrem interessanten und unterhaltsamen Campus-Vortrag über Accessibility beiwohnen. Der Redner war René Jaun von der Stiftung Zugang für Alle.

Ein paar Highlights:

  • Mit Hochgeschwindigkeits-Sprachausgabe per Screenreader konnte René erstaunlich schnell durch sein System navigieren.
  • Bei Webseiten ging es unterschiedlich gut: Semantisch korrekt angewandtes HTML hilft dabei enorm. Der Screenreader hängt sich selbst direkt in den DOM-Tree der angzeigten Webseiten ein. Einfaches Springen von Header-Tag zu Header-Tag erleichtert die Navigation ungemein.
  • CSS und die damit eingehende Trennung von Layout und Inhalt macht den Sehbehinderten extrem Freude.
  • Konkreter Tipp: Bilder welche nur als Layout-Element benutzt werden, zwar mit einem alt-Tag versehen, diesen aber leer lassen: alt=““.
  • Kantone und Bund sind gesetzlich verpflichtet ihre Angebote möglichst zugänglich zu schaffen. Der Bund empfiehlt dabei einfach das Einhalten der WCAG-Richtlinien.
  • Private Unternehmen können mit zwei Argumenten zur Barrierefreiheit überzeugt werden: Soziale Verantwortung und Marktanteile. 15% der Schweizer Bevölkerung gilt als behindert. Dazu kommt ein immer grösser werdender Anteil von Senioren (Silver Surfers genannt), welche ebenfalls von Massnahmen der Accessibility profitieren.
  • Oder als Suchmaschinenoptimierung: Google ist auch blind.
  • PDFs und Flash-Inhalte können mit viel Aufwand zumindest unter Windows zugänglicher gestaltet werden. Unter Mac OS X und Linux ist Adobe noch nicht so weit.
  • Mac OS X wäre dafür als Betriebsystem ausgefeilter. Das iPhone ebenfalls: Als erste Handy kann es von Haus aus von Blinden benutzt werden und braucht kein kostenpflichtiges Firmwareupdate.
  • Blinde geben sich sehr kreativ: Sekundäre Datenkanäle werden entweder simpel (Brennt die Glühbirne? Einfach berühren…) oder mit Technologie gelöst (Brennt das Licht? Die Handykamera kann das feststellen…).

Der ganze Anlass stimmte mich hoffnungsvoll: Das Internet eröffnet Behinderten neue Welten welche ihnen in der Realität verschlossen bleiben würden. Wir Entwickler können mit sauber angewandten Standards diesen Zugang weiter vereinfachen.

3D-Drucker im Eigenbau: MakerBot

MakerBot (By Bre Pettis)Letztes Wochenende erklärte ich noch irgendwelchen Passanten dass Voraussagen im Technologiebereich nicht ernst genommen werden können. Die meisten revolutionären Entwicklungen passierten völlig zufällig und unerwartet. (Lesetipp: The Black Swan – Nassim Taleb)

Ich weiss es allerdings besser, deshalb hört meine Worte: 3D-Drucker (Automatisches Herstellen von Plastikgegenständen) werden in den nächsten 10 Jahren die Welt umkrempeln.

Bis vor kurzem dachte ich noch, dass diese Technologie für Private in weiter Ferne liegen. Kommerzielle 3D-Drucker sind im Moment ab 25’000$ aufwärts erhältlich.

Und jetzt kommt der MakerBot: Aufbauend auf dem Reprap hat ein Team um Bre Pettis einen Open Source-3D-Drucker produziert und verkauft nur Bausätze davon für gerade mal 750$.

Natürlich kann die Qualität des 3D-Drucks nicht mit einer teureren Maschine mithalten, aber die Tatsache dass diese Technologie einfach so in jeden Haushalt kommen kann, verschlägt mir fast die Sprache: Ich bin begeistert. (Nicht nur ich.) Und ich will so ein Teil.

Der Bausatz ist allerding komplex genug um dafür um Hilfe zu bitten. Ich suche mir ein paar andere Maker welche sich an Erwerb und Bau eines MakerBots beteiligen möchten. Wenn es soweit ist, fülle ich den Blog hier mit Teekannen-Content ab.

Google Street View: Mich hat’s nicht erwischt…

…und dabei habe ich extra gewunken.

Wenigstens sind meine Geschäftsreben bei strahlend schönem Wetter perfekt in Szene gesetzt:


Größere Kartenansicht

Lustig finde ich die widersprüchliche Reaktion der klassischen Medien: Google Street View ist eine spektakuläre Technologie viele der Benutzer sofort begeister. Aber offenbar herrscht der Konsensus vor, dass man die Aufnahmen irgendwie bedrohlich für die eigene Privatsphäre finden soll. Jetzt versuchen Journalisten verkrampft einen Fall zu konstruieren welcher eine konkrete Gefahr aufzeigt. Und scheitert: Besonders lustig ist der Artikel Auch Für Einbrecher Eine Hilfe in der die Berner Kantonspolizei sagt (Ich zitiere im übertragenen Sinn): Naja, könnte schon sein, aber ein Einbrecher kann auch ohne Street View sich die Sache vor Ort ansehen.

Derweil werden so lange Passanten interviewt bis sie jemanden finden der Nein sagt.

Und nach aller Kritik fordern sie die Leser auf, doch originelle Bilder einzuschicken, welche sie dann freudig veröffentlichen.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich halte die Wahrung der Privatsphäre und der Datenschutz für enorm wichtig. Das Argument Ich habe nichts zu verbergen ist ungültig. Aber ich fühle mich nicht bedroht von monatealten Momentaufnahmen von öffentlichen Plätzen auf denen ich vielleicht zu sehen bin. Ich sagte es bereits in meinem ersten Artikel über Street View: Die Nützlichkeit von Google Street View überwiegt über das Vorhandensein eines schwammigen undefinierten Missbrauchspotential.

Campus Bern: Accessibility mit René Jaun

CampusKommenden Donnerstag (20. August 2009, 18:00) findet der Campus zum Thema Accessibility bei Meteotest an der Fabrikstrasse statt.

Wir freuen uns ausserordentlich René Jaun von der Stiftung Zugang für Alle für diesen Vortrag begrüssen zu dürfen.

Bitte melde dich bei Interesse in diesem Doodle an. Es hat noch Plätze frei.

Die Veranstaltung ist für alle Interessierte offen und gratis, diese Mal führen wir eine Kollekte zugunsten der Stiftung durch. Anfahrtsinformationen und weiteres wie immer im Campus Wiki.

Aktuelle Aaretemperatur auf dem iPhone

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Zu meinem Aare-Dashboard-Widget für Mac OS X gibt es nun auch eine Webversion fürs iPhone: Einfach http://m.existenz.ch/aare/ im mobilen Safari eingeben und baden gehen.

Das Design und die Nicht-Mobile-Variante werde ich bei Gelegenheit* verbessern. Und wenn ich endlich Zeit finde um das Programmieren von nativen iPhone-Applikationen zu erlernen, dann habe ich noch eine umwerfende Idee für ein Feature. Psst. Ist noch geheim. Kommt bei Gelegenheit*.

Update: Diejenigen die nicht mit iPhone unterwegs surfen, können natürlich trotzdem die mobile Seite ausprobieren. Link dazu: http://m.existenz.ch/aare/index.php?v=iphone.

* = Wer mich kennt weiss, dass ‚bei Gelegenheit‘ alles von einem Tag bis zu mehreren Jahren heisst…

Dashboard Widget: Aare

aare_screenshot

Ich habe mich nach Jahren auf mehrfachen Wunsch und in Anbetrachte des demnächste eskalierenden Sommers mal wieder um eines meiner Dashboard Widgets gekümmert:

Das Aaremarzili Widget ist nicht mehr, es lebe das Aare Widget.

Aktueller, schneller, einfacher, etwas schöner zeigt es die aktuelle Aaretemperatur an.

(Zum Installieren unter Mac OS X einfach oben auf das Bild klicken. Weitere Informationen gibt’s unter m.existenz.ch/widgets.)

An dieser Stelle möchte ich mich kurz beim Bundesamt für Umwelt BAFU bedanken: Auf meine Anfrage ob ich deren Daten von ihrer Webseite stibitzen dürfe, antworteten sie innerhalb von zehn Minuten und bereits nach Büroschluss schnell und unkompliziert mit: „Selbsverständlich. Hier finden Sie die Daten als XML.“ Einzige Bedingung ist die Verlinkung zurück zum BAFU.

Das ging wesentlich schneller und unbürokratischer als erwartet. Herzlichen Dank.

Die Vorzüge von Cloud Computing & Geschwistern

Da hockt der kleine Bruder etwas verdattert im Hotel in Italien: Seine Postcard versteht sich nicht mit dem Automaten und die zum Notfall eingepackte Visa-Kreditkarte verlangt urplötzlich einen PIN-Code. Kein PIN, kein Geld. Kein Geld, kein Entkommen…

Zum Glück verfolgt mein kleiner Bruder eine ziemlich wolkige GTD-Strategie und hat alle seine Dateien auf der Online-Festplatte Dropbox gespeichert. Darunter auch seine Passwortdatei.

Also ruft er friedlich mich an. Und hetzt mich quer durch die Stadt, auf der Suche nach einem Mac der die Datei auch lesen kann.

Fazit dieser kleinen Aktion:

  • Cloud Computing ist trotz all seiner Gefahren und Risiken extrem nützlich.
  • Sensitive Daten in der Cloud gehören lieber einmal zu viel verschlüsselt als einmal zu wenig.
  • Aber wenn verschlüsseln, dann bitte mit plattformübergreifender Software wie zum Beispiel PWSafe.
  • Mein Bruder schuldet mir was…

Meine iPhone-Lieblingsapplikation: Air Sharing

Air Sharing gehört zu neben Byline zu meinen meistegenutzten Zusatzapplikationen auf meinem iPhone. Als This mich fragte, ob ich über dieses Thema schreiben möchte, habe ich nicht lange zu überlegen gebraucht. Unten folgt mein Originaltext, online kannst du den Hauptartikel und die BZ-Variante hiervon nachlesen.

Mit jeder neuen Applikation lernt das iPhone eine Fähigkeit hinzu. Dank Air Sharing sind es deren gleich zwei: Das iPhone wird zur kabellosen Festplatte und zum Lesegerät für elektronische Dokumente. Ist das Programm gestartet, kann von jedem PC im gleichen Wireless-Netzwerk auf einen reservierten Teil des Speichers auf dem Telefon zugegriffen werden. Einfach als Netzlaufwerk verbinden oder eine spezielle gesicherte Webseite aufrufen, und schon kann man Dateien kopieren, verschieben, löschen etc. Alles ohne Kabel und ohne zusätzliche Software installieren zu müssen.

Als zweite Funktion öffnet Air Sharing auf dem iPhone selber eine Vielzahl der gespeicherten Dokumente: Word-Dateinen, PDFs, Bilder, Filme etc. Mit den üblichen Gesten scrollt und zoomt msn durch die Anzeige, zusätzlich merkt sich das Programm bis zu welcher Stelle man welchen Text bereits gelesen hat.

Sollte ich mich also jemals in einem Funkloch befinden und mir die Verbindung ins Internet verwehrt bleiben, so kann ich mich dank Air Sharing an meiner mobilen Bibliothek erfreuen. Und endlich diesen 1000-seitigen russischen Klassiker beginnen, für welchen ich bisher vor lauter surfen keine Zeit fand.

Getippt im Rosengarten, natürlich auf dem iPhone.